Who We Are
Autor: Aleš Podbrežnik
Künstler: Vega
Label: Frontiers Records
Veröffentlichung: 2016
Laufzeit: 45:01
Wertung: 4/5
Vega, die melodische/AOR-Rockband aus Großbritannien, fliegt weiter auf den Flügeln ihres kreativen Schwungs. Gerade mal sechs Jahre nach ihrem Studioerstling von 2010 liegt bereits das vierte Studioalbum vor, und die Band zeigt auch damit keinerlei Anzeichen von ideeller Erschöpfung oder einem Mangel an kompositorischer Inspiration.
»Who We Are« ist ein weiteres exzellentes Studiowerk, das dem qualitativ kaum zu übertreffenden Vorgänger »Stereo Messiah« (2014) mehr als würdig nachfolgt – Vega bleiben auch mit dem neuen Album einer der wichtigsten »Promotoren« des AOR-Revivals im klassischen britischen Stil.
Das Kernteam ist außerordentlich stark aufgestellt. Es setzt sich nämlich aus hartgesottenen, erfahrenen Musikern zusammen, angeführt von den treibenden Kräften, den Brüdern Tom und James Martin. Dabei handelt es sich um Komponisten, die in der Vergangenheit vor allem als Songschreiber auf Alben von Künstlern wie Khymera, Danny Vaughn (Tyketto), Joe Lynn Turner (Rainbow, Yngwie J. Malmsteen’s Rising Force, Deep Purple), House of Lords, Ted Poley (Danger Danger) und Tommy Funderburk mitgewirkt haben. Sie besitzen ein außerordentliches, geradezu intuitives Gespür dafür, perfekte melodische Eingängigkeit zu kreieren, die beim ersten Hören sofort ins Ohr geht – und das ist im Rock’n’Roll von heute eine äußerst seltene und entsprechend begehrte Tugend.
Das neue Album liefert ein weiteres Dutzend fein komponierter Songs mit Höhepunkten atmosphärischer Bombastik in den melodischen Refrains, die qualitativ in keinster Weise voneinander abweichen, sondern durchgehend ein außerordentlich hohes künstlerisches Niveau im kompositorischen Perfektionismus aufrechterhalten. Für die exzellente Produktion sorgte auch diesmal der erfahrene Harry Hess (Harem Scarem). Und das Album weicht konsequent keinen Deut von der eingeschlagenen musikalischen Richtung der Band ab. Vocalist Nick Workman brilliert erneut mit seinem phänomenalen stimmlichen Beitrag aus klarem, autoritativem und hochmelodischem Gesang. Die Band hält die unverwechselbare Note der Melancholie aufrecht, die tief im melodischen Rock der britischen Inseln verwurzelt ist, versteht aber auch, was gesunder Humor bedeutet – so fehlen auch Momente nicht, die mit typisch britischem schwarzen Humor dosiert sind, worauf bereits das Cover des neuen Albums hindeutet.
Vega liefern also ein weiteres wunderschönes Album, das sich stolz dem Diskografiewerk der Band anschließt, und mehr als offensichtlich ist, dass Vega mit ihrem strahlenden Revivalismus, wie ihn auch das neue Album unter Beweis stellt, weiterhin die Herzen aller AOR-Enthusiasten erobern werden. Sowohl jener mit ausgeprägtem Geschmack, die für sich das Beste fordern, als auch frisch gebackener Fans, die das Genre gerade erst entdecken. Die Band, die sich zuletzt mit dem neuen Mitglied, Gitarrist Marcus Thurston, verstärkt hat und damit zum Quintett angewachsen ist, ist auch in Musikerkreisen sehr angesehen – kein Wunder also, dass sie kürzlich eine gemeinsame Tour mit den legendären britischen Art-Rockern Magnum absolviert hat. Und das Album »Who We Are« ist ein weiteres ausgezeichnetes Dokument, das die volle Aufmerksamkeit aller AOR-Liebhaber verdient – und ebenso eine konkrete Präsentation auf internationalen Bühnen.
Vega – White Flag (offizielles Video):
Besetzung
Nick Workman – Gesang
Tom Martin – Gitarre
James Martin – Keyboards
Dan Chantrey – Schlagzeug
Marcus Thurston – Gitarre
Produktion
Harry Hess
Tracklist
1. Explode
2. We Got It All
3. Every Little Monster
4. Nothing Is Forever
5. White Flag
6. For Our Sins
7. Generation Now
8. Ignite
9. Saving Grace
10. If Not You
11. Hurts So Bad