Fair Play

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Autor: Aleš Podbrežnik

Interpret: Mežek, Aleksander
Label: Eigenveröffentlichung
VÖ: 01.08.2012
Laufzeit: 35:54
Wertung: 4/5

Auch diese Rezension kommt zu spät – nicht okay. Gut, dass wir trotzdem ein Exemplar bekommen haben. So oder so. Besser jetzt als nie. War das Album »In« sprachlich gemischt, bleibt auch Fair Play so – diesmal dominieren allerdings die englischsprachigen Tracks. »Fair Play« ist nämlich London gewidmet.

Als der Europarat 2003 Mežeks Song Fair Play zur Sporthymne Europas wählte, hätte der legendäre slowenische Liedermacher nie gedacht, dass er das Stück fast zehn Jahre später noch einmal in einer englischen und slowenischen Fassung aufnehmen – und danach sogar sein – oh-oh-ho – bereits 22. Studioalbum danach benennen würde. So oder so bleibt auch das Album »Fair Play« sportlich gefärbt. Es knüpft an die Olympischen Spiele in London an, die dort im Sommer 2012 stattfanden.

Aleksander Mežek gilt als einer der bedeutendsten slowenischen Liedermacher. Das sagenhafte slowenische Liedermacher-Trio Šifrer (Mežeks erster Manager), Mežek, Domicelj hat historisch gesehen auf die eine oder andere Weise in Großbritannien die Fäden in der Hand gehalten. Es war ein Moment in der Geschichte, der sich nie wiederholt hat und auch nicht wiederholen wird. Wenn die Zahlen nicht lügen, ist Aleksander Mežek übrigens der erste slowenische Musiker, der im Ausland ein Album veröffentlicht hat. Sein nicht weniger wichtiges Zuhause als seine Heimat Slowenien ist also Großbritannien. Der Mann musste sich dort eine kreative Zuflucht suchen – nur so war ihm ein beständiges künstlerisches Reifen und Wachsen möglich.

Den Kerl begleitet der abgebrühte Meister Steve Smith, Mežeks langjähriger musikalischer Weggefährte in guten wie in schlechten Zeiten, der erneut für den Sound des Albums gesorgt, die Keyboards gespielt und die Vokalharmonien eingefärbt hat. »Mädchen für alles« also. Mežek hat sich auch Gitarrist und Bassist Simon Johnson an der Seite behalten. Erstklassige englische Musiker bilden erneut die bewährte Klangkulisse, die Mežeks vokale Präsenz und Emotion – gebunden an die Botschaft der Verse – optimal kontrastiert und einfärbt. Und Mežeks Stimme ist in all diesen Jahren keineswegs ausgetrocknet. Sie bleibt fein weich, sofort wiedererkennbar, so wie wir sie von jeher kannten. Und eine, die du sofort großherzig adoptierst. Kurzum: der elementare Magnet eines jeden seiner Alben.

Das überarbeitete Fair Play sowie das neue It’ll Redeem und Say A Prayer zeigen in der neuen Ära die Neigung des Künstlers, sein bewährtes Liedermacher-Vokabular musikalisch den modernen Zeiten anzunähern. Das Liebäugeln mit der Arenarefrain-Kultur von Coldplay ist gar nicht so abwegig. »Fair Play« vermittelt dabei jene bekannte warme Dichte organisch klingender Akustik, die Mežeks wunderschöne Stimme umhüllt. Neben Fair Play hat Mežek auch zwei Singles aus den Siebzigern überarbeitet. Die immergrünen Stücke Vremenska napoved und Ljubljanske ceste, das Letztere um eine englische »Verlängerung« ergänzt. Letztere ist eine arrangierte Ableitung des Originals, das dem englischen Liedermacher Ralph McTell gehört. Ein Albummoment, der nostalgisch eine Zeit sorgloser Tage widerspiegelt, als die Welt noch fair war und Rock noch jung.

Auch wenn der „Olympionike“ Aleksander Mežek das Album „Fair Play“ diesmal mit überarbeiteten Klassikern (Fair Play, Vremenska napoved, Ljubljanske ulice) »gewürzt« hat, bestätigen die neuen Stücke, dass Mežek als Komponist noch lange nicht am Ende seiner Inspirationen ist. Solange Mežek so effektiv unter die Haut geht, wie es ihm mit dem ansteckend zart-gefühlvollen Someday und am Ende mit The Artist’s Hand sowie dem aufweckenden It’ll Redeem und Say A Prayer gelingt, braucht man nicht zu befürchten, dass man von diesem international hoch geschätzten Musikkünstler kein weiteres schönes Studioalbum mehr bekommt.

Besetzung

Aleksander Mežek – Gesang, Backing Vocals
Simon Johnson – Gitarre, Bassgitarre, Backing Vocals
Steve Smith – Keyboards, Backing Vocals
Tim Bye – Schlagzeug
Ricci Ricafdi – Schlagzeug auf Track Nr. 2 & 3.

Produktion

Steve Msith & Aleksander Mežek

Trackliste

1. Fair Play (slowenische Version)
2. Vremenska napoved
3. Ljubljanske ceste / Streets of London
4. Someday
5. Godalni vložek / String Interlude
6. It’ll Redeem
7. Say a Prayer
8. The Artist’s Hand
9. Fair Play (englische Version)

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