Die fehlenden LastDayHere-Puzzlestücke gefunden! (2009)

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Ort: Cvetličarna Mediapark, Ljubljana
Konzertdatum: 27.01.2009
Besucherzahl: 700
Eintrittspreis: 12 € im Vorverkauf, 14 € an der Abendkasse

Was braucht es neben einer Videopremiere, damit ein Abend in der eigenen Konzertgeschichte mit großen Buchstaben eingetragen wird? Catering, musikalische Gäste und der Auftritt der „Jubilare“? Die Antwort auf diese Fragen lieferten uns am Mittwoch, dem 28. Januar, in der Cvetličarna Mediapark die schwer einzuordnenden Rocker aus Celje, LastDayHere. Obwohl ihr Debütalbum „From Pieces Created“ bereits im November 2007 in Eigenregie erschienen war, ließ das erste Musikvideo zur Single „Saved From Falling“ noch etwas länger auf sich warten. Die Regie übernahm der renommierte Musikvideo-Macher Predrag Rajčič – Perica, der seinen Job mehr als nur gut gemacht hat.

Die Ankündigungen, dass dieser Abend sowohl für die Band als auch für die slowenische Musikszene etwas ganz Besonderes werden würde, begannen sich schon mit dem ersten musikalischen Gast zu erfüllen – der kroatischen Rapperin Diyalo. Sie hüpfte in ihrem fluffigen Outfit auf die Bühne und eröffnete mit „Raw“, einem Track von ihrem Debütalbum „Rapstract“ (2008). Dann gesellten sich auch die eigentlichen Schuldigen dieses Abends zu ihr auf der Bühne. Den Auftakt machte „Hide“, das mit zustimmendem Applaus bedacht wurde; nach „Take Away“ und „Coming Alive“, die LDH im Solo-Format spielten, stieß bei „Never Coming Around“ noch Tänzerin Nina dazu. Die war definitiv ein echter Augenschmaus für den männlichen Teil des Publikums.

Vor der Vorführung des „Making of …“ und der Premiere des ersten Videos „Saved From Falling“ stellten sich Dweal und Mojca, die Sängerin von Obduction, dem Publikum vor. Dann folgte der erste, akustische Teil des LastDayHere-Auftritts, der mit „This Time“ begann – dabei stießen Rok Mikec am Klavier, Julija Šenveter an der Oboe und Matjaž Goričan als zusätzlicher Sänger (ansonsten Mitglied von Dweal) zur Band. Interessant, dass selbst die härtesten Rock-Nummern in einer akustischen Version überraschend stark klingen können. Fast dieselbe Besetzung lieferte dann noch ein paar weitere Tracks, die definitiv erwähnt werden müssen: „Fate Somewhere“, „Never Coming Around“, „Standing in Dark“ und „Piano 4“. Beim an diesem Abend noch ungehörten „Saved From Falling“ stießen zu der genannten Besetzung noch Žiga Kroflič an der Laute dazu – der die ohnehin schon positiv aufgeladene Atmosphäre noch weiter würzte – sowie Mojca als zusätzliche Vokalistin. Und wenn ihr bei der Aufzählung all dieser Beteiligten ein Chaos auf der Bühne erwartet, dann irrt ihr euch. Markos kraftvolle Stimme, durchdrungen von Matjažs harmonischem Gesang und Mojčas ungewöhnlichem Frauenvokal, nahtlos ergänzt durch die genannten Instrumente, schufen eine Harmonie, die bei so unterschiedlichen Genres nur schwer zu erreichen ist.

Den zweiten Teil des Promotion-Abends gestalteten LastDayHere so, wie wir es von all ihren bisherigen Auftritten gewohnt sind. Die Jungs legten mit „Burned Inside“ richtig los, und alle, denen schwere Rhythmen mehr am Herzen liegen, kamen voll auf ihre Kosten. Beim an diesem Abend bereits gehörten „This Time“ löste Marko Soršak Mohor am Schlagzeug ab – ansonsten der Drummer der gut gelaunten Truppe Elvis Jackson. LDH servierten dem versammelten Publikum dann etwas Neu-Altes. „Fate Somewhere“ und „Deep Down Sorrounded“ gießen immer Öl ins Feuer. Das Tüpfelchen auf dem i war dann noch die „originale“ Version von „Saved From Falling“. Und da der Song an diesem Abend schon so oft erklungen war, fingen so einige an, ihn mit der Band mitzusingen.

Da sich die gesamte Veranstaltung schon seit 21 Uhr hinzog, war es an der Zeit, den Abend langsam zu einem Ende zu führen. Doch die Anwesenden erwartete zum Abschluss noch eine weitere „Überraschung“. Die Jungs hatten zusammen mit den Gästen ein Medley aus Coversongs vorbereitet. Den Anfang machte „Rock Star“ der kanadischen Post-Grunge-Vertreter Nickelback, mit Martin am Bass. Auf vielen Konzerten geht’s nicht ohne „Killing in the Name“, einen der bekanntesten Tracks der größten Comeback-Truppe der Szene Rage Against the Machine – und auch diesmal war das nicht anders. Die Wahrheit ist eine und dieselbe: Das ist ein brutal guter Song mit einer ungemein starken Botschaft. Ein Magnet für Coversongs. Eine weitere magische Nummer ist „Satisfaction“ von den Rock-Urgesteinen The Rolling Stones, bei der sich Saša und Andrej an den Gitarren zu Marko gesellten. Ebenfalls bestens bekannt ist „Sweet Child of Mine“ der legendären Guns`n`Roses. Urškas (Billysi) Gesang peppt den Song definitiv ordentlich auf. Den Abend schlossen die Jungs mit zwei weiteren Legenden-Tracks ab: dem Whitesnake-Klassiker „Here I Go Again“ mit Rok am Klavier und dem Van Halen-Hit „Jump“. Letzteren spielten zusammen mit Marko noch Saša und Andrej an der Gitarre, Marko Soršak am Schlagzeug, Rok am Klavier und Urška als Background-Gesang.

Neben all den genannten Auftretenden bereicherten auch Inmate den Abend, die LastDayHere auf ihrer Slowenien-Tournee begleitet hatten. Alle Ansagen ans Publikum erfolgten auf Englisch, da sich unter den Anwesenden angeblich Vertreter einiger ausländischer Labels „versteckt“ haben sollen. Den Jungs gönnen wir auf jeden Fall den Erfolg, den sie aufgrund ihrer qualitativ hochwertigen Musik und des investierten Einsatzes mehr als verdient haben.

Fotos: Barbara Milharčič

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