Toxine stellen ihr Debüt Ever Worldless vor

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Es gibt immer nur zwei Wege: den Weg der Vergiftung, der Angst und der Ablehnung, und den Weg des Loslassens und der Annahme … der Weg von Toxine.

Koper, 20. Mai 2013 – Am Samstag, dem 18. Mai, wurden die Besucher im Figa Rock Bar in Koper Zeuge einer besonderen Präsentation des Debüts Ever Wordless der Küsten-Musikgruppe Toxine. Mit einem Event, der durch seine Interdisziplinarität den Begriff eines gewöhnlichen Konzerts weit hinter sich ließ, besiegelten sie damit ihre erste gemeinsame kreative Schaffensphase und brachten dem Publikum auf ganz eigene Weise ihre konzeptuelle Musikphilosophie näher. Das Publikum hatte so die Gelegenheit, am eigenen Leib zu spüren, wie Toxine die Entstehung von Antitoxinen auslösen können.
Toxine. Ein Name englischen Ursprungs, dem die Bandmitglieder durch das hinzugefügte E die Rauheit und Schädlichkeit genommen und sie durch Sanftheit und Weiblichkeit ersetzt haben. Toxine ist kein Gift. Es ist vor allem ein Konzept, das darauf aufmerksam machen will, dass die Toxizität, die unsere Gesellschaft durchzieht, eine implizite Entgiftung ist.

»Wir wollen nicht auf das Negative aufmerksam machen, ganz im Gegenteil: Wir beschäftigen uns mit dem positiven Potenzial. So könnte man sagen, dass Toxine, ganz allgemein gesprochen, ein Konzept ist, das auf die helle Seite einer Vergiftung hinweist – womit ich nicht unbedingt etwas Physisches meine,« verriet uns Tomi Toth vor Beginn der Veranstaltung, Sänger und Frontmann der Gruppe, deren Modus Operandi in einem ständigen, lebhaften kreativen Strom ausschließlich eigener Musik und gesellschaftlichem Kommentar verwurzelt ist.

Interdisziplinarität ist das Mittel, über das sie mit dem Publikum kommunizieren wollen. Sie schauen gerne weit über das rein Musikalische hinaus. Für die Samstags-Präsentation luden sie deshalb den Saxofonisten Erik Kramberger zur Zusammenarbeit ein, Marko Vivoda schuf mit einer Flüssigkeitsprojektion (liquid performance, Lumière bros) die erweiterte visuelle Dimension, und die Ausdruckstänzerin Anja Slavec verlieh dem Event mit ihrer Interpretation von Toxine-Musik und -Texten einen tanz-theatralischen Stempel.

»An einem solchen Projekt habe ich zum ersten Mal mitgewirkt. Das Projekt bot von sich aus schon viel – oder rief geradezu nach einem tieferen Eintauchen. Ich glaube, es ist mir gelungen, denn Bewegung und Musik haben sich zu jener Ebene verschmolzen, die am Ende zur Katharsis geführt hat; dem Grund, warum ich tue, was ich tue. Vielleicht würde ich den Begriff Katharsis im Kontext lieber durch den Begriff Entgiftung ersetzen,« fasste Anja Slavec am Ende ihre Eindrücke zusammen.

Sie spielen mit der Vielschichtigkeit von allem, was uns umgibt, und erzählen von den Grenzen ihrer Erkenntnis. Die kosmische Neugier, die ihrer Meinung nach organisch in jedem Menschen vorhanden sein muss, haben sie bis zum Äußersten getrieben und sind zu der Erkenntnis gelangt, dass wir in Wirklichkeit sehr wenig wissen. Damit haben wir aber schon ziemlich viel erfahren. All das fasst bereits der Titel ihres Debüts Ever Wordless (Akord Records unter dem Dach des Instituts Subkulturni azil Maribor) zusammen, was man als »ewig ohne Worte« übersetzen könnte. Durch die wortreichen Texte auf dem Album wollen sie uns kurze, aber dennoch äußerst wichtige Erkenntnisse vermitteln. Ihre Musik lässt sowohl Melancholie als auch spritzige Verspieltheit zu, die Genres mischen sie durch und durch, und die Musik schicken sie pulsierend und kompromisslos ins Publikum.

»Wir leben in einer Zeit der Zersplitterung, Musikgenres lassen sich immer schwerer definieren. Ich glaube, das spiegelt sich genau in unserer Musik wider. Wir denken nicht in Genres, welchen Musikstil wir spielen wollen. Wir alle kommen aus verschiedenen Musikgeschmäckern und Erfahrungen, was letztendlich das definiert, was in der Musik von Toxine entsteht. Jedes Mitglied bringt ein bestimmtes Element ein, hinter dem es als Individualist steht, und von außen betrachtet funktionieren wir trotzdem organisch und als Einheit,« erklärte Bassist und Mitkomponist Jaša Hedžet Jajo zur musikalischen Seite des Debüts.

Toxine, deren hörbares und sichtbares Ergebnis des musikalischen Miteinanders ein satter, vielschichtiger Sound ist, in dem Funk, Progressive Rock, Drum n`Bass, Jazz, House und stellenweise Metal-Rhythmen Bruderschaft schließen, wollen in Zukunft so viel wie möglich mit Kreativen aus verschiedenen Kunstsparten zusammenarbeiten, mit denen sie einen vielschichtigen Auftritt und damit eine eigene Sprache formen möchten. 

TOXINE SIND:
Tomi Toth: Gesang
Samo Turk: Gitarre, Gesang
Jaša Hedžet Jajo: Bassgitarre
Gregor Brajkovič: Schlagzeug, Gesang

(e)VOLUTION EINES MUSIKALISCHEN AUSDRUCKS: TOXINE entstand um die Jahreswende 2006/2007, als aus dem Nachspielen von Musik anderer Autoren – wie sie es gerne ironisch nannten – etwas völlig Anderes, Frisches und Unerwartetes geboren wurde. Der Zufall wollte es, dass genau zu dieser Zeit ein Wettbewerb für nicht etablierte Bands stattfand – Kompilacija Obala 2 – und der erste Song Ever Wordless? in nur wenigen Tagen entstanden war. Die heutige Besetzung erschafft seit 2008 im Strudel der musikalischen Fusion.

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