Balance

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Autor: Jernej Vene

Interpret: Van Halen
Label: Warner Bros. Records
Erscheinungsjahr: 1995

Balance ist das elfte Album der ultrapopulären Heavy-Metal-Vierer Van Halen aus Kalifornien. Seit ihrem Debüt 1978 haben sie einen langen Weg zurückgelegt. Beim ersten flüchtigen Hören von Balance wurde ich das Gefühl nicht los, das meiste schon auf ihren früheren Alben gehört zu haben. Trotzdem muss ich dir sagen: Balance ist eine Platte, die nicht sofort ins Ohr geht, abgesehen von ein paar Hits. Und von denen gibt es auf dieser Scheibe einige, meiner bescheidenen Meinung nach mindestens vier. Produziert wurde Balance von Bruce Fairbairn, bekannt von seiner Arbeit mit Aerosmith, AC/DC, Scorpions und Bon Jovi. Den Jungs von Van Halen fehlt es weder an Energie noch an Liebe zur Musik, und an Geld natürlich auch nicht. Große Probleme hatte in den vergangenen Jahren vor allem Gitarrist Eddie, denn der Alkohol war seine Schwachstelle. Eddie sagt, Gott habe jedem Erdenbürger bei der Geburt eine Flasche Schnaps geschenkt, die für das ganze Leben reichen soll. Leider hat Eddie seine viel zu schnell geleert, sodass er sich ein paarmal Hilfe holen musste, vor allem in der berühmten Betty-Ford-Klinik. Alle Songs für das neue Album haben Van Halen in ihrem hauseigenen Studio aufgenommen, das nach ihrer berühmten Platte 5150 benannt ist. Zum ersten Mal haben sie auch erlebt, wie es ist, richtig mit einem Produzenten zu arbeiten, der nicht einfach im Studio rumhing und stoisch ihre Starallüren ertrug. Bruce Fairbairn hat sie buchstäblich angetrieben und zur Arbeit gezwungen, ohne ihnen dabei die künstlerische Freiheit zu nehmen. Die Texte stammen größtenteils von Sänger Sammy Hagar und handeln von glücklicher und unglücklicher Liebe sowie von den Fallstricken des Lebens im Allgemeinen. Die Aufnahmen zu Balance begannen im Juni 1994, fertig war die Platte schon im Oktober. Trotz dieses schnellen Aufnahmeprozesses findest du auf Balance von Van Halen all ihre klanglichen Markenzeichen. Du erkennst sofort den Sound von Eddies Gitarre und natürlich seine Spielweise, den bombastischen Bass und die hohen Backing Vocals von Michael Anthony, den einzigartigen Drumsound von Alex Van Halen und den hervorragenden Gesang samt Gebrüll von Sammy Hagar. Van Halen hatten für Balance mehr als zwanzig Songs vorbereitet, doch anders als sonst, wo die Stücke planvoll ausgewählt werden, kamen diesmal einfach die zwölf aufs Album, die als Erste fertig waren. Erstmals in ihrer Karriere ist auch ein längeres Instrumental dabei, dazu noch zwei kürzere. Diesmal hat Eddie Van Halen nicht viel an den Keyboards gespielt, sondern sich mehr der Gitarre gewidmet. Auf Balance findest du alles, wofür man ihn kennt. Von Tapping-Technik über Bluessoli bis hin zu Vibrato-Missbrauch und wildem Gewüte auf den Saiten, das alles wartet auf dem aktuellen Album der Vierer von Van Halen auf dich. Der Song Amsterdam handelt von einem nächtlichen Spaziergang durch diese wunderschöne Stadt, und in Big Fat Money hat Eddie ein herrliches halb jazziges Solo hingelegt. Van Halen greifen auf Balance auf einige schon bekannte Kompositionskniffe zurück, aber man kann beileibe nicht sagen, dass sie damit jemandem etwas weggenommen hätten, außer sich selbst. Balance fällt nicht sofort ins Ohr, du musst es dir mindestens viermal richtig konzentriert anhören, denn neben dem leicht veränderten Gesamtsound der Band findest du darauf auch Klänge, die sie vorher nicht benutzt haben. Mit Balance sind Van Halen damals definitiv mitten im modernen Rock geblieben.

 

 

Besetzung

Sammy Hagar – Gesang, Backing Vocals
Eddie Van Halen – Gitarre, Keyboards, Backing Vocals
Michael Anthony – Bass, Backing Vocals
Alex Van Halen – Schlagzeug, Backing Vocals

Produktion

Bruce Fairbairn

Tracklist

01. The Seventh Seal(5:18)
02. Can’t Stop Lovin‘ You (4:07)
03. Don’t Tell Me (What Love Can Do)(5:56)
04. Amsterdam (4:45)
05. Big Fat Money (3:57)
06. Strung Out (1:29)
07. Not Enough (5:13)
08. Aftershock (5:29)
09. Doin‘ Time (1:41)
10. Baluchitherium (4:05)
11. Take Me Back (Deja Vu)(4:43)
12. Feelin‘ (6:36)

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