Metal Camp 2012 – der vierte Tag!
Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik, Jerneja Jerak
Ort: Tolmin (Zusammenfluss von Tolminka und Soča) / Slowenien
Konzertdatum: 09.08.2012
Besucherzahl: 12.000
Kartenpreis: 107,00€ (Dreitageskarte) / 142,00€ (Siebentageskarte)
Der vierte Tag des diesjährigen Metal Camp 2012 Festivals brach an – ein Festival, das wir in Zukunft nie wieder unter dem Namen »Metal Camp« verfolgen werden! Der vierte Tag war eigentlich der einzige Tag des Festivals, an dem das Wetter drohte. Mitten am frühen Mittag verdüsterte sich der Himmel, die Wolken ballten sich zu einer undurchdringlichen Masse zusammen, und das Gelände wurde von einer Graufärbung überzogen, die gefährlich nach Regen roch. Und tatsächlich. Wenige Minuten vor vier Uhr nachmittags, also kurz bevor der erste Act der Hauptbühne des Festivals auf die Bühne trat, die österreichischen Black/Death-Metaller Warcult, schlug ein Regenguss los, der sich zog und zog. Wenn sich der Horizont über dem Tolminer Zusammenfluss zuzieht, passiert es oft, dass sich eine solche Wolke dort festsetzt und sich nicht von der Stelle bewegt, trotz der sprichwörtlich schnellen Vergänglichkeit von Sommergewittern. So lauschte ich der Band einfach vom Zelt aus – das Fotoequipment ist schlicht zu teuer, um es wegen Warcult dem Regen auszusetzen. Warcult klingen beim Hören ziemlich generisch, und man kann eigentlich kaum etwas herausfiltern, das auch nur einen Hauch von Authentizität hätte. Eine Band, der es kompositorisch noch an Charisma mangelt – da müssen sie noch ordentlich in die Hände spucken, damit ihre Konzerte beim beliebigen Konsumenten der extremeren Metal-Spielarten einen tieferen Eindruck hinterlassen.
Vor Before the Dawn scherzte der Tontechniker auf der Bühne beim Mikrofoncheck, ganz im Stil des typisch skandinavischen zynischen Humors: »Whay is it raining today?« Das wirkte natürlich sehr lustig, gleichzeitig aber auch beunruhigend. Der Regen ließ jedoch in den ersten Minuten des Auftritts der Finnen Before the Dawn nach, was bedeutete, dass sich die Front vor der Bühne zumindest genug füllte, um der Band konkrete Unterstützung zu zeigen. Before the Dawn, die jahrelang in der finnischen Metal-Underground-Szene dahinvegetierten – als Soloprojekt von Bandkopf und -chef Tuomas Saukkonen –, haben sich auf der internationalen Bühne endgültig etabliert, nachdem sie einen Vertrag mit dem deutschen Label Nuclear Blast Records abgeschlossen hatten, bei dem sie das Album »Deathstar Rising« (2011) veröffentlichten. Angespornt durch einen glücklichen Lauf der Dinge, endgültig zum Quartett herangewachsen, das mit der erkämpften Glaubwürdigkeit jederzeit auch für Konzertauftritte tauglich ist, bestätigten Before the Dawn ihre ausgezeichnete kreative Chemie im laufenden Jahr mit dem frisch veröffentlichten Studioalbum, ihrem siebten insgesamt, das den Titel »Rise of the Phoenix« trägt. Ein Titel, der zur Saga der Band von ihrer Gründung 1999 bis zum heutigen Tag passt. Before the Dawn haben beim Festival mit ihrem Auftritt bestätigt, dass sie eine gelungene Mischung aus ausgefeiltem Charisma und interpretatorischem Gespür für Elemente des melodischen Death Metal, Gothic- und Doom-Einflüsse bieten. Sie überzeugten mit ihrer Kompaktheit, zerstörerisch schwer wogenden Riffs und der ausgezeichneten vokalen Brutalität von Tuomas Saukkonen, der den Großteil des Auftritts mit dem linken Fuß auf dem Monitor und »fest gefesselt« am Mikrofonständer verbrachte. Unterlegt von einer Kulisse aus Synthesizer-Elementen (z.B. Setlist-Nummern wie Wraith, Pitch Black Universe). Nach dem Gesehenen und Gehörten lassen sich Before the Dawn damit ohne Weiteres zu den interessanteren Namen zählen, die in Zukunft noch wachsen und mehr Publikumszuspruch gewinnen können.
Grand Magus gehen einen ähnlichen Weg wie zuvor Before The Dawn, nur dass sie das Eis etwas früher durchbrochen haben. Vor allem dank des Albums »Hammer Of The North« (2010), das sie auf die Weltkarte gesetzt hat. Vor allem nachdem Grand Magus erfolgreich die europäische Festival-Palette im Jahr 2010 abgegrast hatten, folgte darauf noch das Privileg, als Vorband von Motorhead auf der Europa-Tournee des eisernen Trios im Herbst/Winter 2010 dabei zu sein! »Hammer Of The North« brachte einige unsterbliche Hymnen hervor, die zu besonders beliebten Konzertfavoriten wurden. Die angespornte Band behielt mit dem Wechsel von Roadrunner Records zu Nuclear Blast Records ihren kreativen Schwung und veröffentlichte im laufenden Jahr ihr neues Studioalbum »The Hunt«, das sie auch ausgiebig beim diesjährigen Metal Camp Festival vorstellte. Das Trio aus dem schwedischen Stockholm, angeführt vom charismatischen Vokalisten und Gitarristen Janne »JB« Christoffersson, begleitet von Bassist Fox und Schlagzeuger Ludwigg »Ludde« Witt, beeindruckte die Anwesenden erneut mit seiner spöttisch direkten Dosis Metal-Urgestein und Rohheit – das Wesentliche liegt in der urwüchsigen Gitarrenfigur, eingehüllt ins Erbe der festgezurrten Schulregeln des Metal. JB, der beim Metal Camp im exakt gleichen T-Shirt auftrat wie vor zwei Jahren beim Bang Your Head Festival in Balingen – nämlich in einem ausgewaschenen und zerrissenen Rainbow-Shirt mit dem »Rising«-Album-Motiv –, trägt nach wie vor die klassische »Piloten«-Ray-Ban-Brille, lässt sich aber neuerdings einen Bart wachsen, weshalb JB heute, kombiniert mit seinem spärlichen Haarwuchs, an einen freundlichen Gartengnomen erinnert – weit entfernt von dem mürrischen Griesgram, den der Musiker mit seiner Bühnenpräsenz nun mal heraufbeschwören will. Die Band eröffnete ihren Auftritt mit Kinglslayer (Album »Wolf’s Return«, 2005), steigerte das Aufwärmspiel mit dem Eröffnungstrack des Albums »Iron Will« (2008) namens Like The Oar Strikes The Water und präsentierte anschließend mit Valhalla Rising und dem darauf folgenden mitreißenden Marschstück Sword of The Ocean auch das neue Studioalbum »The Hunt«, das offenbar noch epischer und bombastischer klingt als der ausgezeichnet aufgebaute Vorgänger »Hammer Of The North«, auf dem Grand Magus Doom-Metal-Elemente gekonnt mit dem skandinavischen Sinn für Melodie und epische Bombastik im Metal verbunden hatten. Auf der Setlist fanden sich außerdem I, the Jury, Hammer Of The North und Ravens Guide Our Way aus dem viel gepriesenen vorherigen Album der Band. Die Band hinterließ erneut einen herausragenden Gesamteindruck des Auftritts und beschloss ihn mit dem Abschlussstück Iron Wil. Grand Magus sind ein Beispiel für die außerordentliche Kalibrierung, die eine Formation aus drei Menschen in jeder Besetzung erreichen kann. Das klassische Trio eben. Ihr Bühnensound ist authentisch organisch roh, komprimiert, voll – und überzeugt vor allem durch das außerordentliche Volumen des fetten Riff-Schmiers, das auf der einen Seite durch JBs vokalen Ansatz und auf der anderen durch die dynamische Rhythmuslinie hervorragend ergänzt wird. Ein absolut packender Auftritt!
Als erste Band mit einem einstündigen Set betraten die finnischen Folk-Metal-Spaßmacher Korpiklaani die Festivalbühne. Der Bereich vor der Bühne erwartungsgemäß voll, ganz im Einklang mit dem Trend. Wieder ein Haufen der verschiedensten Kreaturen im Publikum, bemalt und als allerhand Geister und Schreckgestalten verkleidet. Den Vogel schoss dabei definitiv Batman ab, der in seinem maßlosen Betrunkensein verdammt gut per Crowdsurfing bis zur Fotogrube navigierte und dem Autor dieses Artikels direkt auf den rechten Fuß krachte. Karma. Das dem Alkohol verschriebene Sextett stellte mit seiner alkoholischen Ausschweifung natürlich einen ausgezeichneten Alibi für das Publikum dar, sich bis auf die Knochen zu betrinken. Die Stände rund ums Konzertgelände waren proppenvoll, die Leute gierten nach Bier, das in Strömen floss, und die Anzahl grotesker Anblicke auf dem Festivalgelände wuchs dazu proportional von Minute zu Minute. Korpiklaani begannen zu toben mit Hunting Song und dann Cottages and Saunas. Erwartbar vorhersehbarer Auftritt, in dem die humanitäre Hymne Vodka natürlich nicht fehlen durfte, genauso wenig wie der obligatorische Happy Little Boozer und natürlich Beer Beer, ergänzt durch Tequila, Wooden Pints, Kirki und als Abschluss Pellonpekko. Bewährt kompakter und souveräner Auftritt, ausgearbeitet in der Kombination aus Folk-Rhythmen und -Melodien sowie der Schlagkraft des Metal. Trotz der Promotion des neuen Albums »Manala« (2012) mit den Tracks Rauta, Kunnia und Mätsalle ließ sich das Gefühl zunehmender Vorhersehbarkeit bei Korpiklaani-Auftritten nicht abschütteln. Unbestreitbar drehte das Publikum bis zum Schluss völlig durch, und die Band erntete einen Zuschauerwahnsinn, von dem du nur träumen kannst! Nach dem Konzert suchte das Volk vor allem nach Essen an den Ständen, um den Alkoholgradienten im Blut auszugleichen – das bekamen vor allem die Pizzabäcker zu spüren, die am hinteren Eck des Konzertgeländes direkt am Haupteingang postiert waren und denen in diesen Momenten buchstäblich das Material ausging.
Edguy waren beim Festival der einzige deutsche Vertreter, der aus dem Erbe des traditionellen Euro-Power-Metal schöpft. Und ich meine wirklich deutschen! Dabei versuchen Edguy auch noch, einen neuen Stil im Metal zu erfinden, und kreuzen ihn in den letzten Jahren planmäßig mit Anleihen beim melodischen Rock – was ihnen mit dem ziemlich durchschnittlichen neuen Werk »Age Of The Joker« eher einen Bärendienst erweist, als dass es die hart erkämpfte Glaubwürdigkeit aufrechterhalten würde. Dennoch bestätigte auch dieser Festivalauftritt, dass Edguy eine außerordentliche Zuneigung des Publikums bewahren. Also wieder Euphorie vor der Bühne! Die Interaktion des Publikums mit der Band war nämlich außergewöhnlich. Das Mitsingen der Texte hielt die Band und vor allem Sänger Tobi auf Kurs. Tobias hatte nicht gerade seinen besten Tag, was die vokale Interpretation angeht – schon zu Beginn des Auftritts griff er sich mehrfach an beide Ohren, was bedeutete, dass er Probleme mit den Bühnenmonitoren hatte. Auch Edguy bleiben eine angenehme Bühnenattraktion, die stets mit vollem Einsatz, vollständiger Ausnutzung der geräumigen Bühne und vor allem mit dem charakteristischen Temperament der funkelnden, ausgelassenen Verspieltheit von Sänger Tobias Sammet begeistert. Als Ouvertüre in den schalkhaften Charakter der Band sorgte bereits das vorgespielte Intro mit dem Song des Duos Wham, dem Evergreen-Hit »Last Christmas« also! Dann explodierte das Quintett auf der Bühne mit Nobody’s Hero aus dem aktuellen Album »Age Of The Joker«. Die Stimmung schoss vor allem ein paar Etagen höher, als die Band anschließend Tears Of The Mandrake anschnitt, das durch eine außerordentliche Steigerung und packende Melodiösität des Refrains besticht, in den sofort der Großteil der viele tausend Köpfe zählenden Menge vor der Bühne einstimmte. Der Auftritt in jeder Hinsicht souverän, erwartungsgemäß ausgezeichnet! Ohne Patzer! Auf der Setlist zündete vor allem Vain Glory Opera, während Lavatory Love Machine, Superheroes, das neue Robin Hood, Ministry Of Saints und der Abschluss mit King Of Fools irgendwie erwartbare Programmpunkte waren. Die Band erlaubte sich auch einen kleinen Scherz, der natürlich wieder einen neuen Adrenalinschub bei den erhitzten Köpfen auslöste, als sie in Babylon das Eingangsriff der Iron Maiden-Klassiker The Trooper einfließen ließen. Die Band, die sich gerne selbst auf den Arm nimmt, wenn sie sagt, sie spielten »pussy metal«, lieferte trotz einiger Tontücken und nicht gerade der besten Tagesform von Sänger Tobi erneut einen in jeder Hinsicht gelungenen Auftritt ab, getragen vom außerordentlichen Echo der Power-Metal-Fanatiker.
Wenn Madball am zweiten Tag das dankbare Aufwärmen für alle Anhänger von Bands mit dem Vorzeichen »core« darstellte und The Black Dahlia Murder am dritten Tag die Steigerung davon, dann erlebte das Festival mit dem Auftritt von Hatebreed in dieser Hinsicht den Höhepunkt – ich kann es ruhig als einen der Höhepunkte der Auftritte beim diesjährigen Metal Camp bezeichnen. Die Rückkehr des Quintetts – nach 2009, als sie bereits in Tolmin aufgetreten waren – in der Besetzung mit dem ewigen Frontsänger der Band Jamie Jasta, den Originalmitgliedern Chris Beattie am Bass und dem wieder dazugestoßenen Gitarristen Wayne Lozinak, Schlagzeuger Matt Byrne sowie Gitarrist Frank Novinec, der seit 2006 eigentlich als Neuling im Team gilt, brachte auf dem Metal Camp das Spitzenspektakel des vierten Tages, das niemand mehr überbot, nicht einmal Amon Amarth mit Pyrotechnik – diese traten nach Hatebreed als Headliner des vierten Festivaltages auf. Die Musik, die Hatebreed spielen, ist simpel aufgebaut, verträgt keine Melodiösität, baut vor allem auf dem Groove-Federwerk und einem eindimensionalen Napalm-Stampede aus Gitarrenriffs, die massig Raum lassen für die rasende Show von Jamie Jasta, der ersten Ikone der Band, einem außerordentlichen Frontmann, den es buchstäblich vor eruptiver Energie zerreißt. Genau diese Direktheit, dieses Zusammenspiel aus Aggression, Bühnenwahnsinn und unaufhaltsamem Rasen, geboren aus Schmerz und Wut, beschwor im Extrem seines täglichen Bühnenzorns ein einzigartiges Erlebnis beim Festival. Das Publikum, das die grüne »Fläche« vor der Bühne bis in den letzten Winkel füllte, hüpfte einheitlich, bildete weit auseinanderstrebende »Circle Pits«, im vorderen Bereich wurde unaufhaltsam »gemosht«. Auf Jastas Kommando vollzog es so manche »Dummheit«, was bedeutet, dass das Publikum dem Sänger blind aus der Hand fraß. Das Bombardement stroboskopischer Blitze, die volle Eskalation von weißen und roten Scheinwerfern, Nebeleffekte, der Rauchschleier aus dem Staub unter dem Getrampel der unüberschaubaren Masse, die schlagartig ihren gesunden Verstand verlor – das ließ auf diesem Schlachtfeld keine Überlebenden. Gnadenlos! Von den ersten Takten von Defeatist bis zum abschließenden Destroy Everything, das den Metal Camp buchstäblich in Asche legte! Auf der Setlist fanden sich außerdem folgende Hatebreed-Perlen: Hands Of A Dying Man, Doomsayer, Live for This, I Will Be Heard, Facing What Consumes You, Everyone Bleeds Now, Merciless Tide, To the Threshold, Last Breath, Preservance, Never Let It Die, In Ashes They Shall Reap, As Dieahard As They Come.
Über den musikalischen Hauptträger des vierten Festivaltages braucht man kaum Worte zu verlieren. Die ewigen Gäste des Metal Camp, Amon Amarth, eine Band, die wirklich nichts mehr verbergen kann, selbst wenn sie wollte. Der Name entnommen aus Tolkiens »Sindarin« für den Vulkan »Schicksalsberg« der Mittelerde – Träger des melodischen Death Metal in wohl der episch-bombastischsten Variante, bei der man ziemlich schnell eine Power-Metal-Band hätte, wenn man das Growlen durch ein reines melodisches Gesangsprinzip ersetzen würde. Aber Amon Amarth sind höllisch. Verdammt schnell – der Großteil der Riffs liegt auf dem ultraschnellen Rollieren des Double-Bass-Pedals. Das Konzert, vollgepropft mit Pyrotechnik-Effekten, präsentierte unter anderem auch das neue Studioalbum »Surtur Rising« (2011) – Surtr ist ein Riese der nordischen Mythologie, was sofort die Bühnendekoration ankündigte, die dem Inhalt des neuen Albums angepasst war. Mit dem erwarteten Intro, das die Bühne in feierliches Blau tauchte und dann in Grün wechselte – kaum dass das Quintett die Bühne betrat und in das neue War Of Gods einschlug, da erfassten die Bühne Pyrotechnik-Flammen und eine Flut von Stroboskopen, das Toben, das den Teufel höchstpersönlich samt Fliegenschwärmen aus seinem Loch trieb. Sound ausgezeichnet! Nach dem rasanten Auftakt, nachdem die Band mit Runes To My Memory den zweiten Track der Setlist abgeschlossen hatte, sprach der unglaublich charismatische Sänger Johan Hegg in einer längeren Pause das Publikum ausführlich an. Zunächst bedankte er sich beim Publikum, dass es sich in dieser Zahl versammelt hatte, fragte, ob es sich gut fühlt, kündigte die giftige Fortsetzung des Konzerts mit einer nicht weniger giftigen Setlist an und rief alle in den höllischen Strudel, als die Band in Destroyer Of The Universe einbrach. Kniebeugen der gesamten Crew in ununterbrochenen Salven! Hegg, der es nicht vergaß, sein berühmtes Wikinger-Trinkgefäß – das gewickelte Horn – erneut umzugürten, ist ein Meister der direkten Kommunikation. Augenkontakt, Aufhetzen des Publikums, mehrfacher Dank auf halbwegs gebrochenem Slowenisch – und trotzdem Anerkennung für den Musiker und seine Bemühung, wenn man von der Bühne mehrfach Folgendes hörte: »Hvala Slovinsku!« Der bärtige Hüne, der sich mit den Jahren immer mehr in das idyllische Antlitz einer geheimen Vertretung für den Allvater Odin verwandelt, ist eigentlich das zentrale Bindeglied zwischen Band und Publikum, das trotz der apokalyptischen Visionen der märchenhaft inspirierten Truppe das Interesse am Amon Amarth-Konzert aufrecht erhält. »Skoll!«
Die Schweden meisterten zwar souverän die riesige Bühne und die Rolle des musikalischen Ankers des Festivals, doch während des Konzerts ließ sich das Gefühl nicht abschütteln, dass ihnen Hatebreed an diesem Abend die Sahne vom Kuchen vollständig weggestohlen hatten. Die Band hielt das Publikum fest an sich mit einem abwechslungsreichen Set aus ihrem Diskografie-Katalog, der folgende Tracks aneinanderreihte: Live For the Kill, Cry Of The Black Birds, The Fate Of Norms, The Pursuit Of Vikings, For Victory Or Death, Victorious March, den abschließenden Twilight of The Thundergod sowie Guardians Of Asgard.
Viking Metal beschloss also den vierten Festivaltag, der, was die Zusammenstellung der Bands auf der Hauptbühne angeht, zu den weniger interessanten zählte. Die zweite, kleinere Bühne bot an diesem Tag einige sehenswerte Acts, darunter die experimentellen Durchgeknallten aus Rijeka Father, die britischen Crimes Of Passion – alte Bekannte vom Saxon-Konzert am 30.05.2010 in Ljubljana –, und als erstklassige Attraktion die wieder aktiven legendären NWOBHM-Metaller Hell, die auf der zweiten Bühne mit einem spektakulären Bühnenauftritt – der Erschaffung einer echten Hölle auf der Bühne – in der Rolle des Headliners kurzerhand die gesamte Konkurrenz dieses Tages wegfegten.
Bildergalerie






































































































































