Obey

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Autor: Aleš Podbrežnik

Künstler: Benedictum
Label: Frontiers Records
Erschienen: 2013
Laufzeit: 51:18
Wertung: 3/5

Benedictum ist ein Heavy-Metal-Quartett aus dem kalifornischen San Diego. »Obey« ist ihr viertes Studioalbum. Ein neues aggressives Manifest der primordialen Heavy-Metal-Haltung, geerbt von den legendären amerikanischen Fahnenträgern der ersten Heavy-Metal-Generation der Achtziger.

Der musikalische Ausdruck von Benedictum wird vor allem durch den explosiven, energiegeladenen und facettenreichen Gesang der Sängerin Veronica Freeman geprägt, autoritativ eingebettet in vampirhaft aufgedrehte Gitarrenriffs, die auf dem gnadenlosen Hämmern des Doppelbassdrum-Pedals rollen. Benedictum kennen das in Europa bekannte Power-Metal-Prinzip nicht. Sie klingen unverkennbar amerikanisch. Wenn man so will, bedeutet das, dass sie dem altehrwürdigen Erbe des amerikanischen Speed- und Thrash-Metals vom Ende der Achtziger stets näher sind als irgendetwas anderem, das etwa nach Bands wie Manowar oder Virgin Steele klingen würde – Bands, die aufgrund ihres Sounds und Stils vor allem in Europa erfolgreich waren.

„Obey“ hält den aufgerauten Klangterror der drei Vorgängeralben aufrecht – und versucht sie sogar zu übertreffen: in aggressiver und unnachgiebig blutgieriger Riff-Haltung einer giftig aufgedrehten Produktion, für die erneut Jeff Pilson (Bassist von Foreigner) gesorgt hat – den Vorgänger produzierte Rudy Sarzo (ex-Dio).

In Sachen Ausdrucksstil bringt Benedictum auch auf dem neuen Album keine musikalische Revolution. Alles auf »Obey« bleibt weiterhin vorhersehbar und klanglich erkennbar verwandt mit den drei Vorgängeralben der Gruppe. Das Ganze ist der Tradition der alten Metal-Schule verschrieben und sorgfältig neu verpackt in das Gewand modischer Produktionstrends, die natürlich versuchen, aus dem Stil der Band und der Studioenergie, wie Heavy Metal sie versteht, das klangliche Extrem herauszuschälen.

Veronica Freeman bleibt die zentrale Figur, die mit ihrem penetranten Vokalansatz gnadenlos wütet und die betonharte Haltung der Gitarrenriffs an der Grenze zur Bestialität zerreißt!  So zieht ihr Ansatz wieder die gesamte Aufmerksamkeit des Ausdrucksvokabulars von Benedictum auf sich. Ihre dominant in den Vordergrund gestellte Vokalfigur lenkt die Aufmerksamkeit zudem effektiv weg von dem unerwünschten Gefühl der Generizität, obwohl klar ist, dass du von Anfang an in den Fesseln des Metal-Klischees steckst, sobald du dich 2013 für den Heavy-Metal-Stil nach der Rezeptur der alten, eingefahrenen amerikanischen Metal-Schule entscheidest. Und genauso wenig anders war es, wenn du diese Entscheidung schon 2005 getroffen hast, so wie Benedictum, die damals offiziell ihre Arbeit aufnahmen. Kein Unterschied. Alles wurde schon längst erfunden.

»Obey« wird vor allem für all jene hartgesottenen Heavy-Metal-Veteranen interessant sein – wie viele von euch auch immer noch übrig sein mögen –, die die unnachgiebige Aggressivität der Old-School-Riffs anzieht, wie sie seit jeher unter der glühenden kalifornischen Sonne entstehen, und die in »Obey« die Fortsetzung der Tradition der Urgesteine erkennen werden, angeführt von Crimson Glory, den alten Savatage, Warrior, Lizzy Borden, Vicious Rumors, Agent Steel,.. Obey ist ein enorm kompaktes und klar definiertes Heavy-Metal-Album mit ausgearbeiteter Ausdruckshaltung, das in seiner musikalischen Ausrichtung aber rein gar nichts Neues sagt. Offensichtlich hat die Band auf dem Album »Dominion« (2011) Stabilität erreicht, als sie Jag-Panzer-Schlagzeuger Rikard Stjernquist und Bassist Aric Avina (Tynator) in die Besetzung aufnahm. Und diese Reife und das Wachstum der Band spiegeln sich in der außerordentlichen Kompaktheit dieses Werkes wider. Balladen und/oder mittelschnelle Songs kennt »Obey« nicht. Gewisse Anleihen gibt es bei den epischen Schöpfungen von Rainbow (Song Die to Love You) und Black Sabbath (Song Retrograde) aus der Zeit, in der Ronnie James Dio bei beiden Bands sang – was für die Gruppe aber kein schöpferisches Plus ist, eher eine Last.

Besetzung

Veronica Freeman – Gesang
Pete Wells – Gitarre
Aric Avina – Bass
Rikard Stjernquist – Schlagzeug

GASTMUSIKER:
TONY MARTIN (ex-Black Sabbath) – Gesang auf Track Nr. 8 

Produktion

Jeff Pilson

Tracklist

1. Dream Of The Banshee
2. Fractured
3. Obey
4. Fighting For My Life
5. Scream
6. Evil That We Do
7. Crossing Over
8. Cry
9. Thornz
10. Die To Love You
11. Apex Nation
12. Retrograde

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