Under Southern Skies

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Künstler: Newman
Label: AOR Heaven Records
Erscheinungsjahr: 2011
Spielzeit: 55:22
Bewertung: 3/5

Steve Newman ist ein erfahrener britischer Multi-Instrumentalist, Arrangeur, Produzent, Texter und Vokalist. Obwohl der Mann seit Jahren fest auf der Rock-Landkarte der Welt verankert ist und eine Reihe von Alben veröffentlicht hat, machte er erst vor Kurzem auf sich und seine Band aufmerksam – mit dem Album „Art Of Balance“, das ihm einen deutlichen Durchbruch auf der Szene bescherte und ihn über eine Serie von Auftritten auch bis zum prestigeträchtigen letztjährigen Firefest in Großbritannien führte. Newman wuchsen bei dieser Gelegenheit zu einer richtigen Band heran.

Steve Newman ist ein Workaholic, der ununterbrochen kreativ tätig ist. So veröffentlichte er im April dieses Jahres unter dem Projektnamen Big Life ein gleichnamiges Album zusammen mit dem exzellenten und leider viel zu wenig beachteten ehemaligen Praying Mantis-Sänger Mark Thompson Smith. Dieses Album war eigentlich so etwas wie ein Querschnitt durch das typische Newman-Arrangement im „melodic rock“-Stil, dem Mark Thompson Smith mit seinem herausragenden Gesangsansatz eine ganz besondere Note verliehen hat. Die äußerst gelungene Kombination zweier Musiker resultierte in einer ausgesprochen mutigen Veröffentlichung, von der wir hoffen,  dass sie eines Tages auch eine neue Studiofortsetzung erleben wird – RockLine-Rezension HIER.

Für das neue Studioalbum hat Steve Newman die Band erneut aufgelöst. Alle Arrangements sowie den Großteil der Instrumente – mit Ausnahme des Schlagzeugs – spielte er vollständig alleine ein; nur auf If He Loves You überließ er seinem Kollegen Shaun Bessant das Gitarrensolo, wohl als Anerkennung für dessen vergangene Arbeit als Live-Gitarrist von Newman. Der Effekt des neuen Albums ist daher dem sehr ähnlich, was wir bereits auf dem Vorgängeralbum „Art Of Balance“ erlebt haben, und „Under Southern Skies“ bietet eigentlich nichts Neues und noch nicht Gehörtes von diesem prominenten britischen Musiker.

Es ist schön zu erkennen, dass Steve Newman auf Basis der oben genannten Fakten ein äußerst selbstbewusster Musiker ist, der weiß, dass die besten Werke nur dann entstehen, wenn er die absolute Kontrolle über alles hat. Und genau in dieser Tatsache liegt der Stolperstein, den man als „hermetische“ Abgeschlossenheit bezeichnen könnte – um es direkt zu sagen. Dem Album fehlen frische Ideen, eine packende Wirkung beim ersten Hören, und Steve repliziert in einigen Situationen tatsächlich das Vorgängeralbum. Ebenso spürt man trotz der bewährten Produktion, dass hinter dem Inhalt eine „One-Man-Band“ steckt, denn den Songs fehlt es sowohl an mehr Lebendigkeit als auch an organischer Klanggrundlage, die Teamarbeit in einer Band weitaus leichter verkörpern und auf das Studioband übertragen kann. Diese „Verzerrung“ zeigt sich besonders, wenn man sich der Bassbegleitung auf dem Album widmet. Steve hat ihr nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet. Die Bässe sind einfach, in ihrer Tonalität „abgehackt“-linear, ohne dynamischen Glanz. Dadurch klafft zwischen dem Schlagzeug und der Gitarren-Keyboard-Mauer der Begleitung ein deutliches Klang-Loch.

Gleichwohl besitzt das Album den unverkennbaren AOR-Stil des britischen Melodic-Rock-Idioms, das sich diesmal sogar noch intensiver als sonst auf das Erbe des Survivor-„west coast“-Prinzips stützt (es handelt sich also um das positivst gestimmte Newman-Album); dabei haftet ihm nach wie vor jener melancholische Schleier an, der die Phalanx britischer AOR-Bands – zu denen auch Newman gehören – auf einen besonderen Platz in diesem Genre stellt. Dieser Schleier der Melancholie spielt diesmal allerdings eine untergeordnete Rolle. Auf dem Album gibt es einige herausragende Stücke, die in der Qualität des Arrangements klar die Nase vorn haben, wie etwa der Titeltrack Under Southern Skies, Ghost In The Night und das abschließende Montserrat. In diesen dreien dominiert der spezifische britische melancholische Drama-Effekt, der bei Newman stets voll gezündet hat. Der Rest des Albums ist solide gemacht, so wie man es von Newman erwartet. Die Songs halten ein Niveau angenehm melodisch-kompakter Wirkung beim ersten Hören. Dennoch kann man das Gefühl nicht loswerden, dass dem Album diesmal mehr Ausdruckskraft und Frische fehlen – oder um es direkt zu sagen: Die Refrains schaffen es nicht, in den Songs Höhepunkte zu entwickeln und die Atmosphäre in ein vollständiges atmosphärisches „crescendo“ zu tragen.

„Under Southern Skies“ ist ein bewährt vorsichtiges Studiowerk der Band. Es wird den Fans der Band gefallen, bringt für die Band selbst aber keinerlei künstlerisches Wachstum oder Reifung. Angesichts der Tatsache, dass Newman einen Vertrag mit AOR Heaven Records abgeschlossen haben, ist das ein sehr guter Ausgangspunkt, damit es der Band endlich gelingen könnte, intensiver auf sich aufmerksam zu machen und ihren Namen auch auf dem alten Kontinent zu verbreiten. Vielleicht sogar für eine kurze Tour außerhalb Großbritanniens. Das wäre super. „Under Southern Skies“ bringt also keine Neuerungen und keine stilistische Weiterentwicklung der Band, doch Newman bewahren damit ihr bewährtes Profil und ihren Klang. Aufgrund der vielen auf früheren Werken bereits gehörten Tricks gelingt ihnen das diesmal weniger überzeugend.

Besetzung

Steve Newman – Gesang, Gitarre, Bassgitarre, Keyboards
Rob McEwan – Schlagzeug

GASTMUSIKER:
Shaun Bessant – Gitarrensolo auf Track Nr. 2

Produktion

Steve Newman

Trackliste

1. Killing Me
2. If He Loves You
3. Under Southern Skies
4. Strength To Carry On
5. Ghost In The Night
6. Without Warning
7. She’s Gone
8. Fire With Fire
9. Save No Prisoners
10. Wish You Were Here
11. Montserrat

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