Precious Metal

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: House Of Lords
Label: Frontiers Records
Erscheinungsjahr: 2014
Laufzeit: 50:08
Wertung: 4/5

James Christian ruht sich nicht aus! Im vergangenen Sommer veröffentlichte er sein Solo-Studioalbum „Lay It All On Me“ – RockLine-Rezension HIER, während wir seit 2004, in regelmäßigen Abständen von ein bis zwei Jahren, neue Studioalben der legendären amerikanischen Melodic-Rocker House Of Lords erhalten. Die Band unter der Führung von James Christian konsolidierte sich nach der Reaktivierung in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends vor allem bis zum Album »World Upside Down« (2006), das die Rückkehr zu den traditionellen klanglichen und stilistischen Markenzeichen der Gruppe ankündigte, die an der Schwelle von den Achtzigern zu den Neunzigern begründet wurden.  Und da ist “Precious Metal”! Das insgesamt neunte Studioalbum der Band.

Keine Geheimnisse. Keine Neuheiten. Das neue Album bewahrt die ausdrucksmäßige Konstante der Band der letzten zehn Jahre. »Big Money« bot zwar eine etwas »rauere« und dreckigere Klangproduktion, doch Christian übertrieb es mit dem Experiment nicht, denn er weiß, dass er sich den Zorn seiner Fans zuziehen könnte, die von House Of Lords Alben mit den typischen Charakteristiken melodisch-bombastischer Eingängigkeit fordern. Das Aufrechterhalten der typischen House Of Lords Art-Konstante also.

Und »Precious Metal« kehrt im Vergleich zum Vorgänger »Big Money« wieder zu einem stärkeren Gefühl klassischer bombastischer Verführungskraft zurück. Die Keyboards haben wieder mehr Raum im Sound und in der Gestaltung der Arrangements übernommen, und dieses Album zieht wieder stärker in Richtung der Vorgänger »Cartesian Dreams« (2009) und/oder »Come To My Kingdom« (2008).

Christian ist so erfahren, dass er »im Schlaf« die Idee einer melodischen Melodie in einen packenden Riff umpacken kann, ausgestattet mit dem »bombastischen Schimmern« der Keyboards und natürlich der hymnischen Verführungskraft der Gesangsmelodien. Diese Qualität hat er über die Jahre als Komponist auf ein Maximum entwickelt. Er navigiert damit so geschickt, dass man ihm nicht einen Moment lang irgendeinen künstlerischen Fehltritt vorwerfen kann. Das ist keine Neuheit mehr, weder in produktionstechnischer Hinsicht noch natürlich in kompositorisch-arrangiertechnischer. Interessant ist, dass Christian diese, trotz der durchgekauten und bereits bewährt genutzten Phrasen vergangener Studioarbeiten, so klug umpackt, dass sie immer wieder vollblütig wirken. Und das gilt wieder auch für »Precious Metal«. Das ist jene edle Tugend, die nur wenige Komponisten besitzen.

Das Einfärben der Hauptstimme mit Begleitharmonien beschert dem Album wieder typische stimmungsmäßige Höhepunkte. Diese sind natürlich darauf ausgerichtet, beim Hören melodisch ausgefeilter Refrain-Melodien, die den Hörer sofort in den Bann ziehen müssen, einen mitreißenden Effekt zu erzielen. Neben den hinzugefügten Gesangslinien von Christian zur Hauptstimme darf man den magischen Touch nicht außer Acht lassen, den der große Charme des samtigen Vokalansatzes seiner Lebensgefährtin Robin Beck in  eben diese Harmonien einbringt. Im Song Enemy Inside »lässt« Christian Beck auch einige Hauptverse übernehmen, und die Kombination des Duetts erweist sich so erneut als siegreiche Formel für die Schaffung der packendsten Momente des Albums (zum Beispiel die außerordentlich eingängige, melodisch ausgefeilte Refrain-Melodie des Songs Action). Erwähnenswert ist, dass Robin Beck ebenfalls im Jahr 2013 ein weiteres hervorragendes Solo-Studioalbum mit dem Titel „Underneath“ veröffentlichte – RockLine-Rezension HIER, auf dem natürlich wieder niemand anderes als James Christian eine sehr wichtige Rolle in arrangiertechnisch-produktionstechnischer Hinsicht spielte.

»Precious Metal« liefert wieder alles, was von James Christian und Kompanie gefordert und erwartet wird. Die Fans der Band werden wieder begeistert vom Werk sein. Erprobt, vorhersehbar, ohne künstlerische Überraschungen. House Of Lords bleiben auch mit dem neuen Album eine Konstante höchster Qualität in der Riege der prominentesten Fahnenträger des melodischen Rocks. Also sehen wir uns auf jeden Fall bei einem der Konzerte der neuen europäischen House Of Lords-Tour im Jahr 2014! 

Besetzung

James Christian – Gesang, Keyboards
Jimi Bell – Gitarre
Chris McCarvill – Bass-Gitarre 
BJ Zampa – Schlagzeug

GASTMUSIKERIN:
Robin Beck – Vokal-Duett im Song Enemy Mine, Begleitgesang

Produktion

James Christian

Tracklist

1. Battle
2. I’m Breakin’ Free
3. Epic
4. Live Every Day (Like Its The Last)
5. Permission To Die
6. Precious Metal
7. Swimmin’ With The Sharks
8. Raw
9. Enemy Mine
10. Action
11. Turn Back The Tide
12. You Might Just Save My Life

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