Eris
Künstler: Baku Llama
Label: 57 Records
Release: 2007
Bewertung: 4/5
Das amerikanische Trio Baku Llama entstand, als sich drei ehemalige Bekannte nach langer Zeit wiedertrafen. Sie merkten, dass sie dieselben musikalischen Interessen teilen, und nach einer „Jam-Session“ war die neue Band geboren. Das Album Eris ist gewissermaßen das Ergebnis dieser Improvisationen, denn viele Songs klingen wie direkt aus solchen Jams entsprungen.
Auch wenn die Bandmitglieder ähnliche Interessen haben, hört man in der Musik jede Menge verschiedene Einflüsse – von Jazzrock über Avantgarde und symphonischen Rock bis hin zu Folk und Pop. Kein Genre dominiert, ab und zu werden sie auch miteinander gemixt. So landet die Truppe nie in allzu bekannten Gewässern, und die Musik ist nicht so eintönig, dass man sie schnell satthätte.
Die Stücke Discord und Discord Resolved erinnern ziemlich stark an Happy The Man, und hier liefern Baku Llama ihre einzigen „reinen“ symphonischen Songs. Hamatsa ist typischer Jazzrock-Fusion mit E-Piano und Gitarrenriffs. Betrayed und This Time sind eher Pop-Nummern mit ein paar Folk-Elementen. Diese beiden Songs sind die schwächsten des Albums, weil der Gesang ziemlich nervt. Gesang gibt es auch noch auf Eris, aber der ist deutlich weniger nervig und fällt weniger auf. Ann Bernath rezitiert zum Glück größtenteils. Bei Punch It spürt man den Einfluss von Folk, Pop und symphonischem Rock, während der Rest des Albums überwiegend aus Stücken besteht, in denen Avantgarde und Jazzrock kombiniert werden.
Der größte Schwachpunkt ist der Gesang, aber das ist nicht mal ein großes Problem, weil er nur auf drei Songs vorkommt. Zum Glück hat sich die Band entschieden, sich mehr den instrumentalen Sachen zu widmen. Die Songs mit Gesang sind auch sonst die schwächeren, eher in Richtung Pop oder Folk ausgerichtet. Bei den Keyboards kommen viel E-Piano, Klavier und diverse Synthesizer zum Einsatz. Für mich ist das der beste Aspekt des Albums, weil sie ziemlich abwechslungsreich und ambitioniert sind. Die Gitarre sorgt im Vergleich zu den Keyboards mit kräftigen, repetitiven Riffs für Atmosphäre. Ab und zu greift der Gitarrist auch zur Akustikgitarre, die vor allem bei den Gesangsstücken auffällt. Der Keyboarder spielt gelegentlich auch verschiedene Percussion-Instrumente (Vibrafon, Glöckchen), die der Musik einen leicht symphonischen Touch verleihen. Das Schlagzeug ist ziemlich simpel und beeindruckt nicht, aber für diese Art von Musik, die mehr auf Improvisation und dem Erschaffen von Stimmungswelten basiert, reicht es völlig aus.
Eris ist ein Album, das sehr hochwertig gemacht ist, dem aber eine gewisse Inspiration fehlt, die es vom guten zum herausragenden Werk hieven würde. Auf jeden Fall sind Baku Llama im Avantgarde- und Jazzrock-Bereich am stärksten, und wenn sie sich künftig noch mehr den Kompositionen widmen, dürfen wir mit Sicherheit auf noch bessere Veröffentlichungen hoffen. Bis dahin soll Eris als Warnschuss dienen, was in Baku Llama steckt. Jetzt liegt es an ihnen, dieses Potenzial auszuschöpfen oder auf der Stelle zu treten.
Besetzung
Ann Bernath – Gesang, Schlagzeug
David Bernath – Gitarre, Bass
Rick Whitehurst – Keyboards
Produktion
Baku Llama
Tracklist
1. Discord 1:32
2. Hamatsa 6:47
3. Betrayed 4:22
4. Punch It 2:44
5. Eris 6:40
6. Six to Midnight 6:44
7. This Time 4:55
8. The Rite 5:00
9. Discord Resolved 1:12
10. Dream Eater 4:38
11. Torrential 3:44
12. Side Two 9:08
13. Tragic Mask 3:33