Orto abgefunkt!!! (2014)

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Autor: Aleš Podbrežnik
Fotos: Aleš Podbrežnik

Ort: Ljubljana / Orto bar / Slowenien
Konzertdatum: 30.01.2014
Besucherzahl: 60
Eintrittspreis: 0,00€ (Eintritt frei)

King Foo ist ein Quartett aus vier außergewöhnlich talentierten Musikern, die auf der slowenischen Musikszene durch ihre vergangene wie auch aktuelle Arbeit zweifellos herausstechen. Die Namen: Urška Majdič (Gesang), Peter Hudnik (Gitarre), Matej Sušnik (Bassgitarre) und Rok Golob (Schlagzeug).

Angesichts der vielschichtigen musikalischen Versiertheit aller vier Musiker ist es irgendwie logisch, dass ihr inneres Gespür – nennen wir es einfach die Intuition selbst – sie dazu treibt, ihr inneres musikalisches Ich ständig herauszufordern und dadurch immer neue Ziele auf dem Weg ihres musikalischen Handwerks zu stecken. Was Rok Golob angeht, braucht man da gar keine Worte zu verlieren. Multiinstrumentalist, Komponist, Songschreiber, der nicht mal einen Moment kreativ stillstehen kann. Und das ist sehr gut so. King Foo sind ein Leckerbissen für Liebhaber feiner organischer Sounds, angeführt von einer ausgeprägten, vorwiegend funk-lastigen Rhythmussektion, die im klanglichen Gleichgewicht der Band erst durch den dominanten, der Popmusik zugewandten Gesang der charismatischen Urška Majdič »gezähmt« wird. Man fragt sich unweigerlich, wenn man Urška auf der Bühne erlebt, warum sie sich noch nicht als Solistin versucht hat? Sie hat nämlich alle Grundvoraussetzungen für einen garantierten Erfolg in dieser Sparte.

King Foo covern hauptsächlich bekannte Pop-Rock- und Rock-Standards, daneben entsteht aber auch Eigenmaterial, zwar im Schneckentempo, nach dem Vorbild von sowas wie Heaven X, aber immerhin. Es entsteht! Und das ist das Wesentliche.  Seit irgendwann im Mai 2013 kursiert bereits der Song FunkyFoo Ride, und neuerdings haben King Foo den Song Hot auf die Welt losgelassen, wobei sie den Auftritt im Orto bar auch zur Promotion der neuen Single und des dazugehörigen Videos nutzten.

Das Besondere an der Band ist der strikt akustische Ansatz. Man hört jeden »Ausreißer«, deshalb musst du auf der Bühne verdammt gut und verdammt selbstsicher sein, wenn du es akustisch machst. Das fordert auch von der Rhythmussektion mehr Dynamik als sonst! Für Sušnik ist das wie gemacht, denn die Beschäftigung mit den Disco-Funk-Rhythmen der Siebziger bietet ihm ein hervorragendes Spielfeld, um mit den Fingern noch mehr loszulegen, wenn er den verfügbaren Raum mit seinen Meisterstücken füllt. Rok Golob am Schlagzeug? Ein absoluter Draufhauer! Nicht ohne Grund. Den Sound muss man schließlich füllen, und in diesem musikalischen Umfeld sind volle körperliche Ausholbewegungen am Schlagzeug sehr willkommen. Und das Element, das die Schärfe der Rhythmussektion kontrastierend ausbalanciert? Natürlich der Gesang von Urška. Einige geistreich neu arrangierte Standards geben ihr noch mehr Raum für einen Strom an improvisatorischen Soul-Kapriolen, mit denen sie die King Foo-Versionen von Evergreens verschiedener Künstler sinnlich aufgewertet hat, darunter: Stevie Wonder, Sting, Kenny Logins, Nirvana, Whitesnake, The Bangles, U2,… Besonders heraus stach das in amüsanter »Polka-Manier« arrangierte Final Countdown von Europe, wo Peter an der Gitarre zeigte, aus welchem Holz dieser exzellente Musiker geschnitzt ist – denn Norums Solo aus dem Original auf Akustik zu übertragen, dabei seinen unverkennbaren Charakter zu bewahren und ihm gleichzeitig einige äußerst geschmackvolle eigene Finessen einzubauen, ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Dazu kamen noch äußerst wirkungsvoll bearbeitete Versionen bekannter Hits von Rage Against the Machine, Michael Jackson, The Police, Daft Punk, Pink, Earth, Wind & Fire, AC/DC, Duffy, Oasis,…

Im Repertoire stachen besonders zwei amüsante „Mash-up“-Nummern heraus, die führende musikalische Formen effektiv zusammenführten! Eine davon war die Fusion von Killing in the Name of (Rage Against the Machine) und Mercy (Duffy), die andere eine Kombination von AC/DC (Back in Black) mit Oasis (Wonderwall). Hier galt definitiv das alte Sprichwort von Kovinotehna: „Das Unmögliche ist möglich!“

Kurzum. King Foo kennen keine Grenzen. Angesichts der außerordentlich vielschichtigen Profilierung der vier musikalischen Talente des Quartetts bleibt die unbestreitbare Tatsache bestehen, dass gerade diese Art, Evergreens auf geistreich verschmitzte, dabei vollständig mitreißende Weise umzudeuten, ihnen auf vielen Konzertbühnen die Türen weit aufstößt. Besonders auf der Klubszene. Warum?

King Foo haben nämlich im Orto bar eine richtig geile Party gemacht. Den Leuten hat’s den Kopf weggerissen. Leider hat das Wetter ein bisschen dazwischengegrätscht. Schnee und Eisregen hielten an diesem Abend viele zuhause, sodass es nicht mehr als ungefähr 60 Leute waren. Aber ich sag euch. Mit dem Eigenmaterial, das gerade entsteht und von dem wir hoffen, dass es bald zum ersten Studioalbum führt, sind King Foo definitiv eine Band, die es auf der slowenischen Szene so noch nicht gegeben hat. Denn auf der Bühne erwecken sie Standards in ihrem akustisch verführerischen Funky-Gewand zum Leben, wie man es im Alltag nur noch selten zu hören bekommt. In ihrer Auswahl beschränken sie sich also weder zeitlich noch genremäßig, weshalb ihre Konzert-Setlist einen ständig überrascht – und was noch wichtiger zu erkennen ist: Sie hält Körper und Geist des durchschnittlichen King Foo-Konzertbesuchers in einem Zustand vollständiger erektiver Kinetik und wohligen mentalen Abschaltens. Party garantiert!

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