Astral Projection

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Autor: Rok Klemše

Künstler: Cordura
Label: Eigenveröffentlichung
VÖ: year_month
Laufzeit: 42:00
Wertung: 3.5/5

Tim Draksler aus Velenje machte erstmals mit seinem Solo-Erstling Morbid Desire auf sich aufmerksam – davor war er kurzzeitig in den Thrash-Bands Decilence und Interceptor aktiv. Mit Morbid Desire blieb Draksler nicht lange allein: Bald scharte er Gleichgesinnte um sich und gründete die Progressive-Thrash-Band Cordura, die vor einem Jahr das ambitionierte Studio-Debüt Astral Projection veröffentlichte.

Das ist die logische Fortsetzung von dem, was Draksler auf seinem Solo-Erstling gemacht hat: stark technisch gefärbter Thrash Metal, der stellenweise von Death-Metal-Elementen und einer satten Atmosphäre aufgewertet wird. Der größte Unterschied steckt aber woanders. Astral Projection ist nämlich nicht nur eine klangliche Weiterentwicklung von Morbid Desire – vor allem die Arrangements wurden auf ein höheres Level gehoben: diesmal deutlich ausgearbeiteter, kontrollierter und durchdachter. Hat Morbid Desire vor allem unter mangelnder Selbstkontrolle gelitten – Drakslers Ideen wurden wie beim Urknall in zu viele verschiedene Richtungen zerschossen –, ist die Geschichte auf Astral Projection weitaus kohärenter. Um das klarzustellen: Es geht nach wie vor um progressiven Thrash Metal, der sich aus dem Erbe von Bands wie Forbidden, Watchtower, Anacrusis und Toxik bedient. Erwartet also abgedrehte Riffs, komplexe jazzige Strukturen, zahlreiche Tempo- und Rhythmuswechsel sowie virtuose Gitarrensoli. Letztere sind unter Drakslers Fingern besonders stark – nicht aus dem Ärmel geschüttelt, sondern durchdacht und mit einer Vielzahl unterschiedlicher Ansätze gewürzt.

Auch anderswo mangelt es der Band nicht an Ideen. Gitarren- und Basslinien verflechten sich nämlich durchgehend hervorragend – dass letztere genauso komplex sind wie die Gitarrenparts, zeigt sich schön beim Bass-Ausflug in Binding of Immorality. Auch die vielfältigen Riffs sind toll ausgearbeitet, kommen aber stellenweise nicht ganz zur Geltung, weil die Produktion zu schwach ist (das durchdachte Staccato-Chugging in Purging Impurity klingt zum Beispiel wie ein abstürzender Computer). Etwas unbeholfen klingen auch die zwar abwechslungsreichen und wuchtigen, aber trotzdem etwas sperrigen Drums. Solide seinen Job macht auch Sänger Cesar, wird aber von Nejc Heine übertrumpft, der zwei Tracks besingt – darunter den besten des Albums: Metamorphosis (mit einem Gast-Solo von Josh Christian von den kultigen Toxik), der durch eine außergewöhnliche, unheimliche Atmosphäre besticht. Die Idee ist zwar nicht grundsätzlich falsch, aber hauptsächlich wegen des Einsatzes zweier völlig unterschiedlicher Sänger reißt der rote Faden des Albums, und Astral Projection klingt stellenweise auch deswegen etwas zu zersplittert. Auch die Qualität der Songs schwankt, und der Fluss wird leicht unterbrochen durch das etwas zu lang geratene Instrumental Without Boundaries – das hätte besser als kürzere Überbrückung zwischen zwei Songs funktioniert.

Astral Projection ist trotz kleinerer Kinderkrankheiten ein vielversprechender Anfang, und live haben Cordura bereits bewiesen, dass sie sogar noch besser funktionieren als auf dem Debüt. Man darf gespannt sein, was Cordura für das neue Studioalbum vorbereiten, das sich derzeit bereits in Arbeit befindet.  

Besetzung

Tim Draksler – Gitarre (1-10)
Cesar Vigouroux – Gesang (2, 3, 4, 9, 10)
Nejc Heine – Gesang (5, 7)
Grega Plamberger – Schlagzeug (1-10)
Uroš Apat – Bassgitarre (2, 3, 4, 5, 7, 8, 9, 10)
Dragan Bagariš – Bassgitarre (6)

GÄSTE:
Josh Christian – Sologitarre (7)
Nic Grobolsek – Sologitarre (9)
Grega Habiš – Sologitarre (9)

Produktion

Tim Draksler

Trackliste

1. The Origins of Selves
2. Throne of Agony
3. Cursed Pilgrim
4. Gatherer of Souls
5. Purging Impurity
6. Without Boundaries
7. Metamorphosis
8. The Passage
9. Binding of Immortality
10. Astral Projection

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