Sziget – bunter und vielfältiger als Glastonbury!
Autor: Urban Bolta
Das zwanzigste Sziget Festival ging offiziell am Montagmorgen zu Ende. Glastonbury-Boss Michael Eavis war einer von 379.000 Besuchern und lobte Sziget großzügig als ein Event, das sogar bunter, farbenfroher und vielfältiger sei als sein eigenes. Neben dem Jubiläum der zwanzigsten Ausgabe verbuchte Sziget auch den 6-millionsten Besucher.
Besucher aus über 60 Ländern strömten in den letzten 8 Tagen nach Budapest, um eine magische Community und eine globale Stadt zu erschaffen, die man Sziget nennt. Für die Unterhaltung sorgten Acts aus mehr als 43 Ländern, was einmal mehr beweist, dass das Festival kulturelle und musikalische Vielfalt in Reinform ist. Mit drei “Warm-up”-Tagen und fünf “normalen” Festivaltagen hat das zwanzigste Sziget gezeigt, dass die meisten ausländischen Gäste Sziget als Festivalurlaub nutzen und möglichst viele aufregende Tage mit Freunden und anderen Besuchern verbringen wollen.
„Die endgültige Besucherzahl ist zwar niedriger als im letzten Jahr, aber angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage haben wir ohnehin nicht mehr erwartet. Sziget 2012 sehen wir daher künstlerisch wie finanziell klar als Erfolg,” sagte Karoly Gerendai, Gründer und Direktor des Sziget Festivals.
Sziget wird schnell zum Vorbild für andere Festivals und Events und empfängt deshalb Jahr für Jahr immer mehr Kollegen aus der Branche von anderen Festivals. 2012 waren 30 Festivals akkreditiert – unter anderem Roskilde, EXIT und Paléo – die ihre Vertreter nach Sziget schickten, um sich über die Neuerungen und Ideen auf Sziget zu informieren, was für das Orga-Team echt eine Ehre ist.
Die meiste Aufmerksamkeit galt natürlich dem Glastonbury-Boss Michael Eavis, einem 76-jährigen Urgestein und echten Legenden der Musikindustrie. Er war 3 Tage mit seiner Frau auf Sziget. Für beide war es der erste Besuch auf Sziget, und sie erklärten: „Das ist ein fantastisches Festival, bunter und auf jeden Fall sauberer als Glastonbury”. Alle Gäste von anderen Festivals waren sich einig, dass der „Best European Major Festival Award” dieses Jahr in die richtigen Hände gegangen ist… nämlich an Sziget.
Dieses Jahr warteten auf die Besucher über 60 Bühnen mit Programm, und eines ist sicher: Selbst die erfahrensten Festivalgänger mussten den Festivalplan komplett neu lernen. Neben den großen Bühnen war Sziget schon immer stark bei den Inhalten abseits des Musikprogramms. Die weitläufige “Cultural Zone” war eine der Besonderheiten des Festivals, während die Veranstalter das “Sziget Eye”, ein Riesenrad, und den “Olympic Fan Club” präsentierten, um eine Verbindung zu den Spielen in London herzustellen. Die zwanzigste Ausgabe des Festivals war definitiv ein Fest für die Augen, mit visuellen Installationen, riesigen Holzskulpturen und im Grunde allem Künstlerischen, was man sich nur vorstellen kann.
Dank einer neuen Zusammenarbeit mit YouTube hat Sziget dieses Jahr Millionen von Menschen erreicht, die es nicht auf die Insel geschafft haben (Obudai). Der offizielle YouTube-Kanal des Festivals übertrug dieses Jahr über 50 Auftritte von den drei größten Bühnen des Festivals, in der Hoffnung, den Zuschauern die echte Festivalatmosphäre zu vermitteln.
Das Sziget-Gelände ist schon auf dem Weg zur vollständigen “Erholung” und verwandelt sich schnell zurück in das, was es ursprünglich war – ein Park. Die meisten Programmbühnen werden in den nächsten 5 Tagen abgebaut, danach folgen noch drei Wochen Aufräumen und Entfernen der Festivalüberreste, bevor die Arbeiten für die Rasenaussaat beginnen können.
Das Orga-Team ist stolz und glücklich, dass das Event bei den Besuchern nach wie vor so beliebt ist und damit eine unverzichtbare, offene Sziget-Community aufbaut, die sich nirgendwo sonst erschaffen lässt.