ELDA Trio

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Autor: Aleš Podbrežnik

Interpret: ELDA Trio
Label: Two Rivers Records
Erscheinungsjahr: 2016
Wertung: 4.5/5

Die schwedischen Musikerinnen, Schwestern Emilia und Marina Martensson, besuchen Slowenien in letzter Zeit sehr gerne – sie haben ihre Wurzeln in Izola. So sind sie in den vergangenen Jahren bereits mehrmals bei uns aufgetreten, und zwar in Zusammenarbeit mit verschiedenen slowenischen Musikern, aber auch schon gemeinsam. Diesmal aber hat Emilia ihre Kräfte mit dem slowenischen Akkordeonisten Janez Dovč und dem brasilianischen Perkussionisten Adriano Adewale vereint, der bereits auf ihrem Soloalbum »Ana« mitgewirkt hat. Die Kollision dreier musikalischer Welten, die dem selbstgewachsenen Erbe der Weltmusik angehören – geprägt seit jeher durch die charakteristischen Merkmale der geografischen Herkunft, aus der jede dieser Welten erwächst –, ist von vornherein ein Garant absoluter musikalisch-expressiver Einzigartigkeit.

Alle drei Musiker sind durch die Erfahrungen ihrer bisherigen Tätigkeit im musikalischen Schaffen bereichert – und kennen dabei keinerlei Einschränkungen im Ausdruck. Das hat in einer ganzen Reihe wunderschöner künstlerischer Leistungen resultiert, die sie in der Vergangenheit vollbracht haben – und das Reifen der Künstler mit der Zeit verlangt natürlich nach immer neuen künstlerischen Herausforderungen. Das ist auch der Antrieb für eine gesunde künstlerische Entwicklung jedes einzelnen Musikers in diesem Trio, beziehungsweise das Phänomen der ständigen künstlerischen Veränderung, das deine kreative Fruchtbarkeit am Leben erhält. Das ist auch das grundlegende Sprungbrett, auf dem das Album »ELDA Trio« entstanden ist. Die Stimme der Sängerin Emilia, die mit unbekümmerter Jazzvariation beständig neue Melodien vokaler Gesangslinien erforscht und freilegt,  würde in jedem Umfeld eine spürbare Verschiebung der Stimmungslagen erzeugen und hervorlocken. Die Kombination mit den erkundenden Klängen von Dovčs warm und organisch klingendem Akkordeon, das so unprätentiös, fast schüchtern zarte Pastellfarben der musikalischen Begleitkulisse aneinanderreiht, die Emilias Stimme schmeichelt. Das Zusammenspiel des Gesangs der Sängerin und des Akkordeons von Janez Dovč wirkt tatsächlich außergewöhnlich, weckt künstlerische Eklektizität, klingt dabei   in jedem Moment dieses Werkes unglaublich ansprechend. Das Album strahlt eine reiche Sammlung eingefangener Stimmungen voller Mystik und geheimnisvoller Sehnsucht aus. Mehrmals wird Emilias Gesang als zusätzliches Instrument eingesetzt, der die Atmosphäre in Kombination mit Akkordeon und Perkussionseinschüben in eine völlig neue Dimension führt – wie es für den Ausklang des Stücks Ellis Dreams typisch ist.

Auf dem Album überwiegen Eigenkompositionen des Trios. Alle kompositorischen Entscheidungen folgen der Ausgangsvision des Musiktrios, weshalb das Album im Ausdruck kompakt wirkt und gleichzeitig charakterlich besonders. »ELDA Trio« ist ein Album, durch das sich ein ausgeprägter roter Faden zieht, mit eigenem Charakter und einer greifbaren Substanz musikalischen Charismas. Es ist ein Album einer festen und vollblütig wirkenden Symbiose, in der alle drei grundlegenden Bausteine dieses musikalischen Körpers mit unglaublicher Toleranz nebeneinander bestehen. In einer ideell wahrnehmbaren Ergänzung.

Also. Ethno. Jazz. Kabaretthafte Chanson. Ja. Im gemeinsamen Schmelztiegel und als Ergebnis ein vollkommenes musikalisches Unikat. Dem Trio ist es gelungen, das Wesentliche zu erreichen. Jedes Element wirkt in der Gesamtklanglandschaft optimal und vermag sich mit seiner Wirkung optimal auszudrücken. Emilias empfindsamer, voller Anmut und Zärtlichkeit strahlender, in seinen Farben angenehm streichelnder Gesang mit einem Hauch jungfräulicher Reinheit – beständig sehnsüchtig und den Versen unablässig Mystik einhauchend – wird in jedem Moment fest unterstützt durch das reizvolle Klangornat der feinfühligen Arrangementlösungen des erfahrenen Dovč, der in dieser Hinsicht auf seinem Soloalbum »AkordeOn« (2015) zweifellos seine Doktordissertation vorgelegt hat. In all diese Materie fügen sich bereitwillig die Effekte einer Reihe perkussiver Feinheiten von Adriano Adewale und Dovčs Ornamente des elektronischen Samplings ein – das belebt nicht nur die Struktur der Kompositionen, sondern pflegt und verstärkt auch den Hauch der Mystik, während es mit seiner Präsenz die besondere Ausstrahlung und Atmosphäre der Stücke bereichert.

Zwölf Stücke atmen gemeinsam, klingen einheitlich. Gleichzeitig eröffnet die musikalische Natur dieses Werkes eine Fülle optionaler Lösungen beim gegenseitigen Verknüpfen des Trios in einem gewählten (gegebenen, beliebigen) Motiv. Genau das verleiht dem Album einen Hauch von Spontaneität, beziehungsweise einen Hauch unerwarteter Wendungen, was sich mit einer spürbaren experimentellen Note gut zusammenfügt, den ausgeprägten Moment der mystischen Atmosphäre stärkt und diesem wunderschönen Werk ein starkes Attribut der Einzigartigkeit im globalen Musikuniversum verleiht. Hoffen wir, dass dieses Album irgendwann auch einen Nachfolger erleben wird. 

ELDA Trio – Videoausschnitte vom Konzert im Cankarjev dom 2015:

 

Besetzung

Emilia Mårtensson – Gesang
Janez Dovč – Akkordeon, Elektronik
Adriano Adewale – Perkussion

Produktion

Chris Hyson

Trackliste

1. Stone Agaton
2. Winter
3. The Air Holds A Memory
4. Aleksandrinke
5. To The Sun, To The Moon
6. Hon Och Han
7. The Tree
8. Ellis Dream
9. Remembering / Vem Kan Segla
10. I Am Dreaming With You
11. Tillsammans
12. Lobo Guara 

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