Morrison Hotel

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Interpret: Doors, The
Label: Atlantic Records
Veröffentlichung: 1970
Wertung: 4/5

Das fünfte Studioalbum „Morrison Hotel“ ist zweifellos die Rückkehr der guten alten The Doors. Keine ewig langen Songs, keine Rezitation, keine revolutionären Sagas. Stattdessen gibt’s rohen Bluesrock-Sound, der das orchestrale Experimentieren des Vorgängers „The Soft Parade“ hinter sich lässt. Diesmal sind alle Texte ein Meisterstück von Jim Morrison, fügen sich stimmig zu einem Ganzen zusammen und führen uns in die Traumversprechen und Albträume des damaligen Amerikas. Kritiker wie Publikum haben das Album mit offenen Armen aufgenommen, und bis heute gilt es als eines ihrer besten Meisterwerke, weil es zu ihren wahren Wurzeln zurückkehrt.

„Roadhouse Blues“ eröffnet unsere Reise mit optimistischem Ton. Auch wenn uns ein spaßiges Abenteuer garantiert ist, sollten wir nicht vergessen, aufmerksam auf die Straße zu schauen und das Steuer fest in der Hand zu halten, denn jedes Abenteuer bringt Freude und genauso Gefahr. Während uns The Beatles „let it be“ predigten und The Rolling Stones „let it bleed“, riet uns Morrison zu „let it roll“. Das ist definitiv einer der bekanntesten Songs des Albums, an Coverversionen herrscht jedenfalls kein Mangel. „Waiting fot the Sun“ wurde zwar für ihr drittes Studioalbum mit gleichem Titel geschrieben, taucht aber erst auf diesem Album auf. Wieder so ein klassischer The-Doors-Song mit der Mystik der frühen Jahre. Der Text soll auf den sogenannten American Dream anspielen, der sich natürlich nie erfüllt. Bei „You Make Me Real“ könnte man sagen, dass das Haltbarkeitsdatum längst abgelaufen ist, denn die Strophen klingen nach frühen Beatles, doch der sich wiederholende Refrain erinnert uns trotzdem an „roll, baby, roll“. „Peace Frog“ stammt aus Morrisons Original „Abortion Stories“ und ist ein dynamischer Mix aus seiner persönlichen Geschichte mit einem Hauch politischem Kommentar. Ein funkiger Gitarrenrhythmus führt uns in „Blue Sunday“, eine von vielen Liebesballaden. „Ship of Fools“ und „Land Ho!“ stehen für neue Abenteuer. „Ship of Fools“ zeigt uns das endgültige Schicksal einer untergehenden Rasse, „Land Ho!“ beschreibt weiter die stolzen Hoffnungen und Träume der Pioniere, die als Erste in Amerika ankamen. Die im Song erwähnten Schiffe beziehen sich wohl auf Nina, Pinta und Santa Maria. Die stimmungsvolle Atmosphäre, die Klavier und Gitarre hervorragend aufbauen, und Morrisons Gesangspausen in „The Spy“ zeigen uns: Wir können unsere Träume, Worte und Ängste vor niemandem verstecken, denn früher oder später erfahren die Leute doch davon. „Queen of The Highway“ ist Morrisons Freundin Pamela gewidmet, gefolgt von der schlichten, aber ästhetisch perfekten Ballade „Indian Summer“. Die Reise beschließt die langsame „Maggie M’Gill“, in der wieder das Thema des ganzen Albums auftaucht, „roll on“ – unsere Aufgabe ist es, das Leben, das wir leben, so gut wie möglich zu nutzen, egal wie bizarr oder gewöhnlich es ist, und dabei so viel Spaß wie nur geht zu haben.

Besetzung

Jim Morrison: Gesang
Ray Manzarek: Keyboards
Robby Krieger: Gitarre
John Densmore: Schlagzeug

Produktion

Paul A. Rothchild

Tracklist

1.Roadhouse Blues
2.Waiting For The Sun
3.You Make Me Real
4.Peace Frog
5.Blues Sunday
6.Ship Of Fools
7.Land Ho!
8.The Spy
9.Queen Of The Highway
10.Indian Summer
11.Maggie M’Gill

Laufzeit: 37.05

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