Titancraft

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Iron Savior
Label: AFM Records
Veröffentlichung: 2016
Laufzeit: 50:51
Bewertung: 3/5

Iron Savior, die altgedienten Hamburger Power-Metaller, die unter der unermüdlichen Führung ihres ultimativen Anführers Piet Sielck weiter durchhalten, machen beim Albumveröffentlichen einfach keine Pause. Vor zwei Jahren erschien der Vorgänger »Rise of the Hero«, im vergangenen Jahr servierte Sielck eine überarbeitete Version des Albums »Megatropolis 2.0«, die tatsächlich auch deutlich besser klingt als das Original von 2007, danach folgte noch ein Konzertmitschnitt vom Clubauftritt der Band in Hamburg unter dem Titel »Live At the Final Frontier« (DVD/2CD). Kurzum. Wahrscheinlich erinnert sich Piet Sielck selbst kaum noch, wann er in seiner langen Musikerkarriere zuletzt so verbissen und eifrig am guten Namen der Band gearbeitet hat — und das durch ihre durchaus beneidenswerte Schaffensperiode hindurch.

Wie auch immer. »Titancraft« bringt das klassische Bild mit, das in den Ohren der Power-Metal-Fans mehr als vertraut und eingefahren ist. Mit anderen Worten: Das neue Album wird ihnen sofort unter die Haut und in die Ohren kriechen. Genau dieser vollgestopfte Terminkalender von Sielck hat aber der Entstehung etwas schwächerer Ideen Vorschub geleistet, und vor allem einem allzu deutlichen Gefühl von Selbstwiederholung und kaum kaschiertem kreativem Selbstklonen. Das wundert kaum, denn Iron Savior weichen, echte Deutsche wie sie sind, ihrer musikalischen Vision keinen Fingerbreit und erweisen ihr bedingungslose Treue. Eine mehrjährige Pause würde Sielck nämlich gut tun, um mehr Frische in seine neuen Studiovorhaben zu bringen. Doch der unerschütterliche Musiker denkt nicht so, und eilt im Stil eines disziplinierten Malochers bzw. Workaholics schon wieder seinen Fans mit einem neuen Album entgegen.

»Titancraft« ist für die Ohren ein etwas freundlicheres Album als seine Vorgänger. Sogar »fröhlich« — da drängen sich sogar Freedom Call in den Sinn, hell und positiv überschäumend. Es hält sich an bewährte Schablonen. Gelegentlich zieht es stilistisch in Richtung der alten Blind Guardian, aber auch der alten Gamma Ray. Riffs aus der Judas Priest-Schule — das ganze Ding zieht einen gelegentlich auch in Richtung Primal Fear. Es wirkt also in der Manier eines echten Power-Metal-Albums, das nur die verknöcherte alte deutsche Schule hervorbringen kann. Also. Wenn du den genremäßig repräsentativsten Vertreter der europäischen Power-Metal-Schule kennenlernen willst, kannst du das Album »Titancraft« sofort in diese Liga einreihen. Es wird mit Feuer gespielt, die Songs sind allesamt im Zeichen der großen Erfahrung der Band entstanden und wieder so arrangiert, dass sie sofort packen und auf Anhieb zünden. Im entfachten Krach und den eingängigen Produktionsgriffen, die die aufgeladene, angriffslustige Attitüde des hochgedrehten Sounds nach vorne drücken. Darin können Iron Savior einfach keinen Fehler machen.

Wie gesagt. Ein Album, das verbissen nach bewährtem Rezept gefertigt wurde und langjährigen Fans der Band gefallen wird — doch Iron Savior haben schon kreativ inspirierendere Zeiten gesehen und durchlebt. Solide, aber nichts Besonderes. 

Iron Savior – Way of the Blade (offizielles Video):

 

Besetzung

Piet Sielck – Gesang, Gitarre
Joachim „Piesel“ Kuestner – Gitarre
Jan S. Eckert – Bassgitarre
Thomas Nack – Schlagzeug 

Produktion

Piet Sielck

Trackliste

1. Under Siege (intro)
2. Titancraft
3. Way of the Blade
4. Sieze the Day
5. Gunsmoke
6. Beyond the Horizon
7. The Sun Won’t Rise in Hell
8. Strike Down the Tyrrany
9. Brother in Arms
10. I Surrender
11. Rebellious

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