Turn The Lights Out

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Künstler: Ponys, The
Label: Matador Records
Veröffentlichung: 2007

Waren The Ponys aus Chicago einst als Garage-Sound der Siebziger und späten Sechziger abgestempelt, der auch mit psychedelischeren Themen flirtete, sind sie mit ihrem dritten Album Turn The Lights Out gleich mal ein gutes Jahrzehnt weitergesprungen. Genauer gesagt in die zweite Hälfte der Achtziger, als in den Gewässern des Alternative Rock neuere und zugleich kräftigere Wellen auftauchten, mit einer noch stärkeren Unterströmung.

The Ponys haben sich mit diesem Werk im Grunde regelrecht mit dem Sound vollgesogen, der vor allem auf drei kultige Sound-Meilensteine der damals ungemein frischen Sonic Youth fixiert ist – EVOL (1986), Sister (1987) und Daydream Nation (1988). Gleichzeitig haben sie aber nicht vergessen, was sie schon früher unverkennbar gemacht hat, sodass The Ponys nach wie vor vor allem The Ponys bleiben, die ihre Einflüsse nie geleugnet oder versteckt haben.
Man hört aber auch, dass noch andere Faktoren ihren Sound ordentlich geprägt haben: Unter anderem hat sie der ursprüngliche Gitarrist Ian Adams verlassen, und seinen Platz hat Brian Case übernommen, der der Musik auf jeden Fall eine ganze Menge Frische verleiht. Mit ihm wagen sich The Ponys in Gefilde vor, die sie zuvor ziemlich unerforscht gelassen hatten; ein Paradebeispiel für sein „sternenhaftes“ Spiel ist der Song „Poser Pyschotic“.
Auffällig ist auch der Wechsel von einem kleinen Indie-Label zu Matador, das natürlich mehr Türen öffnet, als sie bei In The Red bieten konnten, wo sie die Alben Laced Romance (2004) und Celebration Castle (2005) veröffentlicht haben. Dazu passt auch der Schritt zu einer ausgefeilteren Produktion, obwohl sie beim letzten Album mit niemand Geringerem als Steve Albini zusammengearbeitet hatten, der ja beharrlich behauptet, er sei kein Produzent, sondern bloß Engineer, der Musik einfach gut aufnimmt und dafür keine Produktion braucht. Bei Turn The Lights Out haben sie das selbst in die Hand genommen, mit fachkundiger Hilfe von John Agnello, und das Ergebnis ist natürlich ein etwas weniger rauer Sound, der aber immer noch urwüchsig und unsynthetisch genug ist, dass sie im Grunde nichts oder zumindest nicht allzu viel verloren haben. Vielleicht sogar im Gegenteil?

Demnach ist dieses Album eine logische Fortsetzung der früheren Werke, gerade weil keines ihrer Alben eine Fortsetzung impliziert – und damit ist Turn The Lights Out die Fortsetzung von nichts, sondern bloß ein eigenständiges, abgeschlossenes Ganzes, was the Ponys ganz sicher nicht stört.

Besetzung

Jered Gummere: Gitarre, Gesang
Melissa Elias: Bass, Gesang
Brian Case: Gitarre
Nathan Jerde: Schlagzeug

Produktion

John Agnello und The Ponys

Tracklist

1 Double Vision
2 Everyday Weapon
3 Small Talk
4 Turn the Lights Out
5 1209 Seminary
6 Shine
7 Kingdom of Hearts
8 Poser Psychotic
9 Exile on My Street
10 Harakiri
11 Maybe I’ll Try
12 Pickpocket Song

Spieldauer: 41:40

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