Schwarze Wolken über Pri Rdeči ostrigi

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Autor: Urban Bolta

Über dem Bischofslacker Club „Pri Rdeči ostrigi“ ziehen schwarze Wolken auf, denn die Inspektionsbehörde legt den Club-Aktivisten Knüppel zwischen die Beine. Am Samstag, dem 4.12.2010, meldete sich der Club mit folgender Erklärung:

„Gestern, am Kulturtag, dem 3. Dezember 2010, bekamen wir bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Woche Besuch von der Marktaufsicht, diesmal verstärkt durch drei ‚Wannen‘ und zwei Polizeiautos. Bei der Inspektion wurden einige Unregelmäßigkeiten festgestellt, derer wir uns selbst gut bewusst sind und die wir seit längerer Zeit intensiv beheben, soweit es uns die langsamen bürokratischen Mühlen und unsere eigene finanzielle Lage erlauben. Nach dem Inspektionsbesuch haben wir kein Protokoll erhalten, daher können wir euch keine offiziellen Vorwürfe nennen.
Wir können euch jedoch informieren, dass der Inspektor unter anderem Freiwilligenarbeit nicht anerkennt, die eines der wesentlichen Elemente unserer Tätigkeit seit der Gründung des Zavoda O ist. Unsere Argumente wollte er nicht hören und hat die Schließung (Versiegelung) unseres Jugendkulturzentrums angeordnet.
Eigentlich hätten wir heute laut Programm einen Abend aus dem Metal-Konzert-Zyklus namens Live In-sanity veranstaltet, den wir jedoch aufgrund der Ernsthaftigkeit der Lage in letzter Minute absagen mussten. Stattdessen haben wir ein Krisentreffen abgehalten, an dem eine Vielzahl (rund 50) besorgter Aktivisten des MKC Pri Rdeči Ostrigi teilgenommen hat.
Wir können festhalten, dass die Arbeit des MKC Pri Rdeči Ostrigi (ebenso wie die vieler ähnlicher slowenischer Institutionen, die den Kern der jugendlichen Selbstorganisation im Bereich jugendlicher Interessenaktivitäten aus Kultur, Kunst, Freizeit, Bildung, internationaler Zusammenarbeit, Verlagswesen und öffentlicher Kommunikation bilden) existenziell bedroht ist.
Das MKC Pri Rdeči Ostrigi SETZT DAS PROGRAMM FORT. Sollte uns ein offizieller Bescheid überraschen, werden wir den Kampf mit allen verfügbaren Mitteln fortsetzen. Wir erwarten, dass ihr uns dabei aktiv unterstützt.“

Von den Veranstaltungen der laufenden Woche ist das für Samstag, den 11.12. angekündigte Konzert am interessantesten. Im Rahmen einer Wintertournee durch die slowenischen Clubs kommen zwei Bands nach Ostrigo, die oberflächlichen Beobachtern der populären Musik weniger bekannt sind, umso mehr aber bei jenen bekannt und beliebt, die die Entwicklung des slowenischen Undergrounds mit Leidenschaft verfolgen. Und entwickelt hat sich einiges. So haben Malik nach 12 Jahren ihres Bestehens endlich ihr erstes Album „Praznoverje“ (2010, Založba Radia Študent – ZARŠ) veröffentlicht, das sie auf der bevorstehenden Tournee vorstellen werden, und nach Loko kommen statt der angekündigten theLIFT die Ljubljaner Flipskuj.

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