Russkaja in Ljubljana

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Autor: Urban Bolta

Wer: RUSSKAJA (+ The Rude Skankers)
Wo: Menza pri Koritu, AKC Metelkova, Ljubljana
Wann: Samstag, 6.11.2010
Eintritt: 15€ (Vorverkauf) / 18€ (Abendkasse)

Auf ihrer Myspace-Seite wird die Musik von Russkaja als leicht hörbar
und heilsam beschrieben – das ist blanker Schwindel. Wer nämlich irgendeinen armen Rekonvaleszenten in die Russkaja-Therme schickt, der kommt garantiert nicht mehr in einem Stück raus. Russkaja ist das genaue Gegenteil von leichter Kost. Nein! Russkaja ist Angst und Schrecken aller russischen Folkmusik-Vereinigungen – die eine und einzige russische hochoktanige Sensation, die aber nicht direkt aus Russland kommt, sondern aus Österreich. Und genau das ist der Grund für den schwarzen Humor, mit dem sie sich der Welt vorstellen.

Der Name Russkaja ist ein Kofferwort aus Russland, Ska und Ja – dem deutschen Wort für Ja.
Dafür gibt es natürlich einen gewichtigen Grund. Er liegt darin, dass die Mitglieder der Band
aus sehr unterschiedlichen kulturellen Hintergründen stammen. Aus Russland, der Ukraine, Ungarn und Bulgarien. Bandgründer Georgi A. Makazaria, in Moskau geboren, lebt seit 92 in Wien, wo er einst Mitglied der Metalband Stahlhammer war. Auch die übrigen Mitglieder haben eine reiche musikalische Vorgeschichte. Posaunist H.G. Gutternigg spielte mit dem großen Joe Zawinul, Schlagzeuger Titus mit Drahdivaberl, Gitarrist Zebo Adam mit Halluciantion Company, Saxofonist Manfred Fantmeier mit Hot pants road club. Und dann ist da noch Geigerin Antonia Georgiew, die schon früh als Wunderkind der Klassik galt. Sie kann auf zahlreiche Musikpreise im Bereich der klassischen Musik verweisen. Diese bunte Truppe hat so eine breite Palette an Musikstilen in die Band eingebracht, darunter Trash Metal, World, Jazz, Funk und Zappa’schen Rock. Klingt nach zu viel? Für sie nicht. Die meinen das todernst. Sie sind absolute Meister ihres Fachs, die das Blut ihres Publikums zum Kochen bringen wollen. Und keine Angst: Das gelingt ihnen auch. Ihr Kasatschok ähnelt dem traditionellen, die Bläsersektion ist wie ein Kalaschnikow, und ihr Bühnen-Outfit im Stil von Dschingis Khan trifft Rote Armee ist eine wahre Augenweide. Ihre musikalische Botschaft dagegen ist klar: Tanz, Tanz, Tanz! Ska und Polka sind die Zauberformeln und das Mittel zum Zweck. Diese sieben >>quasi<< russischen Geister beherrschen beides.

Ihr teuflisches Handwerk übt Russkaja seit 2005; drei Jahre später haben sie nach einigen Singles und EPs ihr Debüt Kasatchock Superstar in die Musikumlaufbahn geschossen. Das hat sie selbst zu den Sternen katapultiert. Ähnlich wie ihre Kollegen Gogol Bordelo in New York haben sie wie ein Sturm Clubs und Festivals quer durch Europa überrollt. Mit ihren Melodien und guter Laune infizieren sie die Trommelfelle von Alt und Jung, und mit ihrer Show sind sie auch optisch ein Genuss. Kein Wunder also, dass sie in England vor Kurzem zur besten Liveband gekürt wurden.

Während Russkaja sich zum ersten Mal auf einer slowenischen Bühne vorstellen wird, haben die heimischen The rude skankers in den letzten Jahren schon ein paar Mal als deren Vorband gespielt. Die Erfahrungen fließen nun langsam in ihr Debütalbum ein, das angeblich schon in der Entstehung ist.

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