The Serial Healer
Label: My Graveyard Production
Release: 2008
Bewertung: 2/5
Skanners, eine Band aus Bozen in den italienischen Dolomiten, veröffentlichen mit „The Serial Healer“ ihr 5. Studioalbum. Die Band gibt es seit 1982, die Arbeit geht ihnen also ziemlich gemächlich von der Hand. Leider kann ich dir nicht verraten, wie die Band in den Achtzigern und später klingt, also auf all den Vorgängeralben, deshalb konzentriert sich die Bewertung ausschließlich auf „The Serial Healer“.
Schon mit dem Opener Soul Finder haben wir sofort das Gefühl, dass uns die italienischen Primal Fear besuchen. Das ist allerdings eine unfaire Behauptung, und ein bisschen mehr Respekt haben Skanners an dieser Stelle durchaus verdient, schließlich sind sie mehr als 15 Jahre vor der Gründung von Primal Fear entstanden.
Wenn von Primal Fear die Rede ist, liegt auch Judas Priest als musikalischer Vergleich auf der Hand. Die Faktoren, wegen denen ich die ganze Zeit auf den deutschen Power-Metallern herumhacke, sind natürlich die direkten, rohen Metal-Riffs, unterlegt mit intensivem Drum-Galopp, bei dem das wilde Getrete der Doublebass nicht fehlt. Das ausgefeilte „Shredding“ in den kompakten Riffs ist schön in die explosive Rhythmusarbeit eingebettet, und die Kommunikation der beiden Elemente lässt auch in den Übergängen nicht nach, die die Songs dynamisch und das Album reizvoll halten. Das Grundelement, das nach Primal Fear ruft, ist aber der Gesang. Er erinnert an Scheppers, in der Klangfarbe und in der Wahl der Melodien in den Strophen. Die Produktion der Deutschen erreichen Skanners dagegen nicht! Im Sound fehlt es spürbar an tiefen Tönen, vor allem an Basslinien, die dem Gesamtklang mehr „Groove“, Tiefe und Volumen (Raum) geben würden. Zwischen den Riffs und dem Gepolter der Drums klafft also ein Loch, und die Drums klingen dadurch ziemlich stumpf, flach und zu dünn. Dem beschriebenen Stil des Albums „The Soul Healer“ folgen Skanner treu über alle 43 Minuten. Ansonsten sind den Jungs die Erkenntnisse des Speed Metal nicht fremd, und sie können beim Spielen ein beneidenswertes Maß an zerstörerischem Tempo entfesseln (Song Flash Razor).
Wenn du Primal Fear magst, auch Judas Priest, ist das Album einen Versuch wert. Skanners bieten ausgefeilte, kompakte Songs, auch die Soli sind sehr schön in die Form eingebaut, aber wie gesagt: Wegen der großen Stilähnlichkeit zu den genannten Vergleichen plätschert das Album vor sich hin. Vor allem in Ohren, die verwöhnt sind und mehr Sprengstoff und Wagemut gewohnt sind. Ein Upgrade bei der Produktion, bei dem mehr lebendige Klangstrukturen in den Vordergrund rücken würden, wäre eine äußerst willkommene Lösung. Auch wenn Skanners eine abgekaute, verknöcherte Form abspulen, würden die Riffs mit so einer Produktion intensiver zum Leben erwachen, und die Musik würde dadurch echter und überzeugender wirken. Du kennst ja die Story. Ein Riff kann an dies und das erinnern, es kann sogar ein offensichtliches „Copy-Paste“ sein, denn im Heavy Metal ist im Grunde alles schon erfunden. Aber wenn du den richtigen Weg findest, es zu interpretieren, erlöst du die Musik von möglichen Vorwürfen des offensichtlichen Nachäffens. Für so etwas fehlt Skanners noch immer ein Quäntchen schöpferische Inspiration.
Besetzung
Claudio Pisoni – Gesang
Fabio Tenca – Gitarre
Walter Unterhauser – Gitarre
Renato Olivari – Bassgitarre
Christian Kranauer – Schlagzeug
Tracklist
1. Soul Finder
2. Welcome To Hell
3. To Die Is Not Forever
4. The 17Th Victim
5. Iron Horse
6. The Serial Healer
7. The Dream
8. Flash Razor
9. Beyond Darkness
10. Immortality
BONUS:
11. The Serial Healer (video)
Spielzeit: 42.44