Only Human
Autor: Aleš Podbrežnik
Künstler: Vega
Label: Frontiers Records
Veröffentlichung: 2018
Spielzeit: 53:18
Bewertung: 4/5
Und hier ist auch schon das fünfte Studioalbum der britischen Melodic-Rock-Sensation Vega. Das fünfte in knappen acht Jahren Bandgeschichte. Dass die Truppe aus einer Garde extrem erfahrener, exzellenter und hochtalentierter Musiker besteht, die in ihren Karrieren Kilometer um Kilometer abgespult haben und deshalb mit allen Wassern gewaschen und voller Routine sind, ist längst keine Neuigkeit mehr.
Nach dem Album ‘Who We Are’ haben Vega in den Jahren 2016 und 2017 ordentlich live gespielt, waren mit Magnum und Dan Reed Network auf Tour und standen auch auf einigen renommierten Festivals, unter anderem: Steelhouse, Planet Rock’s Winter’s End, Hard Rock Heaven AOR5, Nordic Noise, Amplified in Rockingham. Am 01.10.2016 traten sie in Padua beim Festival Melodic Rock Night auf, außerdem spielten sie eine ganze Reihe von Konzerten in Großbritannien und auf dem europäischen Festland. An Rückzug ist also nicht zu denken. Die Chemie zwischen den Bandmitgliedern stimmt, und so entstehen immer wieder neue musikalische Ideen.
Only Human ist damit ein typisches Vega-Album. Hochansteckend, geht sofort unter die Haut. Ultramelodisch. Mit stimmungsvollen Höhepunkten in den Refrains, reich bestückt mit Gesangsharmonien und, was die Kulisse der musikalischen Begleitung angeht, mit einem hervorragenden Gleichgewicht aus dem markanten Dialog von Keyboards und Gitarrenphrasen. Im Grunde werden damit alle Anhänger der Band glücklich sein, ebenso wie die Fans der britischen AOR-Schule und des melodischen Rock. Mit dem neuen Material überraschen Vega zwar in keiner Weise mehr. Dafür bestätigen sie erneut ihr geschicktes Jonglieren mit Produktion und Songwriting in einem Genre, das 2018 inhaltlich eigentlich längst ausgesungen ist – aber wenn man das »schon Gesagte« wieder meisterhaft neu verpacken und servieren kann, ist das kein Hindernis. Und in diesem Handwerk sind Vega echte Meister, die mit Leichtigkeit überzeugen.
»Only Human« ist ein astreines »Party«-Album. Von Kopf bis Fuß. Optimistisch und positiv gestimmt. Vom Opener mit dem vielsagenden Titel Let’s Have Fun Tonight bis zum Ausklang des Albums mit dem abschließenden Go To War. Nur Zuckerguss gibt es aber nicht. Vega haben eben dieses verinnerlichte inselbritische Gespür für markante Melancholie, mit dem sie ihren Pomp in echtes Dramatheater kippen lassen können, was die dramatische Ausstrahlung des mittelschnellen Mess You Made schön verkörpert.
Die Songs werden wieder von der unglaublich autoritären, markanten, in allen Lagen ausdrucksstarken und kraftvollen Stimme des exzellenten Nick Workman angeführt. Ein Charakter, der eigentlich der erste große Magnet für Melodic-Rock-Fans ist, auch auf dem neuen Vega-Album »Only Human«. Die Kompositionen sind in den Phrasen ideenreich genug und setzen in Produktion und Arrangement mit effektiver Vollblütigkeit auf ein hohes Maß an bombastischer Zupackkraft, auf der das neue Album die ganze Zeit wie auf einer Riesenwelle reitet. »Only Human« ist für die Band zum fünften Mal ein echter Volltreffer, und die Fans haben das Album ohne langes Nachdenken sofort, als es möglich war, in ihre private CD-Sammlung gestellt.
Besetzung
Nick Workman – Gesang, Backing Vocals, Akustikgitarre
Tom Martin – Bass
Marcus Thurston – Gitarre
James Martin – Keyboards
Mikey Kew – Gitarre, Backing Vocals
Martin ‘Hutch‘ Hutchinson – Schlagzeug
Produktion
Vega
Tracklist
1 Let’s Have Fun Tonight
2 Worth Dying For
3 Last Man Standing
4 Come Back Again
5 All Over Now
6 Mess You Made
7 Only Human
8 Standing Still
9 Gravity
10 Turning Pages
11 Fade Away
12 Go To War