Subsurface

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Künstler: Threshold
Label: Inside Out Records
Veröffentlichung: 2004
Bewertung: 2.5/5

Threshold sind stehen geblieben. Die britischen Progressive-Metaller fangen an, sich in ihren Motiven zu wiederholen, und werden eindimensional. Das beweist nur, dass dieses Album viel zu früh entstanden ist, als dass in den zwei Jahren Abstand zwischen zwei Studioalben irgendwelche wirklich „spicy“ frischen Ideen hätten entstehen können. Deshalb hinkt das Album auf der Prog-Seite ziemlich.

Nicht falsch verstehen! Wer über dieses Album zum allerersten Mal mit der Band in Kontakt kommt, erlebt eine echte Entdeckung, denn die Platte platzt vor Eigenheiten und Ultra-Melodik aus allen Nähten. Die Band zeichnet sich durch einen völlig eigenständigen Ausdruck aus, und von der ersten bis zur letzten Sekunde klingt auch „Subsurface“ völlig eigen, so wie eben nur Threshold klingen können. Der Sound ist wieder verdammt lebendig und zaubert eine fantastisch grandiose Atmosphäre, von der die meisten Bands aus der Generation von Threshold nur träumen können. Die Instrumente liegen durchgehend in perfektem Gleichgewicht. Threshold bauen den Großteil ihrer Melodik über das massive Gitarrenriffing des Duos Groom/Midson und über die Keyboard-Arrangements von Bandchef Richard West auf. Schockierend ist nämlich, wie die Keyboards neben dem saftigen Klangteppich der beiden Gitarren im Sound immer noch genug Platz finden, und zwar nicht nur für gleichwertigen Ausdruck: Ihr Beitrag hebt die ganze Magie noch eine Stufe an und ist im musikalischen Körper der Band unverzichtbar. Der Klangraum ist maximal ausgefüllt, die Band stellt die überzeugende Wiederbelebung von Stimmungen an die erste Stelle, getragen von der Poesie, mit der sie predigen. Die zweite Linie ist ebenfalls aus echtem Schrot und Korn. Das kontrastreiche Torpedieren von Drummer Johanne James ist sauber und präzise, die Rolls sind abwechslungsreich, und besonders brilliert er mit seiner Fantasie beim ruckartigen Einflechten der doppelten Bassdrum in den Übergängen. Dieser saubere Drum-Angriff wird verstärkt durch die ausgezeichnete Begleitung der produktionstechnisch kristallklar abgetrennten, melodischen Basslinie von Neuzugang Steve Anderson, der vor Kurzem den Gründungsmitglied und Bassisten Jon Jeary ersetzt hat.

Aber so klangen auch „Hypothetical“ (2001) und „Critical Mass“ (2002). Mehr noch: Threshold haben sich sogar vereinfacht, und „Subsurface“ ist ziemlich weit entfernt von der Farbenvielfalt und Unberechenbarkeit der beiden erwähnten früheren Werke der Band. Natürlich ist auch diesmal wieder eine Mini-EP mit dabei! Das ist das über zehnminütige The Art Of Reason, das aber beim Maß an kreativer Begeisterung auf der Suche nach Witz Nummern wie Critical Mass oder Ravages Of Time nicht mal annähernd das Wasser reichen kann. Zu oft werden wir Zeugen repetitiver Motive, die reduziert und vereinfacht sind, sodass sie einfach nur auf offenem Heavy-Riffing und tausendmal befahrenen Melodien liegen, größtenteils durch einen massiven Rhythmus im mittelschnellen Tempo, was zur Monotonie und Öde der neuen Platte beiträgt. Der Gesang von Andrew „Mac“ MacDermott ist ausdrucksstark, gefühlvoll, mitreißend und geschmackvoll von mehrstimmigen Backing-Harmonien umgeben, aber was nützt es, wenn er (wieder) über bereits gehörte Linien wandert. Auch die Rhythmuswechsel und der Einsatz von Soli folgen irgendwie einer Form, die zur abgenutzten Phrase der Band wird.

Der einzige Lichtblick des Albums, den ich tatsächlich als Progressive Metal bezeichnen kann, ist der Song Pressure. Hier hauen Threshold überaus überzeugend dieses richtige, unverkennbare Feuer ihrer abenteuerlich-forschenden Seite raus, in dem auch ein schönes Maß an Unberechenbarkeit steckt.

Das Album wird definitiv alle eingefleischten Threshold-Fans glücklich machen, die mit dem aktuellen Geisteszustand der Band zufrieden sind und es deshalb mit größter Freude in ihre Threshold-CD-Sammlung einreihen werden. Dank der Treue ihrer Fans wird die Band auf den Seiten der Metal-E-Zines garantiert nur Bestnoten einsammeln. Realistisch betrachtet ist es aber ziemlich schade, denn Threshold tragen ein außergewöhnliches kreatives Potenzial in sich und können viel, viel mehr, als sie mit „Subsurface“ geboten haben. Jungs! Gönnt euch eine lange Pause, schnappt frische Luft, fahrt nach Kuba und genießt es, solange Castro noch lebt, und nach so etwa drei Jahren betretet dann wieder fröhlich die Schwelle des Aufnahmestudios.

Besetzung

Andrew “Mac” Dermott – Gesang
Karl Groom – Gitarre
Nick Midson – Gitarre
Steve Anderson – Bass
Richard West – Keyboards
Johanne James – Schlagzeug

Produktion

Karl Groom & Richard West

Tracklist

1. Mission Profile (8:15)
2. Ground Control (7:13)
3. Opium (6:48)
4. Stop Dead (4:21)
5. The Art Of Reason (10:20)
6. Pressure (5:17)
7. Flags And Footprints (4:54)
8. Static (5:07)
9. The Destruction Of Words (6:14)

Spieldauer: 58:29

DIE SPECIAL EDITION ENTHÄLT:
1. Extended booklet
2. Bonus track: What About Me (4:19)
3. Video footage and weblink to special internet content

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