Als Zlagano sonce auf Planet starcev scheint (2015)

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Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik

Ort: Ljubljana / CUK Kino Šiška / Slowenien
Konzertdatum: 14.05.2015
Besucherzahl: 800

33 Jahre Bandgeschichte und das neue, insgesamt 14. Album der legendären Demolition Group aus Brežic. Die Feier mit einer marathonlangen Konzert-Setlist im CUK Kino Šiška war hervorragend besucht. Rund 800 Besucher kamen an diesem Abend, um der Band und ihrem Werk zu huldigen – einer Truppe, die sich einen ganz besonderen Platz auf der slowenischen Rockkarte verdient hat. Stilistisch und klanglich kommt ihr niemand gleich, weshalb sie ein absolutes Unikat im Alternative-Rock darstellen – von großer künstlerischer Eigenständigkeit und Wiedererkennbarkeit.

»Zlagano sonce« ist der Titel des neuen Albums, das nach vier Jahren den Vorgänger »Planet starcev« ablöst. Ein exzellentes Werk – genau das, was sich alle treuen Fans der Band gewünscht hatten – und es hält die Tradition der Qualität und Unbeugsamkeit des großen Prediger-Kollektivs aus Brežic aufrecht.

Die Band legte ohne Kompromisse los und rollte Song für Song durch – im ersten Teil spielte sie die Stücke des neuen Albums »Zlagano sonce«. Schon von Beginn an war klar: Bei Demolition Group sitzt alles an seinem Platz. Neben den Anführern, der unerschütterlichen »heiligen Dreifaltigkeit« aus Vokalist Goran Šalamona, Saxofonist Jože Pegam und Matjaž Pegam am Mischpult, gibt es frisches Blut – junge Hengste, die sich beweisen wollen, vertreten durch Gitarrist Matija Lapuh, Bassist Tomi Gregel sowie dessen Bruder und Schlagzeuger Ivica Gregel. Eine großartige Rhythmussektion mit satten, kanonenschussartigen Hieben auf die Snare, die einfache Gitarrenphrasierung immer wieder mit tribalem Angriff auf die Toms veredelnd; eine aktive, ausgesprochen melodische, präzise und warme Basslinie; die lawinenartige Klangwucht der Gitarrenphrasen; das bewährt maskulin-kernige Tenorsaxofon, das die Gitarrenphrasen verdoppelt – und natürlich die markante, einzigartige und unverwechselbare Stimme des durchdringenden Goran Šalamona. In ausgezeichnetem Gespür, perfekt eingespielt, alles vereint in einem kompromisslosen Marathon-Stampede.

Vielleicht eben wegen des marathonlangen Sets hatte die Band beschlossen, nicht zu dehydrieren und deshalb keine allzu starke Beleuchtung auf der Bühne zu wollen – die Scheinwerfer waren während des größten Teils der Konzertshow auf den Rücken der Bühnenkünstler gerichtet. Gleichzeitig harmoniert das schwache Licht eigentlich perfekt mit der düsteren, bisweilen apokalyptischen Atmosphäre und  der stets gesellschaftlich engagierten, hochaktuellen Lyrik der Band. In dieser Hinsicht zogen in der Halle nur die offiziell akkreditierten Fotografen den Kürzeren.

Die Band wanderte während des Auftritts durch ihr gesamtes diskografisches Schaffen und griff die stärksten Momente ihres Werks heraus. Gegen Ende des Konzerts trat Goran allein ans Mikrofon und las ein mehrseitiges Pamphlet vor, das in seiner donnernden Wahrheitsliebe bei den »Aufgeklärten« alle Haare zu Berge stehen ließ. Genau dieser Titan von einem Sänger verblüffte mit einer enormen stimmlichen Ausdauer. Vom ersten bis zum letzten Song – und davon gab es nicht wenige (insgesamt sage und schreibe 30) – hielt er seine außergewöhnliche Durchdringungskraft und Stärke. Ihm ging also ganz und gar nicht die Puste aus. Hut ab. Respekt an das gesamte Quintett für einen unglaublich engagierten und gelebten Auftritt. Dass die Energie im Saal wirklich knisterte, bewiesen auch die Reaktionen des Publikums, das Song für Song begeistert aufnahm, aktiv mit Goran interagierte und bis zum letzten Takt und der letzten gespielten Note des Konzerts durchhielt.

Wenn du das Beste suchst, was die slowenische Rockszene gerade zu bieten hat, dann wende dich an Demolition Group. Etwas beunruhigend ist nur, dass Demolition Group im Grunde einsame, gesellschaftskritisch engagierte Reiter bleiben, die die Ungerechtigkeit der Weltordnung auf phänomenale Weise bis auf die Knochen freilegen. Im slowenischen Raum findet man kaum Nachfolger in der jüngeren Generation von Alternative-Rock-Bands. Echte Bands, echte Nachfolger – die gibt es schlicht nicht.

»Zlagano sonce« verleiht der Band neue Flügel, neuen Schwung, neuen Antrieb. Es werden zahlreiche Bühnenauftritte folgen, jede Menge Clubkrach. Der fantastische Abend im CUK Kino Šiška war nur die Ouvertüre zu den heißen Konzerttagen, die dieses Jahr für Demolition Group noch geschrieben werden! Bleibt dran!

Setlist

1. Kapital
2. Lažje je imeti psa
3. Kaplja
4. Dan brez
5. 99
6. Včasih tko
7. Slab gospodar
8. Da bi bil iskren
9. Tesnoba, strah in cvetoče polje
10. Zato ker smem
11. Zlagano sonce
12. Neovangelij
13. Kriv sem za vse
14. Tau
15. Dan dolgih sanj
16. Gospodar
17. Nimam rad boga
18. Planet starcev
19. Romantika
20. Amerika
21. Daf
22. Gram
23. Ljubiva za svet
24. Dež
25. Bič, luč in upanje
26. Japanci
27. U tvojim očima
28. Mesečina
29. Nujno ni
30. Crackhead 

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