Tomorrow We Die ∆live

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Autor: Primož Novak

Künstler: Born Of Osiris
Label: Sumerian Records
Veröffentlichung: 2013
Laufzeit: 42:26
Bewertung: 3.5/5

Die amerikanische Band Born Of Osiris hat sich zuvor als einer der interessanteren Vertreter der Deathcore-Szene erwiesen, der den technischeren Aspekt des Deathcores betont. Das haben sie besonders mit dem Album The Discovery unter Beweis gestellt, das die Band auf ein höheres Level gehoben hat – trotz einiger Kritikpunkte, dass sie sich vom authentischen Deathcore entfernt hätten, was aber typisch für Bands unter dem Label Sumerian Records ist, das sich mit Periphery, After The Burial, Veil Of Maya u. a. einen Namen gemacht hat. 2011 verließ Gitarrist Jason Richardson die Band, dem eine wichtige Rolle bei The Discovery zugeschrieben wurde, doch Bandleader und Gitarrist Lee Mckinney erklärte, dass Richardson selbst keinen nennenswerten Einfluss auf die Entstehung hatte.

Als die Band den Song M∆chine zum ersten Mal herausbrachte, waren die Erwartungen groß. Besagter Song wirkt wie eine Art Untermalung für einen apokalyptischen Film – mit wuchtigen orchestralen Synths, kräftigen Gitarren, die stark auf Breakdowns und Arpeggios ausgerichtet sind, und brutalem Gesang. Der Gesang hat sich zweifellos weiterentwickelt. Vokalist Ronnie Canizaro hat sein Growling vertieft, andererseits ist seine Aussprache klar, sodass sein Gesang besser zur Geltung kommt als die unverständlichen Death-Metal-Growls, bei denen man kein Wort versteht. Neben Canizaro steuert auch Keyboarder Joe Buras viele Vocals bei, der mit seinem eher Metalcore-gefärbten Gesang zur vokalen Dynamik beiträgt. Gelegentlich ist auch Clean Singing zu hören, davon gibt es aber zu wenig, und es passt auch nicht besonders gut zu Born Of Osiris.

Allerdings zieht sich durch das Album ein leicht bitterer Beigeschmack in Sachen Gitarren, die zu sehr auf Breakdowns und gelegentliche Djent-Riffs setzen, die wie Morsecode wirken. Zwar liefert Lee Mckinney gelegentlich einen einfallsreichen, technischen, synkopierten Riff, aber das ist leider weit entfernt von dem, was auf The Discovery zu hören war. Zweifellos orientiert sich die Gitarre zu wenig am Death Metal. Allerdings merkt man deutlich, dass die Band nicht im Stil des Vorgängers weitermachen wollte – denn es sind enorm viele Synths und Samples vorhanden, die alle Breakdowns etwas interessanter machen, obwohl sie gelegentlich schon kitschig klingen. Außerdem folgt Joe Buras offensichtlich den Trends und hat deshalb auch Dubstep-Elemente eingewoben (ein gutes Beispiel ist der Song Mindful), was interessant wirkt, andererseits aber schon aufgewärmt.

Was dem Vorgänger ähnlich bleibt, sind die herausragenden Soli von Lee Mckinney, der Arpeggios wie aus dem Ärmel schüttelt. Auch der Hauch von Melodie ist nicht verloren gegangen. Als Beispiel kannst du den Song Exhil∆r∆te nehmen. Das Schlagzeug lässt zwar nicht nach, aber Cameron Losch glänzt diesmal mehr mit den Füßen als mit den Händen, als würde er sich an Raymond Herrera (Fear Factory) orientieren. Die Produktion ist angenehm wuchtig geblieben. Der Bass füllt das Klangbild hervorragend aus. Die Songs sind nicht in die Länge gezogen und haben nicht so viele sich wiederholende Elemente. Zu loben ist der Sound, der definitiv moderne Aspekte widerspiegelt, die Lautstärke und Klarheit betonen – man könnte zwar übertriebene Politur vorwerfen, aber BOO würden furchtbar klingen, wenn sie auf einen dreckigeren Sound setzen würden.

Tomorrow We Die ∆live ist vielleicht keine außergewöhnliche Leistung, aber ein guter Beweis dafür, dass die Band sich nicht wiederholt, sondern neue Dinge ausprobiert. Das Album kann überraschen und enttäuschen. Womit sie beim nächsten Mal überraschen werden, bleibt ein Rätsel – denn auf Basis dieses Albums lässt sich schlussfolgern, dass die Band unberechenbar bleibt.

Besetzung

Ronnie Canizaro – Gesang
Lee Mckinney – Gitarre
Cameron Losch – Schlagzeug
Joe Buras – Keyboards, Synthesizer, Gesang
David Da Rocha – Bassgitarre

Produktion

Nick Sampson

Trackliste

1. Machine
2. Divergency
3. Mindful
4. Exhilarate
5. Absolution
6. The Origin
7. Aeon III
8. Imaginary Condition
9. Illusionist
10. Source Field
11. Vengeance

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