Critical Mass

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Künstler: Threshold
Label: Inside Out Records
Veröffentlichung: 2002
Bewertung: 4.5/5

Also zerlegen wir, ganz nach dem Brauch des Empirismus, dem wir bedingungslos folgen und vertrauen, auch diesen Prog-Schatz. Die Gitarren sind wieder messerscharf, die Soli glaubwürdig rausgesägt, die Arpeggios wieder brillant sauber und lebendig wie der Teufel persönlich. Die Keyboards halten wie eine Art Verband perfekt Songs zusammen, die komplexer gebaut sind als auf dem Vorgänger, dabei aber ihre ganze Kompaktheit behalten. Der progressivste unter ihnen ist das gebrochene „Echoes Of Life“. In allen Songs finden wir wieder ausgeprägte, für die Band typische Refrains, die mit mehrfarbigen Gesangslinien unterlegt sind. Die sorgen für Harmonie und halten die Stimmung die ganze Zeit hoch. Die Atmosphäre in den Songs erreicht ihren Höhepunkt genau in den epischen Refrains. Genial gesampelt ist auch das Blubbern und Knarzen („Phenomenon“, „Falling Away“) der Effekte und des Metronoms, das der Rhythmuslinie Weite gibt und die Stimmung immer wieder anhebt. Mac singt fantastisch, in den ruhigen Passagen nimmt er seine Stimme zurück. Der ohnehin schon melancholischen Musik verleiht seine Stimmfarbe noch zusätzliche Melancholie. Schrecklich, wie einem das Ganze unter die Haut kriecht. Die Drums laufen an jedem einzelnen Punkt so präzise wie die genaueste Schweizer Uhr. Pedantisch und voll bilden sie zusammen mit der lebendigen, melodischen Basslinie einen herausragenden Kontrast. Die Jungs haben auch bei der Produktion ihren Höhepunkt erreicht. Wie sauber das Ganze gespielt ist und wie lebendig. Alles ist klar zu hören.

Die Verse in den Texten legen verdächtig den Gedanken nahe, dass die Jungs zur Entstehungszeit des Albums vielleicht das Buch „Die Prophezeiungen von Celestine“ gelesen haben. Ansonsten nutzen sie in den Texten ihre „grüne Sprache“ gekonnt aus, die seit dem Debüt „Wounded Land“ (1993) zu ihrem bekannten Markenzeichen geworden ist.

Der typische Threshold-Sound, gekreuzt mit neuen und frischen und deshalb authentischen Ideen. Die Magie zwischen den Bandmitgliedern ist wirklich außergewöhnlich, als würden sich die Jungs seit einer Ewigkeit kennen. Als Ganzes, was die Stimmigkeit von Poesie, Kompositionen und Produktion angeht, ist „Critical Mass“ die absolute Spitze im Progressive Metal für das Jahr 2002.

Besetzung

Andrew MacDermott – Gesang
Karl Groom – Gitarre
Nick Midson – Gitarre
Jon Jeary – Bass
Richard West – Keyboards
Johanne James – Schlagzeug

Produktion

Karl Groom & Richard West

Tracklist

1. Phenomenon (5:30)
2. Choices (8:19)
3. Falling Away (6:52)
4. Fragmentation (6:34)
5. Echoes Of Life (8:55)
6. Round And Round (5:26)
7. Avalon (4:45)
8. Critical Mass (part 1-3) (13:35)

Spielzeit: 59:56

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