Rogues En Vogue

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Interpret: Running Wild
Label: G.U.N. Records
Veröffentlichung: 2005
Bewertung: 1.5/5

„Rogues en Vogue“ müht sich, den angeschlagenen Ruf der Band wiederherzustellen, nach dem totalen Schiffbruch der Band mit “The Brootherhood“ (2002). Von der Stanzmaschine über fantasielose Riffs bis zu unlogischen Halbtonwendungen mitten in aufgebauten Melodiemotiven, die oft an fünftklassige Judas Priest aus den frühen Achtzigern erinnerten, oder an irgendwelche frühen W.A.S.P. Kurz: eine komplette Degradierung des Bandnamens, schlimmer geht’s nimmer. Soli, die man tausendmal gehört hat, die Produktion scharf, flach und nur darauf getrimmt, die hohen Töne abzudecken, ein reines Trümmerfeld von Platte.

Diesmal sind die längeren, geschmackvollen Soli zwar wieder da. Genauso ausdrucksstark und klanglich voll sind die Dreiklang-Harmonien und noch ein ganz wichtiges Running-Wild-Markenzeichen: extrem schnelles „Picking“ (englisch Picking, lies: Zupfen) über die Gitarrenriffs. Skeleton Dance ist der erste Song, der all diese klassischen Running-Wild-Gewürze mitbringt. Der Gitarrensound ist scharf und lebendig, das Riffing massiv, der Bass füllt die tieferen Farbtöne des Klangbilds genau so, wie es sein muss. Soul Vampires ist ein lebendiges Beispiel für Letzteres. Verblüffend frisch sind auch wieder einige hymnische Gesangschöre in den Refrains (Draw The Line, Soul Vampires). Produktionstechnisch ist „Rogues en Vogue“ eigentlich nichts Besonderes, aber im Vergleich zu ‚The Brootherhood‘ kann man wirklich aufatmen, denn das Kaschieren von Rolfs Computergefummel, was das Programmieren der Drums angeht, ist bisher am besten gelungen. Den Samples fehlt aber die Tiefe, die nur Drums aus Fleisch und Knochen bringen können. Im Booklet ist trotz der programmierten Drums als Studiodrummer Matthias Liebetruth aufgeführt, den sich Rolf sonst für die Running-Wild-Touren ausleiht.

Die Piratenlieder kommen irgendwie doch zurück. Running Wild bemühen sich, in alten Noten herumzustochern. Respektvoll ist es aber nicht, „Rogues En Vogue“ mit dem Running-Wild-Erbe zu vergleichen, das „Rivalry“ (1998) abrundet. Dem Erbe gegenüber ist es nicht respektvoll. Alles hängt vom launischen Rock’N’Rolf ab, was in Zukunft mit Running Wild passiert. „One Man Band“ bleiben oder endlich von den Toten auferstehen? Und wieder Metal sein! 

Besetzung

Rock ‚N‘ Rolf – Gesang, Gitarren
Peter Pichl – Bass
Matthias Liebetruth – Schlagzeug

Produktion

Rock’N’Rolf

Tracklist

1. Draw The Line (04:13)
2. Angel Of Mercy (04:47)
3. Skeleton Dance (04:28)
4. Skulls & Bones (06:23)
5. Born Bad, Dying Worse (04:19)
6. Black Gold (04:18)
7. Soul Vampires (03:57)
8. Rogues En Vogue (04:48)
9. Winged & Feathered (05:16)
10. Dead Man’s Road (03:36)
11. The War (10:40)

BONUSSONGS DER SPECIAL EDITION:
12. Cannonball Tongue (4:01)
13. Libertalia (3:47)

Spielzeit: 56:45

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