Titan

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Autor: Primož Novak

Künstler: Septicflesh
Label: Season Of Mist
Veröffentlichung: year_month
Laufzeit: 45:24
Wertung: 4.3/5

Die griechischen Death-Metaller Septicflesh erlangten größere Aufmerksamkeit erst 2008 mit dem Album Communion, mit dem sie die Grenzen ihrer Kreativität verschoben und dem Metal etwas Echtes gaben. Die Band selbst geht bereits auf das Jahr 1990 zurück, und seitdem haben sie eine ganze Reihe von Alben veröffentlicht, die als atmosphärischer Death Metal eingestuft wurden. Die frühen Alben der Band sind durchaus interessant, in gewissem Maße sogar bizarr, haben aber leider keine übermäßige Aufmerksamkeit erhalten.

Mit Communion hat sich das Bild deutlich gewandelt. Septicflesh kehrten nach fünf Jahren mit einem Sinfonieorchester zurück, womit sie ihren atmosphärischen Death Metal aufwerteten und für die Hörer angenehmer und ansprechender machten. Die Wiedergeburt von Septicflesh zeigte sich auch daran, dass die Band bei einem angeseheneren Label landete.

Die Idee, ein Sinfonieorchester einzubinden, erwies sich als erfolgreich. Mit jedem weiteren Album wollten Septicflesh das Werk spektakulärer gestalten. Die Produktion wurde massiver, und an den Aufnahmen waren immer mehr Musiker beteiligt.

Titan, der Nachfolger von The Great Mass aus dem Jahr 2011, setzt die Pomposität von Septicflesh fort – aber auf einem höheren Niveau, sodass von Stagnation keine Rede sein kann. Die Songs glänzen mit einem ausgeprägten Einsatz des Sinfonieorchesters, und obendrein hat die Band ihren Chor erweitert, der in einigen Passagen stark hervorsticht und die Atmosphäre des gesamten Werks hervorragend aufbaut. Die Musik selbst ist zwar nicht besonders komplex, rhythmisch aber durchaus abwechslungsreich, was sich für Death Metal gehört – die Gitarren setzen allerdings eher auf simplere Death-Metal-Riffs. Das Rezept von Septicflesh ist zweifellos gut, denn alles greift perfekt ineinander.

Der Hörer bekommt Wucht zu spüren, bei der schnelle Drums und ein Orchester hervorstechen, das auch atonalere Klänge aufgreift. Damit zeigen Septicflesh ihren Sinn für Morbidität, die sich in den Lyrics auf die Ideen des Schriftstellers H. P. Lovecraft stützt. Das Wesentliche unterstreicht hier zusätzlich das tiefe, aber verständliche Growling von Spiros Antoniou. Doch Septicflesh sind nicht die ganze Zeit nur düster. Das Orchester betont gerne auch die melodische Seite – ein gutes Beispiel dafür ist Confessions of a Serial Killer. Einen weiteren Glanzpunkt setzt Gitarrist Sotiris Anunnaki V mit seinen klangvollen Vocals, was dem Gesamtwerk noch mehr Abwechslung verleiht.

In knapp 45 Minuten liefern Septicflesh ein weiteres Album voller interessanter Wendungen, Düsternis, Schönheit und Pomposität. Zweifellos ist das der originellste Orchestereinsatz, der im Einklang mit extremer Musik ohne Kitsch auskommt. Septicflesh entwickeln sich mit jedem Album sinnvoll weiter, was auch für künftige Alben gute Aussichten verspricht.

Besetzung

Christos Antoniou – Gitarren, Orchestrierungen
Sotiris Anunnaki V – Gesang, Gitarren
Seth Siro Anton – Gesang, Bass, Illustrationen
Fotis Benardo – Schlagzeug, Soundgestaltung

Produktion

Logan Mader

Tracklist

01. War in Heaven 
02. Burn 
03. Order of Dracul 
04. Prototype 
05. Dogma 
06. Prometheus 
07. Titan 
08. Confessions of a Serial Killer 
09. Ground Zero 
10. The First Immortal

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