Pit Stop

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Dalton
Label: Frontiers Records
Erschienen: 2014
Laufzeit: 42:23
Wertung: 4/5

Ende der Achtziger waren Dalton zusammen mit Treat und Europe eine Band, die in Schweden jeder kannte. Sie ernteten große Beliebtheit als Liveband, hatten gute Medienpräsenz, traten in Fernsehsendungen auf und lieferten eine Reihe von Radiohits. Auch Dalton wurden, wie so viele ähnliche Bands aus den Achtzigern, Anfang der Neunziger vom Aufkommen des Grunge von der Bildfläche gefegt.  25 Jahre nach dem Debüt »The Race Is On««, haben sich die Originalmitglieder von Dalton wieder zusammengefunden – die Wiedervereinigung der Band wurde sogar für eine Sondersendung vom schwedischen Fernsehen aufgezeichnet. Darauf folgten intensives Üben und die Vorbereitung für ein Konzert, bei dem Dalton vor den deutschen Hard-Rock-Veteranen  The Scorpions auftraten.  Inspiriert und voller sprudelnder kreativer Energie machten sich Dalton daran, einige alte Demoaufnahmen herauszugreifen und mit neuen Ideen anzureichern. So entstand das neue Album mit elf Songs unter der wachsamen Produzentenaufsicht von Erik Mårtensson (Eclipse, W.E.T.).

Bandleader und Schlagzeuger Mats Dahlberg, ehemaliges Mitglied von Treat und gleichzeitig der Schuldige hinter dem Bandnamen Dalton – der sich nämlich aus seinem Spitznamen ableitet –, hat also mit seiner Truppe die Fortsetzung des Studioerstlings abgeliefert: ein produktionsseitig spürbar aufgefrischtes und aufgewertetes neues Kapitel in der Geschichte der Band. Mårtensson ist eben ein Ass, und als Perfektionist weiß er, wie er aus einer Band, der er sich als Produzent und Ideenkatalysator im Studio widmet, das kreative Maximum herausholt. Die Songs entstanden über einen längeren Zeitraum, sind kompositorisch bis ins Detail ausgefeilt und stilistisch vor allem der »Party-Time«-Vibration angenähert, die moderne Bands skandinavischer Herkunft wie Mårtenssons »Schützlinge« Adrenaline Rush und auch Crazy Lixx in vollen Zügen kultivieren. Die Songs mit klar strukturierten Strophen und eingängigen, melodisch geschärften Refrains sind durchgehend von positivistischer Grundhaltung geprägt, und Sänger Bo Lindmark zieht mit seinem Ansatz – frech-lausbübisch durch und durch und dabei stimmlich ausgefeilt – den Großteil der Aufmerksamkeit auf sich.  Die Band ist auf skandinavische Melodie-Ansteckungsgefahr »geimpft«, und darin sind Dalton eben wieder einmal Meister – sie destillieren geschickt die Essenz vergangener Werke aus dem skandinavischen Hard Rock und Melodic Rock und servieren sie dem Publikum durch die eigene musikalische Wahrnehmung neu verpackt.  Zugeschnitten auf die eigene musikalische Rezeptur des Albums »Pit Stop«.

Die Songs klingen zwar vorhersehbar und nach Bekanntem, doch ausgestattet mit einer »gewaltigen« Produktion und herzlicher Wikinger-Hingabe in der Umsetzung reißen sie einen voll mit – der Band Stereotypie vorzuwerfen fällt schwer, auch wenn sie eine typische Vertreterin des skandinavischen Melodic Rock ist. Aber mit null oder fast null typisch skandinavischer Melancholie, die hier in faszinierendem Ausmaß vollständig durch den Positivismus der »Party-Time«-Vibration ersetzt wird. Man spürt, dass Dalton Vertreter der alten Achtziger-Schule sind. Einige Songs tragen nämlich die Inspiration durch die Grundelemente des Blues Rock und der klassischen Rock-’n‘-Roll-Schule in sich. Das Einpflanzen einzelner Tracks in rustikaler Blues-Form (vor allem bei den Gitarrensoli),  wirkt überaus packend in der Auflockerung des Materials und ist als Aufwertung der dynamischen »Durchlässigkeit« des Albums mehr als willkommen.

Zum Schluss sei festgehalten: Dalton haben ihre Mission mit Bravour erfüllt. Ein glaubwürdiges Comeback! Mit dem hervorragenden Album »Pit Stop«, das den neu entfachten kreativen Eifer und Schwung der Rückkehrer auf der Szene widerspiegelt, darf man getrost davon ausgehen, dass Dalton, unter den schützenden Fittichen des italienischen Labels Frontiers Records, schon bald auch den Studiofolger von »Pit Stop« aufnehmen werden.

Besetzung

Bo Lindmark – Gesang
Leif Westfahl – Gitarre, Hintergrundgesang
Ola Lindstrom – Keyboards, Hintergrundgesang
Anders Lindmark – Bassgitarre, Hintergrundgesang
Mats Dahlberg – Schlagzeug, Hintergrundgesang

Produktion

Erik Mårtensson

Tracklist

1. Ready Or Not
2. Hey You
3. Don’t Tell Me Lies
4. Follow Your Dreams
5. Up & Down
6. Bad Love
7. One Voice
8. Here We Are
9. Something For The Pain
10. 50/50
11. TGIF

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