Gespräch mit Urška – Billy’s Private Parking (2007)
Interviewdatum: 14.05.2007
Billy’s Private Parking haben vor Kurzem mit ihrem Konzert im Rock Caffe in Postojna überrascht. In der Pause habe ich mich mit der Sängerin, der sympathischen Urška Majdič, unterhalten. Schauen wir mal, was sie so sagt …
Interview von: Tinkara Šefic
RockLine: Wer ist eigentlich dieser Billy, der in eurem Namen auftaucht?
Urška: Billy ist ein Unbekannter, ein Passant, das bist du; er ist jeder, der sich sein eigenes Stückchen Dasein unter der Sonne wünscht.
RockLine: Wie fühlt ihr euch, wieder auf der Bühne zu stehen nach der Pause?
Urška: Als hätte man einen Hungrigen an einen reich gedeckten Tisch gelassen. Wir haben die Pause vorzeitig beendet, um wieder richtig in den „štos“ reinzukommen. Wir bereiten uns nämlich aufs dritte Album vor und wollten mit dessen Release auch die Bühnen aktiv „stürmen“. Dass die Ausdauer auf der Bühne so zermürbend sein würde, hätten wir uns nie träumen lassen … Stimmt aber auch: Hunger ist die beste Würze, und jetzt sind wir noch leidenschaftlicher bei der Sache. Wir haben außerdem Frankreich verschoben, wo wir eine 10-tägige Mini-Tour geplant hatten; die kommt jetzt erst nach der Veröffentlichung des Albums dran.
RockLine: Ihr steht kurz vor der Veröffentlichung einer neuen CD – wann erscheint sie? Und wann können wir mit einer Tour durch Slowenien rechnen?
Urška: Wir haben uns eine Deadline vor dem Sommer gesetzt. Alle, die schon mal ein Album aufgenommen haben, wissen, dass Termine festzulegen eine undankbare Sache ist und man oft sein eigenes Wort fressen muss. Ich kann nur sagen, dass es bald so weit ist und dass Aufnahmen und Songwriting vorerst langsam, aber sehr spannend vorangehen.
RockLine: Euer neues Video, das ihr auf eurer Website habt, ist etwas ganz Besonderes (Negativ-Effekte bzw. schwarz-weiß). Woher kam die Idee, die mir persönlich total gut gefällt?
Urška: Das Video zu Skrivnosti ist das Werk von Miha Knific, einem vielseitigen Künstler und Regisseur, der vor Kurzem in Schweden den Spielfilm Noč gedreht hat. Der Typ ist so voller Ideen, dass schon ein Gespräch mit ihm spannend ist. Er hat sich den Song angehört und mich nach dem Text ausgefragt. Das Video ist vielleicht kein Budget-Produkt, steckt aber voller Interpretationskraft; jeder kann es anders deuten. Es geht halt um Geistesblitze, die sich im Kopf abspielen, um Geheimnisse, die „in den Augen sprechen“. Vielleicht deshalb der Negativ-Effekt, aber für mehr müsste man ihn selbst fragen.
RockLine: Was hören BPP in der Freizeit und wer sind eure Vorbilder?
Urška: Jeder von uns würde etwas anderes sagen, wenn auch Verwandtes. Wir hören Rock, Hard Rock, Glam Rock und Pop Rock, aber auch Genres, in denen kein „Rock“ drinsteckt. Das wird jetzt abartig klischeehaft, aber es stimmt: Wer Musik liebt, liebt alle (gute) Musik. So sind wir auch Fans von zum Beispiel Blues und Metal, und über gute Klassik geht sowieso nichts … Im Auto laufen gerade Nickelback, Van Halen und irgendwelche Chillout- und Groove-Compilations.
RockLine: Du bist die einzige Frau in der Band. Wie kriegst du vier Männer in den Griff? Ist es manchmal schwer mit ihnen?
Urška: Ist es nicht; das sind so zahme, herzensgute Jungs.
RockLine: Wie tankst du Energie auf bzw. woher nimmst du sie, und was machst du in deiner Freizeit am liebsten?
Urška: Musik kannst du auch ganz allein zwischen vier Wänden genießen; etwas anderes ist die wechselseitige Energie, die bei einem guten Konzert freigesetzt wird. Dieses Feedback ist der größte Energie-Fix. Dazu kommen kleine, einfache Dinge, die dich Stückchen für Stückchen glücklich machen. In meiner Freizeit mache ich so einiges – ich kann mich nicht erinnern, mir jemals gelangweilt zu haben. Ich interessiere mich für eine ganze Reihe von Dingen …
RockLine: In welchem Beruf würdest du dich neben dem Singen noch sehen?
Urška: Uff, wie viele Herausforderungen es auf der Welt noch gibt … Mich zieht eigentlich alles an, was mit Kreativität und Kunst zu tun hat; nah ist mir auch die Arbeit in gesellschaftlicher Richtung, zum Beispiel Tourismus, was auch mein Aufbaustudium ist. Oder – wer weiß – vielleicht werde ich eines Tages Tierrechtlerin.
RockLine: Was ist dir im Leben am wichtigsten?
Urška: Liebe. In jeder Hinsicht. Dazu gehört also auch die Musik, die eine meiner Lieben ist.
RockLine: Wie würdest du deinen Charakter beschreiben? Wann ist Urška am meisten Urška?
Urška: Ich kann sagen, dass ich Augen und Herz offen habe. Auch wenn ich oft vor mich hin träume, finde ich immer wieder festen Boden. Ich bin sehr emotional und beschützerisch gegenüber allem, was ich liebe. Am besten, finde ich, hat man mich mal als Kriegerin und zarte Seele in einem beschrieben; diese Dualität spürt man, glaube ich, vor allem in der Musik und auf der Bühne.
Foto: Tinkara Šefic
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