Best Of Fear (2CD)

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Primal Fear
Label: Frontiers Records
Veröffentlichung: 2017
Laufzeit: 140:28
Wertung: 4/5

Primal Fear sind deutsche Metaller aus Esslingen bei Stuttgart. Hinter ihnen liegt eine reiche Diskografie-Karriere. Während die erste Ära ihres Schaffens durch die Kompilations-CD »Metal Is Forever – The Very Best Of Primal Fear« markiert wird, die 2006 erschien – als die Jungs ihre Zusammenarbeit mit Nuclear Blast beendeten und nach und nach unter das Dach von Frontiers Records wechselten –, definiert die jüngste Kompilation namens »Best Of Fear« die zweite Ära. Ein Sprung also vom deutschen zum italienischen Label.

»Best Of Fear« ist damit eine Doppelkompilation, die einen kreativen Querschnitt durch das letzte Jahrzehnt des Bandschaffens liefert – also vom Album »New Religion« (2007) bis hin zum aktuellen »Rulebreaker« (2016). Primal Fear haben sich in diesem Jahrzehnt durchaus spürbar verändert. Na ja, das klingt fast wie eine Blasphemie. Bei Primal Fear gilt seit jeher: Du kriegst, was du siehst und hörst – und doch. Bei Frontiers Records hat die Band einige neue musikalische Dinge ausprobiert und sie erfolgreich in ihre sonst so elementare Power-Metal-Wucht integriert. Von orchestralen Elementen über Duette mit weiblichen Vocals bis hin zum Kokettieren mit dem Erbe des Melodic Rock – was die Implantation noch größerer musikalischer Eingängigkeit in den Hauptmelodien bedeutet, aber auch gelegentliches »Weichspülen« des Sounds. Und doch bleiben Primal Fear bei all dem glühend dem Power Metal verfallen, im Einklang mit der echten deutschen Schule dieses Genres. Für die Definition ihres musikalischen Dossiers schulden sie natürlich großen Dank den Einzigartigen, nämlich Judas Priest.     

Nach dieser Kompilation werden auch diejenigen greifen müssen, die sämtliche Alben der Band besitzen, die bei Frontiers Records erschienen sind. Primal Fear haben die Karten auf Best Of Fear nämlich so gemischt, dass sie gleich drei völlig neue Songs draufgepackt haben. Den Intro Area 16 übergehen wir mal. Der erste echte neue Song ist Predator, der der Formel typischer Kracher folgt, die gewöhnlich jedes Primal Fear-Album eröffnen. Der interessanteste unter diesen Songs ist der zweite, nämlich If Looks Could Kill, der eine komplette Abkehr hin zum Kokettieren mit Melodic Rock darstellt – ein Track, als hätten ihn Pink Cream 69 für sie geschrieben. Er liefert einen hervorragenden und sofort einprägsamen Refrain, die Frage ist aber, wie gut dieser Stil zur metallischen Urgewalt der Band passt. Auf jeden Fall eine außerordentlich gute Komposition, die mit anderen Arrangements auch im einstigen AOR-Genre gut funktionieren würde. Der dritte unter den Neuen, Thrill of Speed, wirkt eher wie ein »Filler« und ist vollkommen verzichtbar.

Also: Vor euch liegt das Beste von Primal Fear aus den letzten zehn Jahren, zusammengestellt von den Alben »New Religion«, »16.6 (Before the Devil Knows You’re Dead)«, »Unbreakable«, »Delivering the Black« und »Rulebreaker«. Allerdings unterscheiden sich die beiden Scheiben ein wenig voneinander. Die erste enthält großteils aufgewühlte und bissige, also kürzere Heavy-Metal-Kracher, während die zweite CD die »forschende« Seite der Band zeigt. Also eigentlich Momente, die man als längere und komplexere Kompositionen bezeichnen kann, aber auch eingängige Balladen.

Also. Kommt drauf an, was ihr sucht. Das ist nicht die wirklich repräsentative Kompilation der Band. Das Beste findet sich nämlich auf den Alben, die Primal Fear bei Nuclear Blast Records veröffentlicht haben, vor allem auf den ersten dreien – aber auch »Devil’s Ground« ist ein verdammt gutes Album und gehört definitiv zur kreativen Spitze des musikalischen Œuvres von Primal Fear. Geht also die Kompilation »Best of Fear« etwas vorsichtig an und stürzt euch nicht gleich darauf wie ein ausgehungertes Pferd auf Heu. 

Primal Fear – If Looks Could Kill (offizielles Audio):

Besetzung

Ralf Scheepers – Gesang
Tom Naumann – Gitarre
Alex Beyrodt – Gitarre
Magnus Karlsson – Gitarre, Keyboards
Francesco Jovino – Schlagzeug
Mat Sinner – Bass, Gesang

Produktion

Mat Sinner & Primal Fear

Trackliste

CD1

01. Area 16 (neuer Song)
02. Predator (neuer Song)
03. If Looks Could Kill (neuer Song)
04. Thrill Of Speed (neuer Song)
05. The End Is Near
06. Strike
07. Sign Of Fear
08. In Metal We Trust
09. When Death Comes Knocking
10. Six Times Dead
11. Angels Of Mercy
12. Unbreakable
13. Riding The Eagle
14. Rulebreaker
15. King For A Day
16. Bad Guys Wear Black

CD2

01. Every Time It Rains (feat. Simone Simons)
02. We Walk Without Fear
03. Fighting The Darkness (long version)
04. Hands Of Time
05. One Night In December
06. The Sky Is Burning
07. Where Angels Die
08. Black Rain
09. Born With A Broken Heart (feat. Liv Kristine) (remix)
10. Born Again
11. The Man (That I Don’t Know)

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