The Incurable Tragedy

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Künstler: Into Eternity
Label: Century Media
Erschienen: 2008
Wertung: 3.5/5

Into Eternity sind frische, junge, vielversprechende, hochkreative Progressive-Metaller aus Kanada. Diese Neuigkeit ist nicht mehr neu, trotzdem hört die Band einfach nicht auf, mit ihren Werken voller kreativem Schwung zu begeistern!

Into Eternity sind wirklich keine leichte Kost. Sie sind nämlich nicht für jedes Ohr gemacht. Ihr Sound ist technisch hochkomplex. Die Songs sind polyrhythmisch aufgebaut und motivisch vielgestaltig. Die Jungs vereinen klassische Heavy-Metal-Standards, gespickt mit der Melodiosität der Painkiller-Ära von Judas Priest und der altehrwürdigen Terz-Harmonien im Maiden-Stil, und steigern das gleichzeitig durch die Brutalitätskünste, die nur die giftige, rustikale Spannung des Thrash Metals ihrer Landsleute Exciter hervorzubringen vermag, während sich die Atmosphäre des Refrains von A Black Light Ending sogar an Nevermore reiben kann. Im zeitgemäßen Produktionsschritt, den das Studio versteht. Das Ganze bei Into Eternity wird aber noch komplexer und schwerer zu fassen, und zwar durch den kombinierten Gesang dreier verschiedener Vokalansätze. Das erste Beispiel dafür ist gleich Tides Of Blood, noch schöner und noch direkter zeigt sich dieses „dreigesichtige“ Wesen z.B. in Diagnosis Terminal. Dort prallen wir dreimal frontal aufeinander: mit dem extrem hohen, aber explosiv sauberen Schreien und den außergewöhnlichen melodischen Artikulationen von Sänger Stu Block (Du willst erste Referenzen? Diese Höhen lassen den Geist von John Cyris (ex-Agent Steel), Warrel Dane aus der Sanctuary-Ära und natürlich Tim „Ripper“ Owens auferstehen). Solche Parts können sich im nächsten Moment völlig unerwartet in tieferes bis mittleres Core-Gebrüll verwandeln. Und bei alldem sind auch trendige zweistimmige melodische Refrains in mittlerer Lage, mit einem leichten Emo-Hauch à la Bullet For My Valentine, nicht zu überhören. Nur ein Quäntchen eben. In Indignation z.B.

„The Incurable Tragedy“ ist das erste Konzeptalbum der Gruppe. Triebfeder seiner Entstehung ist das schicksalhafte Lebensrad von Bandgitarrist Tim Roth. Er hat im Jahr 2006 eine wahre Hölle auf Erden durchlebt. Zunächst erlagen zwei seiner guten Freunde den Folgen einer Krebserkrankung. Einer nach dem anderen. In weniger als zwei Monaten. Als wäre das nicht genug, nahm dieselbe grausame Krankheit auch noch Tims Vater — und das 10 Tage vor Weihnachten desselben Jahres. Ja. Auch einen schlimmeren Albtraum als das Szenario des Spiels Kroatien–Türkei bei der EM 2008 lässt sich erleben. Hm… Also, wie der Albumtitel schon sagt, wissen wir, worum es in dieser konzeptualisierten Geschichte geht. Tracktitel wie The Incurable Tragedy I (September 21, 2006), The Incurable Tragedy II (November 10, 2006) und das abschließende Instrumental The Incurable Tragedy III (December 15, 2006) beziehen sich auf den Schmerz, den Tim beim Verlust seiner Liebsten durchlitt.

Tatsächlich wirkt das Album in seiner Gesamtheit wie ein gelungenes Grabmal. Es besitzt eine hervorragende ausgewogene Mischung aus ruhigen Passagen in akustischem Gewand, in denen es der Band gelingt, den Songs und dem Album einen echten Schleier der Trauer einzuhauchen — eingewoben sind darin natürlich echte wilde Attacken mit scharf geschliffenem Riff-Geknatter, das Roths außergewöhnliches Talent für das Setzen brillanter Gitarrenriffs beweist. Und aufgepasst! Vergiss nicht den Hauch des Unvorhersehbaren, den dir das Prädikat Progressive Metal bescheren kann und was Into Eternity so ungemein reizvoll macht.

Wenn du dich also bis zum Ende durchgekämpft hast, fällt es nicht schwer, das Album noch einmal von vorn zu hören. Die Band hat mit diesem Album, das ein vollständiges Upgrade zu „The Scattering Of Ashes“ (2006) darstellt, die Stürme so erfolgreich überstanden — zumal angesichts der Tatsache, dass sie gezwungen war, zwei völlig neue Mitglieder in ihre Reihen zu integrieren: Justin Bender (Gitarre) und Steve Bolognese (Schlagzeug). Mit „The Incurable Tragedy“ sind Into Eternity noch eine weitere evolutionäre Stufe gewachsen und haben ein außerordentlich kompaktes Album abgeliefert — trotz der Grundaxiome, die das Genre des Progressive Metal mit sich bringt. Dabei ist die Entscheidung der Band, ein Album zu machen, das kürzer als 40 Minuten ist, ausgesprochen erfreulich. Into Eternity sind ein interessanter Knochen zum Nagen, interessant auch für Liebhaber der technisch anspruchsvolleren Formen des Metalcore.

Besetzung

Stu Block – Gesang
Tim Roth – Gitarre, Backing Vocals
Justin Bender – Gitarre
Troy Bleich – Bass-Gitarre, Backing Vocals
Steve Bolognese – Schlagzeug

Produktion

Grant Hall & John Gasparic

Tracklist

1. Prelude To Woe
2. Tides Of Blood
3. Spent Years Of Regret
4. Symptoms
5. Diagnosis Terminal
6. The Incurable Tragedy I. (September 21, 2006)
7. Indignation
8. Time Immemorial
9. The Incurable Tragedy II. (November 10, 2006)
10. A Black Light Ending
11. One Funeral For Three
12. The Incurable Tragedy III. (December 15, 2006)

Albumlänge: 38.56

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