Soul Mover

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Autor: Aleš Podbrežnik

Interpret: Hughes, Glenn
Label: Frontiers Records
Erscheinungsjahr: 2005
Bewertung: 3.5/5

The voice of rock strikes again! Definitiv einer der größten Rocksänger überhaupt (nicht gemessen an verkauften Platten, damit das klar ist). Nach dem klassisch hardrockig angelegten „Songs In The Key Of Rock“ (2003) hat der legendäre Musiker jetzt den Nachfolger rausgehauen, der wieder deutlich moderner daherkommt, also eher in Richtung „Return Of The Crystal Karma“ (2000). Für die Gitarre ist erneut J.J. Marsch zuständig, beim Titelsong hat außerdem Dave Navarro (Jane’s Addiction, Ex-Red Hot Chilli Peppers) die Gitarre beigesteuert. Die Band hat einen außergewöhnlichen Groove hingelegt und im selben Atemzug einen harten, stellenweise knackig-dreckigen, modernen, ordentlich funkigen Sound, in dem Glenn mit seinem superironischen Gesang gekonnt durch die Soul-Blues-Gleise steuert. Überhaupt überzeugt der lebendige Groove, was die aufgepumpt dicke, heiße Funk-Basslinie und das crunchige Wah-Wah-Gegniedel der Gitarre quer durchs Album angeht. Damit sich diese Lebendigkeit möglichst wirkungsvoll auf den Tonträger überträgt, ist die Band im Studio zusammengerückt und hat die Platte quasi als „Konzert“ im Studio eingespielt.

Die Platte ist deutlich abwechslungsreicher als ihr Vorgänger, und dadurch kommt auch die bunte Farbpalette von Glenns giftigem Gesang stärker zur Geltung. Der große Meister der Soul- und Blues-Improvisation geht auch diesmal beim Singen voll in den Anlauf und haut wieder stellenweise unverwüstliche Screams raus (Land Of The Livin‘), die in ihrer ganzen Wahrhaftigkeit einfach umhauen, veredelt mit einem schwindelerregenden Mix aus Glenns extremen Gesangsakrobatiken (Halbballade Last Mistake oder Don’t Let Me Bleed). Nicht nach links, nicht nach rechts, sondern mit Seele und Herz immer voll bei der Sache. Am Anfang schlängelt sich die Platte aufgedreht dahin (Soul Mover), dann geht es rüber zum funkigen She Moves Ghostly mit einer gewürzten Rhythmuslinie, unterfüttert von Percussion. Mit Change Yourself nehmen die Jungs den Ball wieder raus, und die Atmosphäre erreicht zum ersten Mal ihren Höhepunkt im phänomenalen Let It Go, mit ruhigem Pre-Chorus und dramatisch pulsierendem Refrain, wo Glenns außergewöhnliches Gespür für Improvisation stets die Hauptrolle spielt. Es folgt die nächste Funk-Attacke mit Dark Saga, bei der Glenn am Bass auch den Wah-Wah-Effekt einsetzt. Die eindrucksvollsten Momente der Songs sind definitiv die ausdrucksstarken Refrains, die zum wild entfesselten „Vorspiel“ meist einen phänomenalen Kontrast mit ihrer Ultra-Melodik beisteuern (Dark Star, Isolation und überhaupt der Refrain im abschließenden Don’t Let Me Bleed).

Gutsy Riffs, groovy Beat und göttlicher Gesang ergeben also ein Album, das nur so vor Begeisterung und rockerischer Potenz platzt. Musik für alle, vor allem aber für alle, die den Ausdruck der Stimme im Rock an die erste Stelle setzen. „Soul Mover“ ist eine großartige Platte, die unglaublich frisch atmet und an der eure Hörorgane auf keinen Fall vorbeikommen dürfen. Glenn Hughes, für den offensichtlich wirklich ein neuer Frühling begonnen hat, beweist damit nur, dass er von Jahr zu Jahr jünger und noch verrückter wird, und ein Ende dieser positiven Verwandlung bzw. Erneuerung ist nicht in Sicht. Ein Mensch, bei dem es reicht, den Mund aufzumachen, und alles, was da rauskommt, klingt so überzeugend, dass man kaum noch einen Vergleich findet. Von jemandem zu sagen, er sei in wirklich jedem rockigen Gewand unschlagbar, fällt schwer. Und Glenn Hughes beherrscht genau das bis zur Perfektion.

Besetzung

Glenn Hughes – alle Vocals, Bass und „Black Fuzz“-Gitarre auf „High Road“
J. J. Marsh – Gitarre
Ed Roth – Keyboards
Chad Smith – Schlagzeug, Percussion
Dave Navarro – Gitarrensolo auf „Soul Mover“ und Gitarrenintro auf „She Moves Ghostly“

Produktion

Glenn Hughes, Chad Smith & Fabrizio Grossi

Tracklist

1. Soul Mover (4:36)
2. She Moves Ghostly (5:22)
3. High Road (5:01)
4. Orion (4:22)
5. Change Yourself (4:33)
6. Let it Go (7:08)
7. Dark Star (3:54)
8. Land of the Livin‘ (Wonderland) (5:01)
9. Isolation (4:43)
10. Miss Little Insane (4:24)
11. Last Mistake (5:12)
12. Don’t Let me Bleed (7:38)

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