Place Vendome
Künstler: Place Vendome
Label: Frontiers Records
Veröffentlichung: 2005
Bewertung: 3.5/5
Alle Untröstlichen, die den guten alten Helloween-Kreischer Michael Kiske vermissen, hehe,…. Der Typ ist wieder da! Wie verhext! Während Deris, der sich von seiner Stammband Pink Cream 69 zu Helloween davongeschlichen hat, um den abgehauenen Kiske zu ersetzen, singt Kiske in neuer Version beim Projekt Place Vendome mit den Mitgliedern von Pink Cream 69. Wie das Schicksal manchmal witzig mit uns spielt, was? Zur Besetzung kommt nur noch der erstklassige Keyboarder Günther Werno dazu, der sonst bei den deutschen Prog-Metal-Größen Vanden Plas in die Tasten haut.
Place Vendome sind ganz hervorragender AOR-Melodic-Hard-Rock! Offenbar ist der Bergadler für die Deutschen, mit einem kein bisschen beeindruckenden, uninspirierten Albumcover, ansonsten unglaublich inspirierend. Klar ist der Stil früher „Eighties“, aber die Produktion ihres „Rompompoms“ (des Studiosounds) ist roh und lebendig. Also deutsch. Du kannst es nicht verfehlen. Die Musik bietet kunstvoll gebaute, sangliche Songs mit großen Melodien, die schnell unter die Haut gehen. Kiskes großartige Stimme hat endlich, aber wirklich endlich, wieder den Weg dorthin gefunden, wo ihr Platz ist. Druckvoller, „cleaner“ Gesang mit phänomenalem Umfang, in jeder einzelnen Passage erstens klar erkennbar und zweitens durchgehend gleich entschlossen kraftvoll, passt in so ein Genre am allerbesten. AOR-Melodic-Hard-Rock braucht einen Sänger, der satte 100% Melodie in die Musik bringt. Das ist Michael. Und dazu packst du an den passenden Stellen nur noch eine bunte Palette an „Backing-Vocal“-Linien, und das war’s! Gänsehaut, trotz des Minimalismus der Refrains, definitiv garantiert (ein schönes Beispiel dafür ist auch das letzte Phenomena-Album „Psycho Fantasy“). I’ll Be Waiting, Magic Carpet Ride und The Setting Sun sind die schönsten Nummern unter allen Songs.
Wie immer in solchen Fällen muss man auch diesmal wieder betonen, dass das Zusammenspiel der Musiker fantastisch ist und die Chemie beeindruckt. Die Rhythmusfraktion kompakt und druckvoll, die Gitarrenriffs einfach, offen, ohne Schnickschnack, die Soli fließen grandios hinein, Spiel mit vollem Adrenalin in den Adern, und Werno gibt der Band mit den Keyboards genau die richtige symphonische Note, und so bekommt der Sound die echte „Rock“-Breite. Place Vendome zeichnet Erfahrung aus! Mit ihr kommen Mut und Entschlossenheit im Spiel, die man auf der Platte wirklich mühelos spürt. Die Dynamik des Albums fällt nicht ab, und das Album endet auf hohem Niveau mit der klassischen AOR-Schönheit Sign Of The Times, wo Kiske auf ganzer Linie glänzt.
Also, Journey- und Foreigner-Fans: Ihr könnt euch wirklich freuen, dass ihr eine Annäherung an diese beiden Bands in deutscher Version bekommen habt. Keine Sorge. Place Vendome mit Kiske, der nicht ein Krümelchen seiner früheren Gesangsgröße eingebüßt hat, sind genau das Richtige. Jetzt aber ab ins Auto, Platte rein, die „Braut“ angeschnallt und „Vollgas“ dem tollen AOR-„Rally“ entgegen!!!
Besetzung
Michael Kiske – Gesang
Uwe Reitenauer – Gitarre
Günther Werno – Keyboards
Dennis Ward – Bass
Kosta Zafiriou – Schlagzeug
Produktion
Dennis Ward
Tracklist
01. Cross The Line
02. I Will Be Waiting
03. Too Late
04. I Will Be Gone
05. The Setting Sun
06. Place Vendome
07. Heavens Door
08. Right Here
09. Magic Carpet Ride
10. Sign Of The Times
Spielzeit: 46:08