Iron Savior : Titancraft

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Label: AFM Records
Erscheinungsdatum: 20.05.2016
Produktion: Piet Sielck
Albumlänge: 50.51 min
Genre: Heavy Metal


Iron Savior, die altgedienten Hamburger Power-Metaller, die unter der unermüdlichen Führung ihres ultimativen Anführers Piet Sielck unbeirrt weitermachen, machen bei Albumveröffentlichungen einfach keine Pause. Vor zwei Jahren erschien der Vorgänger »Rise of the Hero«, letztes Jahr servierte Sielck die überarbeitete Version des Albums »Megatropolis 2.0«, die tatsächlich deutlich besser klingt als das 2007 erschienene Original, danach folgte noch das Konzertdokument eines Clubgigs der Band in Hamburg mit dem Titel »Live At the Final Frontier« (DVD/2CD). Kurzum. Wahrscheinlich kann sich Piet Sielck selbst nicht mehr erinnern, wann er in seiner langen Musikkarriere so verbissen und eifrig am guten Ruf der Band gearbeitet hat — durch ihre mehr als beneidenswerte Schaffenszeit.

Wie auch immer. »Titancraft« präsentiert das klassische Bild, das in den Ohren der Power-Metal-Fans mehr als gut verankert und eingesessen ist. Mit anderen Worten: Auch das neue Album wird ihnen sofort unter die Haut und ins Ohr gehen. Genau diese Überfrachtung von Sielcks Kalender hat aber zur Geburt etwas schwächerer Ideen geführt, und vor allem zu einem allzu deutlichen Gefühl der Selbstwiederholung und kaum verdeckten ideellen Selbstklonierung. Das wundert eigentlich nicht, denn Iron Savior weichen, wie echte Deutsche, von ihrer musikalischen Vision keinen Fingerbreit ab und erweisen ihr bedingungslose Treue.  Eine mehrjährige Pause würde Sielck durchaus guttun, um mehr Frische in seine neuen Studioabenteuer zu bringen. Doch der unerschütterliche Musiker denkt nicht so und eilt im Stil eines diszipliniert erzogenen Schufters bzw. Workaholics bereits den Fans mit einem neuen Album entgegen.

»Titancraft« ist ein für die Ohren etwas gefälligeres Album als seine Vorgänger. Sogar »fröhlich« — da kommen einem sogar Freedom Call in den Sinn, hell und positiv übersprudelnd. Es hält sich an bewährte Schablonen. Gelegentlich zieht es stilistisch zu den alten Blind Guardian hin, aber auch zu den alten Gamma Ray. Riffs aus der Judas Priest-Schule — das ganze Ding schielt gelegentlich auch zu Primal Fear. Damit wirkt es in der Manier eines echten Power-Metal-Albums, wie es nur die verknöcherte alte deutsche Schule hervorbringen kann. Also. Wenn ihr den genremäßig repräsentativsten Vertreter der europäischen Power-Metal-Schule kennenlernen wollt, könnt ihr das Album »Titancraft« sofort in diese Liga einreihen. Es wird mit Feuer gespielt, die Songs sind allesamt im Zeichen der großen Erfahrung der Band entstanden und erneut so arrangiert, dass sie sofort zupacken und auf Anhieb zünden. Im fabrizierten Schund, mit eingängigen Produktionsimpulsen, die eine aufgepeitschte und borstige Haltung der hochgedrehten Klangwelt des Werks in Szene setzen. Dabei können Iron Savior schlicht keinen Patzer leisten.

Wie gesagt. Ein Album, verbissen nach einem Rezept erschaffen, das langjährigen Fans der Band gefallen wird, wobei Iron Savior schon kreativ inspiriertere Zeiten erlebt haben. Solide, aber nichts Besonderes. 

Autor: Aleš Podbrežnik
Bewertung: 7.5 / 10

Tracklist:
1. Under Siege (intro)
2. Titancraft
3. Way of the Blade
4. Sieze the Day
5. Gunsmoke
6. Beyond the Horizon
7. The Sun Won’t Rise in Hell
8. Strike Down the Tyrrany
9. Brother in Arms
10. I Surrender
11. Rebellious

Besetzung:
Piet Sielck – Gesang, Gitarre
Joachim „Piesel“ Kuestner – Gitarre
Jan S. Eckert – Bassgitarre
Thomas Nack – Schlagzeug

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