Opeth wieder mehr sie selbst?
Gitarrist und Sänger der schwedischen Progressive-Metal-Band Opeth, Mikael Akerfeldt, hat sich in einem Gespräch mit dem britischen Magazin Metal Hammer über das bislang noch unbenannte Album geäußert, das bei jenen Fans den etwas bitteren Nachgeschmack wegspülen soll, denen das nach alten Zeiten klingende Album Heritage aus dem Jahr 2011 aufgrund seines weniger metallischen Klangs nicht wirklich gemundet hatte und das ihnen gehörig im Hals stecken blieb. Wie er erklärt, seien bislang bereits acht Songs geschrieben, die sich gattungsmäßig unterscheiden und einen großen Teil des klanglichen Spektrums abdecken, das Opeth auf all ihren bisherigen Alben ausgelotet haben. Sinnliche Songs, Akustikgitarre, dezibelschwerer Metal und epische Werke im alten Opeth-Stil sollen nicht fehlen – eine Rückkehr in konsequente Death-Metal-Gewässer sei jedoch nicht zu erwarten. Das vorherige Album Heritage aus dem Jahr 2011 erntete gemischte Kritiken. Die Abkehr von den Death-Metal-Wurzeln und der Schritt in experimentellere Gewässer war für viele langjährige Fans der schwedischen Größen ein zu harter Brocken – doch diesmal wollen sich Opeth nicht mit den Erwartungen des Publikums belasten. »Ich kann nicht behaupten, dass die Heritage-Gegner das nächste Album in den Himmel loben oder es in den Dreck ziehen werden. Ich will mich niemandem gegenüber so verbiegen, nach dem Motto: »Oh, Entschuldigung, Leute! Wir haben einen Fehler gemacht! Das nächste Mal machen wir ein Album, das euch glücklich macht!«. So denke ich nicht. Das nächste Album wird kein Death-Metal-Album sein. Wenn ihr mich kennt und wisst, was mir gefällt, sollte es keine allzu großen Überraschungen geben. Es wird eine Metal-Platte sein, eine Progressive-Platte und noch einiges mehr dazu. Jeder Song repräsentiert die Band Opeth, und das Endprodukt wird das darstellen, was ich selbst gerne hören würde,« kündigte Akerfeldt im Gespräch an.
In einem separaten Interview für das Magazin Decibel wurde angekündigt, dass Opeth auch Streicherarrangements in die Klangstruktur einflechten wollen; statt Synthesizern entscheidet sich Akerfeldt nach der Zusammenarbeit mit Steven Wilson bewusst für live gespielte Orchesterinstrumente. Unter anderem soll das Album auch durch eine Coverversion eines Songs der italienischen Band Goblin aus den frühen Siebzigern bereichert werden; aufnehmen wollen Opeth das Album diesmal in Wales, und zwar in den Rockfield Studios, wo Queen Bohemian Rhapsody eingespielt haben – produzieren will er die Platte höchstpersönlich. »Ich mag, wie Dios Album Holy Diver aus den frühen Achtzigern klingt, auf dem man noch einen Hauch der Siebziger hört, nur dass die Produktion schwerer ist. Gerade wärme ich mich für ähnliche Produktionsansätze – die nicht retro klingen werden, bei denen aber zu hören sein soll, dass echte Instrumente am Werk sind, und die diesmal schwerer klingen werden als auf dem Album Heritage,« kündigt Akerfeldt weiter an.