Sechzig Jahre Tomaž Domicelj (2008)

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Ort: Studio 14/Radio Slovenija/Ljubljana
Konzertdatum: 10.03.2008
Besucherzahl: 60
Ticketpreis: 0

Was soll man über jemanden wie Tomaž Domicelj noch groß sagen? Ich denke, er beschreibt sich über seine Musik und seinen Humor ganz gut selbst, da muss ich mich nicht lang und breit über seine Bedeutung und seine Verdienste auslassen. Einer, der sich über vierzig Jahre in der Szene hält, dabei seinen Humor und bis zu einem gewissen Grad sogar seine Bescheidenheit behält, verdient auf jeden Fall Aufmerksamkeit und Respekt. Das Konzert im Studio 14 der RTV Slovenije hat Tomaž selbst auf die Beine gestellt, um zusammen mit seinen Bekannten, Kollegen und Zuhörern seinen sechzigsten Geburtstag zu feiern.

Durch den besonderen Abend führte Dragan Bulič, der praktisch alle großen (sprich: bekannten) slowenischen Musiker kennt. Etwas peinlich wurde es, als er im Zusammenhang mit Tomaž gleich mehrfach falsche Angaben machte. Man sollte meinen, dass jemand von seinem Kaliber und Ruf sich nicht solche Schnitzer leistet und sich besser aufs Konzert vorbereitet. Trotzdem wurde das Ganze am Ende eher lustig, denn Dragan und Tomaž sind gute Freunde und Tomaž hat ihn beharrlich korrigiert. Man könnte auch sagen, dass dadurch alles spontaner und weniger einstudiert wirkte. Und wenn Herr Bulič gerade keine Fragen stellte, bekamen wir eine herausragende Bühnenshow von Domicelj geboten, der mit seinem bissigen Humor immer für gute Laune sorgt.

In seinen Auftritt hat Tomaž Musik aus seiner gesamten Karriere gepackt, von den Anfängen im Jahr 1967 bis hin zur jüngeren Phase und zum unabhängigen Slowenien. Offenbar ist es ihm völlig egal, ob er alte oder neue Songs spielt. Alles klang gleich überzeugend. Aber wir hörten nicht nur die Musik von Tomaž Domicelj. Hin und wieder gab es auch Stücke, an deren Entstehung Domicelj beteiligt war, die aber auf keinem seiner Alben zu finden sind. So kamen wir zu Jan Plestenjak, Neda Ukraden, Alfi Nipič und noch ein paar anderen. Der Jubilar hat nämlich schon mit so vielen Musikern zusammengearbeitet, dass es sich gar nicht lohnt, sie alle aufzuzählen.

Ich finde, dass Herr Domicelj auch als Gitarrist etwas unterschätzt wird. Von ihm kriegst du vielleicht keine wilden Soli oder sonst etwas, bei dem dir der Atem stockt, aber sein Spiel ist für dieses Genre und diese Musik überdurchschnittlich. Die Melodien fließen, grobe Patzer gibt es keine. Sein wichtigstes Instrument ist natürlich seine raue Stimme, die so ziemlich jeder Slowene, ob jung oder alt, kennt. Der Grund, warum Tomaž manchen nicht gefällt, liegt meistens genau in dieser Stimme, die auf manche Leute eine negative Wirkung hat. Ich persönlich mochte Sonderlinge schon immer, und so ist es auch bei Tomaž, aber ich verstehe durchaus Leute, die meine Meinung nicht teilen. In dieser Hinsicht könnte man ihn wohl mit Bob Dylan vergleichen, dessen Gesang ebenfalls Thema vieler Debatten ist. Aber damit enden die Parallelen noch nicht. Ähnlich wie Dylan war auch Domicelj immer für seine Liebe zur Mundharmonika bekannt, die sein Soloinstrument ist.

Wir, die wir zum Konzert gekommen waren, haben nicht nur gute Musik genossen. Tomaž sorgte nämlich auch dafür, dass wir Besucher ein paar Leckereien abbekamen. Es gab drei Sorten Torte und dazu Champagner. Der Jubilar hatte offensichtlich an alles gedacht. Selbst wenn jemandem die Musik nicht gefallen hätte, wäre er trotzdem zufrieden gewesen, denn er bekam Essen und Trinken und konnte mit vollem Bauch nach Hause gehen.

Sechzig Jahre Tomaž Domicelj war für mich ohne Zweifel ein gelungenes Event, das noch etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Trotzdem war ziemlich viel Publikum da. Viele sind bis ganz zum Schluss geblieben, aber das sage ich nur nach Aussagen anderer, denn ich selbst habe es nicht bis zum Ende ausgehalten (manche von uns sind schon in dem Alter, in dem einen der Schlaf schnell übermannt). Sehr wahrscheinlich hat Tomaž Domicelj noch nicht alles gesagt, und wir werden ihn noch viele Jahre auf slowenischen und europäischen Bühnen sehen können. Wenn er sich wenigstens einen Teil der Energie bewahrt, die er jetzt hat, muss man sich darum keine Sorgen machen.

Besedilo: Rok Podgrajšek
Fotografije: Jani Lah

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