V

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Künstler: Fate
Label: MTM Records
Veröffentlichung: 2006
Bewertung: 3/5

Das hier ist das „Comeback“-Album der dänischen „Melodic/AOR/Hard Rock“-Legenden, die manch einem vielleicht noch von der Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debüts 1984 im Gedächtnis geblieben sind, auf das 1986 „A Matter Of Attitude“ folgte, als dänische Version von Van Halen. Zur schnellen Auffrischung: Gegründet hat die Band 1984 Hank Sherman, als er damals Mercyfull Fate verlassen hat. 13 Jahre nach der Auflösung ist die Truppe endlich wieder zusammen! Sie hat sogar ein neues Album geschrieben, das fünfte insgesamt, mit dem symbolischen Titel „V“, der für Dance irgendwie einen Neuanfang andeutet. Als einziges Originalmitglied ist bei Fate nur noch Bassist Peter Steincke übrig geblieben. Fate sind aktuell in derselben Besetzung unterwegs wie 1993, als sie den Laden dichtgemacht haben, mit dem Unterschied, dass sie einen neuen Drummer in der Band haben. Das ist Mikael Kvist , der von der schwedischen „Progressive Metal“-Band Elsesphere dazugekommen ist. Bei MTM Records haben sie vor Kurzem ihre Alben „A Matter Of Attitude“ (1986) und „Scratch ‚N‘ Sniff“ (1990) neu aufgelegt, ein Zeichen dafür, dass sich dahinter ein wahrscheinliches „Comeback“ der Band zusammenbraute.

Fate haben die Kraft und den Mut gefunden, Material und Ideen haben sich in 13 Jahren Pause genug angesammelt, aber entscheidend war trotzdem der Wille und natürlich auch, wie die Arbeitschemie zwischen den wiedervereinten Mitgliedern im Studio sein würde. Das Album „V“ hat der etablierte Produzent Tommy Hansen produziert, der schon das Fate-Album „Scratch’N’Sniff“ produziert hat und zum Beispiel an Alben von Bands wie Pretty Maids, Helloween und TNT mitgewirkt hat.

Das neue Album „V“ ist also eine Rückkehr zum klassischen Sound der Band, dessen Fundament sie in den Achtzigern gelegt hat. Dicke, offene Gitarrenriffs, produktionstechnisch nach vorne geschoben, leicht roh und angeschliffen, wie es sich gehört, halten den Sound lebendig und dynamisch! Fate haben natürlich auch die beeindruckenden und unverzichtbaren Gitarrensoli nicht vergessen, eben diese klassische skandinavische Gitarrenhandwerkskunst. Die Songs tragen die erwartete Epik in den Melodien, die Keyboards bringen Dramatik in die Stücke und heben die Atmosphäre auf ein hohes Niveau.

Aber der Gesang ist es, der die Wiedererkennbarkeit von Fate irgendwie definiert. Peers Stimme könnte man interessanterweise als eine Art Zwischenstufe zwischen Ralf Scheppers (Primal Fear) beschreiben, wenn er in hohen Lagen singt (ein typisches Beispiel ist der Refrain von Everything About You oder der Song Life), in mittleren oder tiefen Lagen singt er dagegen mit  „einem kleinen Kloß im Hals“, der an Udo Dirkschneider (U.D.O., Accept) erinnert, und zwar an den „normalen“ Udo, wenn er nicht kreischt und in entspanntem Ton singt. Interessant dabei: Peer nimmt stellenweise Linien nach dem Vorbild von Helloween-Sänger Andi Deris (z. B. der Refrain des Songs I’ll Get By). Vielleicht trägt die Produktion zu diesem „Deris-Era-Helloween-Feeling“ bei, vor allem bei den „Backing Vocals“. Die Dänen zaubern in alle Songs einen obskuren Touch! Dieser Touch ist für melodische AOR- “Hard-Rock“-Gewässer eigentlich untypisch und begleitet normalerweise „Heavy Metal“-Genres. Fiese Keyboards bringen das echte Schlagen der Schicksalsstunde aufs Album, schuld daran ist aber ganz sicher auch Peers Gesang, der eingelebt und durchgehend kompromisslos ist, vor allem aber die Farbe seiner Stimme. Der Gesang ist wirklich das, was Fate ein bisschen anders macht als das Meer all der Bands dieser Art.

Das Album ist also makellos. Die Jungs wirken überzeugend, frisch und sind heiß darauf, es allen zu beweisen. Auf dem Album gibt es keinerlei Abweichungen von den vorgezeichneten Fate-Richtlinien. Also melodisch, aber dramatisch und in Dunkelheit gehüllt. Die Trauer einer apokalyptischen Vision ist der ständige Begleiter des Albums “V“. Vielleicht eine widersprüchliche Aussage, aber es ist ein interessantes Album, typische „Melodic Hard Rock“-Schablonen gekreuzt mit einem unerwartet modernen, germanisch angehauchten „Power Heavy Metal“-Touch von echtem Drama und Obskurität. Ein absolut überzeugendes Album mit der ganz eigenen, wiedererkennbaren Fate-Haltung, das für Fate den Beginn einer neuen kreativen Phase und ein hervorragendes Sprungbrett bedeuten kann. Die Rückkehr auf die Bühne war also erfolgreich. Jungs, macht einfach so weiter!

Besetzung

01. Butterfly (5:03)
02. Heaven’s Crying Too (5:02)
03. Everything About You (4:43)
04. Ecstacy (4:18)
05. Nobody Loves You The Way I Do (5:21)
06. Burned Child (4:56)
07. I’ll Get By (4:00)
08. Life (5:23)
09. Fate (5:08)
10. Memories Wont Die (5:20)
11. Toxic (5:30)

Spieldauer des Albums: 54:55

Produktion

Tommy Hansen

Tracklist

Per Johansson – Gesang
Søren Hoff – Gitarre
Peter Steincke – Bass
Mikael Kvist – Schlagzeug

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