The Sticky Licks
Autor: Aleš Podbrežnik
Künstler: Sticky Licks, The
Label: Eigenveröffentlichung
Erscheinungsjahr: 2015
Länge: 48:18
Bewertung: 3.5/5
The Sticky Licks, die Hard-Rock/Rock’n’Roll-Desperados aus der Steiermark, machten bereits 2012 mit der ordentlich verpackten EP »No Money« auf sich aufmerksam. Jetzt schlagen sie mit ihrem Studio-Debüt zu. Die potenten Hengste liefern darauf sage und schreibe 13 beschwingte Tracks, vollgepackt mit einem erfreulichen Maß an adrenalintreibender Energie, unverschämt frechem Rock’n’Roll und gleichzeitig vorbildlicher Motivvielfalt, daraus resultierend lebhaft wechselnder Stimmungen sowie in großen Teilen befriedigender dynamischer Entwicklung auf dem Album.
Klar ist, dass man im Genre-Fahrwasser, in dem The Sticky Licks zu Hause sind, im Jahr 2014 oder 2015 kaum eine musikalische Revolution entdecken kann. Aber wenn man die Sache herzlich, leidenschaftlich und engagiert angeht, kann das Ergebnis immer überzeugend genug sein. The Sticky Licks liefern ein produktionstechnisch lebendig brodelndes, mit entschlossenen Rockreiffs ordentlich bestrichenes Album. Man spürt auf dem Album den Einfluss von beispielsweise The Rolling Stones, es sind Anleihen beim Flirten mit Aerosmith, Guns N‘ Roses und The Quireboys zu erkennen, und gelegentlich versuchen sich The Sticky Licks in dunklere Gefilde zu bewegen — vor allem wegen des männlichen, mitteltief intonierten, leicht näselnden Gesangs, aber auch wegen der Formatierung bestimmter Phrasen (das einleitende Man of Sand, Radiator Woman) nach dem Vorbild von The Cult. Das Ganze besitzt also eine spürbare Blues-Komponente, zugleich aber einen Hauch von rockigem Lausbubentum und hahnenhafter Arroganz — eine Kombination, die schon immer gut zusammengepasst hat.
Die Jungs gehen das Arrangieren mit genug Unternehmungsgeist an, weshalb das Format der klassischen Gitarrenphrasen durch Arrangements mit „Honky-Tonk-Klavier“ (Feel Alright) sowie Bläsern bereichert wird (im funky-frechen Low Life). Der einzige auf Slowenisch gesungene Track, Ljubezen hladnega dekleta, peppt das Angebot der 13 Songs angenehm auf (die übrigen sind in vorbildlichem Englisch gesungen, bei dem man künftig noch ein Quäntchen präziser sein sollte — sowohl in der Interpretation als auch in der Metrik) und bringt mehr erkennbar persönlichen Charakter mit.
Obwohl die Jungs sorgfältig ans Schleifen aller Songs herangegangen sind, ist der Gesamteindruck beim Hören des Albums so, dass The Sticky Licks drei Tracks für das nächste Studioalbum hätten aufsparen können. Ein solider erster Karriereschritt und ein schön rockig geschliffenes Debüt, auf das die Band stolz sein kann.
Besetzung
Mario Pešič – Gesang
Janez Rotman – Gitarre
Bratko Zavrnik – Gitarre
Matic Burazer – Bassgitarre
Primož Verdinek – Schlagzeug
GASTMUSIKER:
Denis Horvat – Keyboards
Martin Janežič „Buco“ – Perkussion, Gesang
Sašo Fekonja – Saxofon
Niko Poštrak – Posaune
Rok Krajnc – Trompete
Matic Jereb – Mundharmonika
Bert Logar – Backgroundgesang
Ursula Luthar – Backgroundgesang
Produktion
Matej Gobec
Trackliste
1. Man of Sand
2. Dancing Queen
3. Feel Alright
4. Low Life
5. Radiator Woman
6. Ljubezen hladnega dekleta
7. Library
8. No Money Blues
9. Feel Chili
10. Same Place Same Bar
11. Things to Share
12. Burns Out
13. Sorrow