Samstags-Thrash-Matinee in der Gromka! (2015)

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Autor: Rok Klemše
Fotos: Nina Grad

Ort: Gromka, Metelkova
Konzertdatum: 14.03.2015

Die Gromka ist in die diesjährige Saison mit neuen organisatorischen Verstärkungen eingetreten, die künftig für regelmäßige (monatliche) Metal-Events sorgen sollen. Nichts Besonderes, könnte man sagen – was durchaus stimmt –, aber an kleineren Underground-Events in Löchern wie der Gromka mangelt es gemessen an den zahlreichen Konzerten klangvollerer Namen. Den vergangenen Samstag lockte ein Thrash-Trio nach Metelkova – ein Drittel Thrash-Nachwuchs, ein Drittel ausländische Kräfte und ein Drittel heimische Thrash-Veteranen.

Die Ehre, das verhältnismäßig gut besuchte Konzert zu eröffnen, hatte das Ljubljana-Grosuplje-Gespann Sober Assault, das sich langsam und fleißig Bühnenerfahrung aufbaut. Die Jungs legten los mit einem brutal ausgerichtetem Thrash Metal, der stellenweise an Sepultura und die frühen Slayer erinnerte. Für die Band spricht das Selbstbewusstsein, das von der Bühne ausstrahlt, die gute Eingespieltheit, die auch durch technische Probleme nicht ins Wanken geriet, und auch in den Soloausflügen wissen sie sich zu helfen – vor allem Gitarrist David greift da geschickt zu. Dazu kümmert er sich noch um ein solides Gesangsgespann mit Enej; das Duo spuckt einen abwechslungsreichen Doppelgesangsangriff aus, der angesichts der Rohheit und Aggressivität von Sober Assault ordentlich mit dem Wind der Ursprünglichkeit und Primitivität durchgefegt wird.

Die Freundschaft zwischen den Bands hat Früchte getragen. Weil Enclave unsere Eruption schon in Wien zu Gast hatten, war es Zeit, dass unsere Jungs den Österreichern den Gefallen zurückgeben. Die haben die Einladung mehr als offensichtlich gerne angenommen – schon während Sober Assault hatte mindestens die Hälfte der Band die vordersten Reihen besetzt und tatkräftig den Thrash-Nachwuchs angefeuert. Enclave präsentierten in guten einer halben Stunde ihre Vision von Thrash, angereichert mit Heavy-Metal-Elementen, am überzeugendsten war aber Sänger und Bassist Rainer (Horns of Hattin). Warum? Erstens wegen der Skull-Mütze und zweitens wegen des Fretless-Basses, der für ein paar knochenerschütternde Slides gesorgt hat. Nicht so überzeugend wie DiGiorgio, aber auf jeden Fall eine schöne Abwechslung, die – mangels allzu origineller Riffs – die Monotonie und leichte Eintönigkeit des Ganzen aufbricht. Aber wenn man bedenkt, dass gute österreichische Metal-Bands noch schwerer zu finden sind als italienische, waren Enclave eine echte angenehme Überraschung, und den möglichen Mangel an einer stärkeren eigenen Handschrift kaschieren sie erfolgreich mit echter Bühnenenergie, die sie mühelos auch auf das Publikum übertragen haben.

Nach mehrmonatiger Winterstarre sind die Meister des slowenischen Thrash, Eruption, endlich wieder auf die Bühnen zurückgekehrt – diesmal erneuert und verstärkt. Tim Tajić ist nämlich vor kurzem aus der Band ausgestiegen, das Bühnenmaskottchen und die Konzert-Energiebombe schlechthin, aber fürs Überleben muss man manchmal auch die besten Krieger opfern. Trotzdem braucht man sich ums Überleben von Eruption keine Sorgen zu machen, denn ihre Reihen hat eine der besten Gitarrenkräfte hierzulande verstärkt: Grega Kamenšek (ex-Crossbreed, Gonoba). Grega hat erneut bewiesen, dass er ein wirklich exzellenter Gitarrist ist – mit Eruption hat er die Bühne nach nur wenigen Proben gestürmt. Trotz anfänglicher Zurückhaltung war mehr als deutlich zu spüren, dass er nach Bühnen ausgehungert ist, und dasselbe gilt für alle Eruption-Jungs, die nach einer mehrmonatigen Bühnenpause in der Gromka diesmal wie ein Vulkan ausgebrochen sind. Ihre Topform haben sie erneut bestätigt: bei hervorragendem Sound hat vor allem Teglas Schlagzeug die Wände erschüttert – genau das ist das i-Tüpfelchen, das Eruption erst rund macht; die anspruchsvolle Aufgabe hat Čuk mit dem kleinen Finger der linken Hand gemeistert, der vorerst den Großteil der Soloausflüge übernommen hat; Škof hat mit einem soliden Fundament die Mägen erschüttert, während Buco mit hohen Schreien, Thrash-Gebelle und Growl-Ausflügen die Trommelfelle zerrissen hat. Eruption haben die Feuertaufe mit dem neuen Mitglied mit »flying colours« bestanden – und es wird wirklich spannend zu hören sein, wie sich die kreative Zusammenarbeit mit Grega in Zukunft entwickelt. Seine melodischen Riffs und die »Annihilator-artigen« Soli, an die wir uns noch aus Crossbreed erinnern, können in Verbindung mit den brutaleren Stilen von Čuk und Tegla höchst interessant wirken. Mit offenen Armen und Ohren warten wir also auf neues Material!

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