Rojeni v Jugoslaviji

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Stara šula
Label: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichung: 2015
Bewertung: 3.5/5

Stara šula melden sich nach ihrem Studiodebüt von 2012 mit einem zweiten Album zurück. Auch darauf beharren sie auf der bewährten Form des rohen, nackten Garage-Rock’n’Roll, gespickt mit der heiligen Wut punkiger Bissigkeit. Es ist die Hölle, wenn du in Jugoslawien geboren wurdest. Erst reden sie dir ein, dass die Werte von Brüderlichkeit und Einheit heilig sind. Du glaubst ihnen und folgst. Dann reden sie dir ein, dass Marktwirtschaft und Privateigentum besser sind als gesellschaftliches Eigentum und Selbstverwaltung – und du glaubst ihnen noch mehr, weil sie dich davon überzeugen, dass du garantiert besser leben wirst. Nun, die Fakten sehen ganz anders aus. Das Volk nach 24 Jahren »eigenem Staat« – barfuß, nackt, verarmt, schuftend für ausländisches Kapital und eine Handvoll Bonzen, bei denen der gesunde Menschenverstand ob des Überflusses aller materiellen »Güter« verfault. Tschüss Zukunft. Das sind, ob ihr’s glaubt oder nicht, schlicht die Fakten der Realität unserer schönen neuen Welt, der wir sadomasochistisch als Sklaven dienen.

Stara šula machen keine schönen Worte. Die Texte brodeln vor Wut und rebellischer Energie. Es lohnt sich, sie noch mal zu erleben – erst recht im kompromisslosen Gewand des wilden Rock’n’Roll-Exzesses, den dieses so authentisch eingespielte Album verkörpert. Der Schrei des kleinen Mannes, ein Blick in die alltäglichen Intrigen. Natürlich sind auch wieder Frauen und Alkohol dabei. Die Klassiker der Rock’n’Roll-Bekenntnislyrik eben. Am Mikro ist weiterhin Krt zu hören, mit seinem durchdringend kehligen Gesang – ansonsten Gitarrist bei El Kachon. Wenn sein Gesang euch die Gehörgänge und Samenleiter nicht freipustet und gleichzeitig die biologische Uhr nicht »auf Touren bringt«, dann müsst ihr aus Stein gemeißelt sein.

Wie gesagt. Die Band liefert eine überlegene Dosis zündenden Rock’n’Rolls, der auf hohen bis höchsten Touren mit mehr oder weniger Punk-»Dreck« dosiert wird (je nach Songtyp) – Parallelen zu Motörhead drängen sich auf, manche Übergänge zwischen Strophe und Refrain ziehen sogar Richtung Thin Lizzy oder frühe NWOBHM-Elemente, allen voran die allerfrüheste Version von Iron Maiden. Die Gruppe versteht es aber auch, ins gemächliche Schaukeln abzusegeln, wie im teils SKA-verpackten To ni mesto (Strophe) oder später in Osvobodi me. Beim Thema »Punk-Energie« lassen sich Parallelen zu den einstmals brüderlichen Bands aus dem seligen Jugoslawien ziehen, allen voran Partibrejkers. Der Track Spet si prava bietet zudem Anleihen an den Sound von AC/DC – das Intro-Riff zieht sogar Richtung der »heilig verehrten Verstimmtheit« der großen The Rolling Stones. Ähnliche Gefühle weckt auch Zdaj je čas.

Stara šula bleiben ihre eigene Geschichte. Ihr Ansatz ist durch und durch authentisch, garagig lebendig. Sinnlich, leidenschaftlich und so herzlich wie nur möglich. Das Album trägt eine nackte Live-Produktion – die rockend aufgeladene Energie dieses roh servierten Schunds ist das Ergebnis einer Studio-Herangehensweise nach dem Prinzip »einer für alle, alle für einen«. Die Band hat dieses Album also als Team eingespielt. Nach dem Vorbild eines Live-Auftritts im Studio. Mutig und kompromisslos. Genau so macht man das, wenn man mit der Magie des Rock’n’Roll hantiert. Jetzt aber nichts wie rauf auf die Bühnen mit dem neuen Album, liebe Jungs!

Besetzung

Andrej Barbarič „Krt“ – Gesang, Gitarre
Tomaž Zupančič „Tomi“ – Gitarre
Gregor Fabijan „Febo“ – Bass
Rok Primec „Roki“ – Schlagzeug 

Produktion

Stara šula

Trackliste

1. Rojeni v Jugoslaviji
2. Zdaj je čas
3. Free Your Mind
4. To ni mesto
5. Dance
6. Človek
7. Nova vera
8. Osvobodi me
9. Spet si prava
10. Zvečer 

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