Rock Garden
Interpret: Tabor, Ty
Label: Inside Out Records
Veröffentlichung: 2006
Bewertung: 3.5/5
Wenn dir King`s X oder Platypus/Jelly Jam ein Begriff sind, kennst du auch Ty Tabor. Ty ist Gitarrist und zugleich Leadsänger in all diesen Bands/Projekten. Bisher hat er schon drei Soloalben veröffentlicht. Das erste hieß „Moonflower Lane“, das zweite „Safety“, und das Teil, das uns diesmal vorliegt, heißt „Rock Garden“. Das Album an sich bringt nichts Umwerfendes mit und enthält auch nichts davon, es ist einfach die logische Fortsetzung der ersten beiden, die – genau wie dieses hier – Tys emotionale Zerrissenheit rund um sein Privatleben ausgedrückt haben, also salopp gesagt: „innere Konflikte aufarbeiten“. Deshalb wirkt das Album beim ersten Hören ziemlich griesgrämig und passiv.
In der Zeit seit dem letzten Album ist Ty erstaunlicherweise kein Radio-Superstar geworden, obwohl ich persönlich als Fan dieser Musikrichtung felsenfest hinter ihm stehe. Ty Tabor bleibt sich auch diesmal treu, also darfst du von ihm nicht erwarten, dass er Gitarre spielt wie E. Clapton in der besten Cream-Phase, singt wie J. Lennon und bessere Texte schreibt als Tom Petty. Das wäre pervers. Obwohl man Ty andererseits durchaus als genau dieses oben erwähnte Komplettpaket von Musiker beschreiben kann.
Ich muss ehrlich zugeben, dass mir an ihm am meisten seine Fähigkeit gefällt, in all den genannten Projekten harmonisch mitzuwirken. Der Mann besitzt einfach diese persönliche Gabe, mit anderen Musikern zu verschmelzen und sich anzupassen. Eine Tugend, die im heutigen Musikbusiness, wo jeder nur für sich selbst dominieren will, eher die Ausnahme als die Regel ist.
Wenn dich jemand fragen würde, ob man King`s X und Platypus dem Prog zurechnen kann, würden wahrscheinlich alle wie aus einem Mund laut „Ja“ antworten. Ty selbst sagt aber von sich, er sei ein Popstar, der sich erst mithilfe der genannten Prog-Bands entwickelt habe. Das ist also genau die Tugend, über die wir vorhin geschrieben haben. Viel mehr zu diesem Wortspiel könnten dir bestimmt Tys Kompagnons Steve Walsh und Neal Morse erzählen.
Dabei kommt mir eine Idee: Tabor, Walsh und Morse sollten sich zusammentun und sich KING`S STREET PRAYER nennen. Falls es je ein Woodstock III geben sollte, könnten sie locker debütieren wie CSN 1968.
Na dann, kommen wir zum Schluss.
Tracklist
1. Ride 4:53
2. Stalker 4:47
3. I Know What I’m Missing 3:11
4. Afraid 3:39
5. Play 6:51
6. Beautiful Sky 4:07
7. She’s a Tree 3:32
8. Take It Back 3:00
9. Wading In 3:26
10. Thankful 3:26
11. Pretty Good 4:00
Spielzeit des Albums: 45:56