The Raging Fire

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Interpret: Seventh Key
Label: Inside Out Records
Release: 2004
Bewertung: 4/5

Das ist das zweite Studioalbum von Seventh Key. Das Debüt von 2001 hat ordentlich Lob eingefahren, deshalb steckt der Nachfolger in einer leicht verzwickten Lage. Wird er dem Erbe gerecht, ist er sogar besser, oder doch nur eine bloße Wiederholung des Debüts? Erstens hat Greer eine richtige Band zusammengestellt, und aus dem bescheidenen Projekt Seventh Key ist so ein veritabler Hardrock-Vierer mit ordentlich Schlagkraft geworden. Das merkt man an der unglaublichen Kompaktheit der Songs, einem Ergebnis erstklassiger Eingespieltheit und der Tatsache, dass Billy und Co. offensichtlich auf derselben Wellenlänge Musik begreifen und dasselbe Ziel anpeilen. Seventh Key sein und Seventh Key spielen! Unglaublich, woher die Jungs all diese beeindruckend frischen Ideen nehmen, die so überzeugen.

„The Raging Fire“ ist ein verdammt passender Albumtitel. Seventh Key sind feurig entblößt und stürmen in einer erstklassigen Stampede von Anfang bis Ende durch die Platte. Schon bald ist klar, dass „The Raging Fire“ all die Superlative verdient, die das Debüt eingefahren hat, und stolz neben ihm steht, denn die Band knickt beim Vergleich der beiden Alben an keiner einzigen Stelle ein. Das Album ist alles, was das Debüt in Sachen Ausgereiftheit der Kompositionen war.

Die Produktion ist stellenweise vielleicht noch einen Hauch raffinierter als beim Debüt. Die Gitarre ist im Mix nämlich minimal nach hinten gerückt, die „Back“-Gesangsharmonien mit Billys „Lead“-Gesang kommen so im Klangbild noch stärker zur Geltung und wirken natürlich wahre „Hardrock“-Wunder auf der Platte. Slamers Sound ist auf „The Raging Fire“ also eine Nuance präziser, und deshalb flirtet „The Raging Fire“ im Vergleich zum Debüt stärker mit AOR-Ausrichtungen. Gleich im Opener spürt man diesen Rainbow-Ansatz, wenn Orgel und Gitarrenriff gemeinsam angreifen! Der erste Höhepunkt ist You Cross The Line. Langes, atmosphärisches Intro, die Band webt alles langsam, ganz langsam zusammen, und dann folgt die Explosion. Erstklassiger Hardrock mit Eiern und großer Melodie. An Ocean Away trägt durchaus sinnvolle Bezüge zu Kansas in sich. Der Refrain ist ein episch-grandioses Gebilde, tatsächlich spürt man darin einen Hauch „Progressive“-Tendenz. Der Titelsong bestätigt die „Raffinesse“ der Band gegenüber dem Debüt. Und siehe da, der Refrain ist progressiv gebrochen, darüber liegt eine große Melodie, und mir schießt wieder der Gedanke an Kansas durch den Kopf. Entscheidend ist, dass alles mit so viel Leidenschaft und Spielfreude eingespielt ist, dass es den Hörer sofort aufsaugt und er keine Zeit hat, über Vergleiche nachzudenken.

Wie auch immer, das Album beschwört entschieden den Geist der Radiowellen der Achtziger herauf, und auf dieser Platte sind einige Songs (zum Beispiel Always From The Heart), die potenzielle Hits gewesen wären, wenn die richtige Zeit mit uns gewesen wäre. Um es noch mal zu sagen: „The Raging Fire“ ist dem Debüt „Seventh Key“ ebenbürtig. Es trägt einen leichten Hauch mehr Flirt mit AOR-Tricks in sich und will stellenweise gern „proggy“ klingen. In der Hinsicht ist es ein Stück variabler und dynamischer als das Debüt. Die Melodien bleiben ausdrucksstark groß, die Atmosphäre ist grandios, und die Gänsehaut am Rücken entlang lässt auch diesmal nicht locker! Riffs und große Melodien sprechen für sich und weisen auf die nackte Tatsache hin, dass „The Raging Fire“ wieder ein Volltreffer ist.

Besetzung

Billy Greer – Gesang, Bass
Mike Slamer – Gitarre, Keyboards
Terry Brock – Backing Vocals
Jamie Thompson – Schlagzeug

Produktion

Mike Slamer

Tracklist

1. The Sun Will Rise
2. Always From The Heart
3. You Cross The Line
4. An Ocean Away
5. The Raging Fire
6. Sin City
7. It Should Have Been You
8. Run
9. Pyramid Princess
10. Winds Of War

Laufzeit: 53:36

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