Zabeljena Metal Mania
Autor: Rok Klemše
Konzertdatum: 29.03.2007
Besucherzahl: 3003
Ticketpreis: 400
Sole Method 18:30 – 18:55
Den undankbaren Platz der Openers hatten die Österreicher Sole Method erwischt und spielten ihre 25 Minuten vor fast völlig leerer Halle. In einem Satz: ordentlich runtergespielter moderner Thrash Metal ohne besondere Highlights. Leider zeigte sich aber gleich zu Beginn des Abends der große Makel der Halle Volkhaus Landskrone – die extrem miese Akustik. Während der Sound in der allerersten Reihe richtig gut war, auch wenn z. B. eine der Gitarren zwischendurch wie Kampfer verschwand, löste er sich ab der zweiten Reihe komplett in Luft auf. Ich hoffe inständig, dass man das auf die relativ unbekannten Namen und die mehr oder weniger leere Halle schieben kann. Den Österreichern steht eine schwere Aufgabe bevor … in 10 Tagen beim Konzert von Circle II Circle und Savage Circus muss der Sound nämlich auf „Null“ genau stimmen.
Serenity 19:10 – 19:35
Was mir an der Halle richtig gut gefallen hat: Während der Soundchecks für die nächste Band kannst du problemlos in den Vorraum schlappen und bist in einer Minute beim Nektar der Götter, wie die deutschen Thrasher Tankard das Bier nennen würden. Vergiss das Gedrängel wie zum Beispiel im VPK. So, genug von meinem Gelaber, drinnen sägten die lokalen Nachwuchshoffnungen Serenity schon die ersten Akkorde runter. Die Band hat vor Kurzem einen Vertrag bei Österreichs größtem Metal-Label Napalm Records unterschrieben, und ihr drittes Album steht kurz vor der Veröffentlichung. Ich kann sagen, dass sie sich den Deal mit dem großen Label absolut verdient haben. Auf der Bühne wirkten sie extrem energiegeladen, der Sänger sprang die ganze Zeit hin und her und spielte Air-Guitar nach dem Vorbild des Leadgitarristen, unter dessen Fingern wirklich beneidenswerte Soli hervorquollen. Der dynamische Wechsel zwischen den cleanen, melodischen Vocals von Frontmann Georg und dem Growlen von Keyboarder Mario trug zur guten Bewertung noch das Seine bei. Wenn sich die Mischung aus dynamischem, melodischem Power, Speed und Progressive Metal auch auf dem neuen Album Words Untold & Dreams Unlived bewährt, dann wird das eines der interessanteren Debüts dieses Jahres. Leider habe ich die Ansagen in verhunztem „Österreichisch“ nicht so gut verstanden, aber das Häuflein Leute vor der Bühne, das eifrig zu Serenity bangte, hatte offensichtlich seinen Spaß.
Mastic Scum 19:50 – 20:15
Genau das Gegenteil gilt für die nächsten Auftretenden, wieder Österreicher, nämlich Mastic Scum. Die Jungs spielen komplett generischen, abgedroschenen Grindcore bzw. Deathcore. Eigentlich hätte man alles ertragen können, wenn dem Sänger nicht so extrem die Ausstrahlung fehlen würde. Absolut null Kontakt zum ohnehin spärlichen Publikum vor der Bühne und eine „tr00“ fiese Haltung, die einem kleinen, dürren Frontmann so richtig gut steht. Ich hoffe, ihr habt den Sarkasmus-Detektor eingeschaltet. Auch der Gitarrist mit Reggae-Look, der simple Metalcore-Akkorde runtersägte und dem es heftig an interessanten Riffs mangelte, blieb seinem Chef nicht viel schuldig. Vom Bassisten, der eher zu irgendwelchen Hardcore-Typen ohne Eier passen würde, will ich gar nicht erst anfangen. Ich weiß wirklich nicht, was ich noch sagen soll. Fest steht: Mastic Scum räumen alle Plaketten für die schlechteste Band des Abends ab.
Sacred Steel 20:45 – 21:15
Die Deutschen präsentierten Power Metal, den man glatt Manowar auf Steroiden nennen könnte. Sacred Steel besingen nämlich sehr ähnliche Themen wie die machohaften Amis, tun das aber roher und schärfer. Der lustige Frontmann Gerrit führte uns durch die zehnjährige Geschichte der Band und stellte uns die bekannteren Songs vor. So fehlten weder der Titeltrack des noch aktuellen Albums Hammer of Destruction, noch der hymnische Klassiker Sacred Bloody Steel, der obligatorische Lobgesang auf die Metal-Kultur mit Heavy Metal to the End und der knallende Abschluss mit Wargods. Obwohl die Jungs von Sacred Steel auf der Bühne ihren Spaß hatten, sah man ihnen an, dass sie vor dem spärlichen Publikum nicht ihre ganze Energie verpulvern wollten.
1.Maniacs of Speed
2. Battle Angel
3. Hammer of Destruction
4. Sacred Bloody Steel
5. Lust for Blood
6. Open Wide the Gate
7. Heavy Metal to the End
8. Slaughter Prophecy
9. Wargods
Lionhead 21:30 – 22:00
Ein bisschen seltsam war es schon, dass eine unbekannte österreichische Band nach den deutlich bekannteren Sacred Steel auftrat. Lionhead haben noch nicht mal ein Debüt draußen, aber nach dem Gehörten würde ich mich dagegen nicht wehren. Die Löwenköpfe spielen exzellenten Thrash Metal, bei dem vor allem das hervorragende Zusammenspiel der beiden Gitarristen heraussticht. Doppelte Soli und fantastisches Riffing im Stil des alten Bay-Area-Thrash waren definitiv die Überraschung des Abends. Ich persönlich hätte lieber gesehen, wenn sie das Growlen im Stil der finnischen Children of Bodom gegen cleanen Thrash-Gesang à la Heathen eingetauscht hätten, aber die Youngsters sind noch grün hinter den Ohren und haben sicher noch eine lange Karriere vor sich. Eine qualitativ hochwertige, souverän runtergespielte halbe Stunde, und Lionhead überließen die Bühne dem, zumindest für mich, größten Namen des Abends.
Morgana Lefay 22: 30 – 23:25
Auf die schwedischen Schwergewichte des Abends wartete die Halle allem Anschein nach am sehnlichsten. Es gibt nicht viele Bands, die Power Metal mit Thrash-Einflüssen spielen, und Morgana Lefay machen das sehr gut, was sie auch bewiesen. Vor gut einer Woche haben Morgana Lefay der ohnehin umfangreichen Plattenfamilie ein neues Kind hinzugefügt. Ein paar Ausschnitte aus dem neuen Album Aberrations of the Mind bekamen wir auch zu hören. Morgana Lefay hatten in ihrer langen Karriere ziemlich viel Ärger mit ständigen Besetzungswechseln, daraus folgend einer Namensänderung, mehreren Labelwechseln … aber die Truppe, die sich uns präsentierte, wirkt sehr geschlossen und hat sichtlich Spaß auf der Bühne. Auch wenn sie sich sichtlich etwas zurückhielten und ihre Kräfte für die anstehenden Konzerte schonten. So jung sind sie ja auch nicht mehr. Trotzdem knüpfte Frontmann Charles einen echten Draht zum österreichischen Publikum, das ihm aus der Hand fraß. Als er irgendwann bemerkte, dass es im hinteren Teil der Halle eher gemütlich zuging, sprang er von der Bühne und sang extra für die Gemütlicheren. Charles ist ein unterhaltsamer Frontmann, und solche Momente gab es jede Menge. Zum Ende des regulären Teils verabschiedete er sich vom Publikum mit der Geste „E.T. go home“, und die gesamte erste Reihe machte mit. Die schlagkräftige Fünferbande präsentierte einen guten Querschnitt durch die Karriere, begeistern konnten vor allem die Klassiker der Band wie I Roam, Face of Fear, Hollow und Crimson King. Morgana Lefay waren ohne Zweifel der Höhepunkt des Abends! Charles überzeugte mit einem Gesang, der stark an Jon Oliva erinnert, das Gitarrenduo Erikkson/Grehn mit hervorragenden Thrash-Einlagen. In der obligatorischen Zugabe, die das Publikum einforderte, spielten sie noch den starken Titelsong des Albums Maleficium sowie den knallenden Opener des neuen Albums, Delusions.
1. Intro
2. I Roam
3. Angels Deceit
4. Face of Fear
5. End of Living
6. Another Dawn
7. Hollow
8. The Source of Pain
9. In the Court of the Crimson King
10. Maleficium
Zugabe:
11. Delusions
Disbelief 00:00 – 1:45
Als Letzte enterten die deutschen Death/Grind-Metaller Disbelief die Bühne. Auch sie stellten, genau wie ihre Vorgänger Morgana Lefay, eine ganz frische Platte vor, das vor zwei Wochen erschienene Album Navigator. Ein routiniert runtergespieltes Set ohne besondere Highlights, könnte man sagen. So wie man das Energiesparen allen Auftretenden nachsagen könnte, gilt das auch für Disbelief. Navigator ist eine sehr solide Platte, und der knallige Crossover klingt auch live nicht schlecht. Mit ihrem episch klingenden Sound erinnern sie streckenweise tatsächlich an die kanadischen Death-Metal-Champions Kataklysm. Nach guter Dreiviertelstunde beendeten Disbelief die Metal-Sause in Villach.
Was könnte ich zum Schluss noch sagen? Ich hoffe auf jeden Fall, dass die Soundqualität bei den kommenden Konzerten drastisch besser wird! Falls du die aktuelle Dürre bei größeren Metal-Namen bei uns vermisst, ist Villach genau die richtige Adresse für dich. Von Ljubljana nur knapp eine Stunde entfernt, und auf die Gastfreundschaft der Kärntner Metaller wirst du nicht verzichten müssen, und in Kürze stehen einige Events mit richtig fetten Metal-Namen an. Schon in zehn Tagen spielen in derselben Halle Circle II Cirle und Savage Circus, und Ende Mai steht ein Metal-Wochenende mit Mnemic, Nightrage und den legendären Immolation, Krisiun sowie Grave an. Die Kärntner Metal-Maniacs laden ein!
1. For God
2. The Thought Product
3. When Silence is Broken
4. Sick
5. Navigator
6. Rewind it All
7. Misery
8. Ethic Instinct
9. To The Sky
10. It’s Simply There
11. The One
Zugabe:
12. Falling Down
13. Between Red Lines
Setlist
DISBELIEF
MORGANA LEFAY
LIONHEAD
SACRED STEEL
MASTIC SCUM
SERENITY
SOLE METHOD
Bildergalerie











