Stone Sour (2007)

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Datum des Interviews: 16.06.2007

 RockLine: Gleich geht ihr auf die Bühne und startet damit eure diesjährige Festival-Eroberung Europas. Bei Nova Rock habt ihr schon letztes Jahr gespielt. Wie sind die Erinnerungen ans letzte Jahr und was erwartet ihr von eurem Auftritt diesmal?

Josh Rand: Letztes Jahr hatten wir hier eine absolut geile Zeit. Metallica waren die Headliner, und sie live zu sehen, wie sie die Songs von Master Of Puppets gespielt haben, war der Wahnsinn. Das war das einzige Mal, dass ich erlebt habe, wie sie ein komplettes Set in exakter Albumreihenfolge durchgezogen haben, und es war einfach nur geil. Was unseren Auftritt dieses Jahr angeht… Klar, wir waren schon letztes Jahr hier, aber diesmal kriegt ihr die Band tatsächlich als Ganzes zu sehen. Ich kann euch nicht genau sagen, was passiert ist, aber ihr werdet garantiert hören, dass wir uns seit letztem Jahr ziemlich verändert haben. Weiterentwickelt. Zumindest was das Energielevel angeht und wie alle Teile zu einem neuen Ganzen zusammengewachsen sind, und wie viel kompakter wir geworden sind.

RockLine: Und der Hauptunterschied zu letztem Jahr ist …? Ihr habt ein neues Album veröffentlicht, Come What(ever) May. Was glaubst du, was die Leute mit diesem neuen Paket Stone Sour Musik bekommen haben?

Josh Rand: Die Reaktionen waren bisher richtig gut. Ich persönlich finde, wir haben unsere früheren Leistungen übertroffen, was ja sowieso immer das oberste Ziel ist, dem wir folgen. Die Fortführung und Verlängerung dessen, was wir bisher gemacht haben, ist in eine neue Phase übergegangen. Und wie viel lebendiger und authentischer wir sein können, ist erst dieses Jahr richtig klar geworden. Da, wo wir jetzt stehen, ist echt der Wahnsinn. Ein toller Blick aufs große Ganze. Wir haben alle Verwirrungen aus dem Weg geräumt und mögliche Traumata der Vergangenheit hinter uns gelassen.

RockLine: Und der rote Faden des Albums?

Josh Rand: Es geht definitiv darum, die Chemie der ganzen Fünferbande zu etwas Ganzheitlichem und Wuchtigem zu verschmelzen. Corey ist für die Texte zuständig, über Konzept und rote Fäden würde er also besser mit dir sprechen. Natürlich haben wir während und nach den Aufnahmen viel über die Platte geredet, und das verbindende Element ist der Drang, die Empfindungen vollkommen aus uns herauszuholen, ohne darüber zu urteilen, welcher Art sie sind, und sie in reiner Form zu servieren, ohne sie lange durchzukauen. Als würde man am Ende des Tages auf das zurückblicken, was hinter einem liegt. Es ist also kein Konzept im Sinne einer linearen Geschichte von Anfang bis Ende. Nicht im Sinne von Dream Theatre und ähnlichen Konzept-Leuten. Queensryche … Aus meiner Sicht ist es eine zeitlich verdichtete Geschichte über die letzten zweieinhalb Jahre voller Höhen und Tiefen. Es geht um Läuterung.

RockLine: Und was hat musikalisch die Fäden der Kreativität aus euren Abgründen gezogen? Was habt ihr zur Inspiration gehört? Alles, was du hörst, beeinflusst doch zweifellos die Kreativität und die Richtungen, die ihr als Songwriter und Musiker beim Schaffen einschlagt?

Josh Rand: Wir waren alle von ganz unterschiedlichen Einflüssen durchtränkt. Ich selbst habe in den zweieinhalb Monaten, in denen wir die Platte aufgenommen haben, Dream Theatre gehört, und zwar das Album Octavarium; auf meiner Liste der meistgehörten Sachen kam dem das Motörhead-Album Inferno ziemlich nahe. Wahrscheinlich wegen des Albumnamens… (Lachen)

RockLine: Und die anderen Jungs?

Josh Rand: Ehrlich gesagt – keine Ahnung… Wir mussten uns erst an die neuen Jungs gewöhnen, und (James) Root und Corey (Taylor; Sänger) haben wahrscheinlich irgendeinen obskuren Scheißpop gehört… (Lachen)

RockLine: Du musst gleich auf die Bühne, deshalb frage ich dich nur noch, was du zu den lang- und kurzfristigen Plänen zählen würdest: Können wir über die kollektiven Pläne von Stone Sour sprechen und über die, die ihr in euren Köpfen und Herzen jeder für sich hegt?

Josh Rand: Als Band – der kurzfristige Plan ist, die Farben des Albums würdig zu verteidigen. Langfristig wollen wir einfach weitermachen mit dem, was wir angefangen haben (Lachen). Persönlich habe ich nur einen Wunsch – dass wir uns weiterentwickeln und der Richtung folgen, die wir instinktiv schon zwischen der letzten und dieser Platte eingeschlagen haben. Diese Platte hat ziemlich lange gedauert. Den Fans müssen wir keine Rechenschaft ablegen, denn wir bleiben unseren persönlichen Entscheidungen und kreativen Strömungen treu. Vielleicht kriegen wir auf dem nächsten Album Lust, ein bisschen mehr Klavier einzubauen. Wir reifen eben. Und nach diesem Prinzip wollen wir auch in Zukunft wachsen.

RockLine: Und deine Botschaft an unsere Leser?

Josh Rand: Zuerst möchte ich sagen: „Danke für den Support, Slowenien.“ Auch als wir eine Weile von der Bildfläche verschwunden waren. Danke euch allen und ich hoffe, wir sehen uns bald (wieder)!

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