Bad Company

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Künstler: Bad Company
Label: Swan Song
Veröffentlichung: 1974
Bewertung: 4.5/5

Mit dem Debüt von Bad Company wird der Kurs von Rodgers‘ evolutionären Manövern völlig klar. Weg von den für so manchen „morbiden“ Bluesrock-Themen aus Free-Tagen, öffnet Bad Company die Tür weit für einfachere, granitartig servierte Bluesrock-Zutaten mit mehr Zugänglichkeit. Genau dafür hat Paul eine mörderische Kombination musikalischer Talente um sich geschart: auf der einen Seite seinen alten Free-Kumpel, den außergewöhnlichen „Downbeat“-Drummer Simon Kirke, dazu Ex-Mott The Hoople-Gitarrist Mick Ralphs und King Crimson-Bassist Boz Burrell.
Paul Rodgers setzt mit Bad Company also den logischen Entwicklungsweg fort und legt dabei ganz nebenbei das Fundament für eine der innovativsten Rock-Attraktionen der 70er, wie sich später zeigen sollte. Und obwohl seine Stimme immer noch entlang der typisch tiefen Linien schlängelt, verabschiedet sich Rodgers diesmal zum ersten Mal von der markanten Rauheit in seinem Gesang, die wir aus Free-Zeiten gewohnt waren. Seine Gesangsinterpretation ist in dieser Hinsicht sozusagen bis ins letzte Detail ausgefeilt, denn sie passt perfekt zur Gesamtaussage von Bad Company. Mehr noch! Rodgers‘ Stimme ist voller saftiger Verschwendung und ist völlig zu Recht der Hauptantrieb für die sexuelle Atmosphäre, für die man, vielleicht nur mit Ausnahme der frühen Whitesnake, kaum einen würdigen Konkurrenten finden würde!
Bad Company legt im großen Stil los, mit dem energiegeladenen Rocker Can’t Get Enough, der nicht mit dem Ausschöpfen des großen Potenzials der Besetzung geizt. Cant‘ Get Enough gibt dem Album gleich am Anfang den Grundton vor und steckt grob die Kräfteverhältnisse ab. Rodgers hat den Song im Stil des größten Meisters arrangiert. Neben dem durchweg souveränen Ralphs kommt man hier an der sensationellen Rhythmusgruppe Kirke/Burrell nicht vorbei. Das bestens aufgelegte Duo atmet praktisch mit jedem Schritt von Rodgers, ist aggressiv, wenn es sein muss, und unglaublich zahm in den subtilsten Passagen des Albums. Das größte Ass von Bad Company bleibt aber natürlich Paul Rodgers selbst! Die Saftigkeit seiner Stimme verbindet perfekt emotionale Energie, die den größten Blues- und Soul-Meistern würdig wäre, mit den grob abgehackten Riffs von Mick Ralphs, die wie maßgeschneidert für den großen Sänger wirken. Der erdige Bluesrocker Rock Steady ist die passende Zurschaustellung der Symbiose der beiden. Die Giftigkeit, die sich allein mit der schaurigen Düsternis des Titelsongs messen kann, kriecht schnell unter die Haut, vor allem dank des rigorosen Antreibens des Rhythmusgetriebes. Und das ist noch lange nicht alles! Bad Company haut nebenbei fast schon beiläufig noch Ready For Love raus, einen Song, der ursprünglich für Mott The Hoople geschrieben wurde und vorurteilsfrei demonstriert, warum Paul Rodgers einer der besten Sänger im Geschäft ist. Dieser atemberaubenden Gesangsleistung sind auch die soul-inspirierten Juwelen Don’t Let Me Down und The Way I Choose ebenbürtig! Bei so unerbittlicher Konkurrenz wirkt Movin‘ On völlig entbehrlich, während sich Rodgers‘ akustischer Abstieg in Seagull als passender Albumabschluss erweist. Seagull ist für sich genommen nichts Besonderes, ihr fehlt nämlich die ansteckende Melodik, aber wie üblich reicht auch hier schon Rodgers‘ Interpretation, damit sich einem die Nackenhaare aufstellen. Fantastisch!
Mit dem Debüt von Bad Company wurde die britische Bluesrock-Front praktisch über Nacht um eine weitere ausgezeichnete Band stärker, die sich allerdings nie damit zufriedengeben wollte, Trends hinterherzulaufen, was natürlich nicht überrascht. Paul Rodgers hatte mit Free schon ein wichtiges Stück Musikgeschichte geschrieben, und Bad Company steuerten auf den Schwingen des sensationellen Debüts bald in dieselbe Richtung – in die Annalen der Musik!

Besetzung

Paul Rodgers: Gesang
Mick Ralphs: Gitarre
Boz Burrell: Bass
Simon Kirke: Schlagzeug

Produktion

Bad Company

Tracklist

1.Can’t Get Enough
2.Rock Steady
3.Ready For Love
4.Don’t Let Me Down
5.Bad Company
6.The Way I Choose
7.Movin‘ Out
8.Seagull

Spielzeit: 34.51

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