Neue Genesis-Dokumentation wird Kommentar von Jonathan King enthalten
Autor: Peter Podbrežnik
Der Mann, über den die Mitglieder der klassischen Genesis-Besetzung (Peter Gabriel, Steve Hackett, Tony Banks, Mike Rutherford und Phil Collins) wahrscheinlich nicht viele lobende Worte finden, sorgt wieder für Aufregung. Der in Ungnade gefallene Impresario und ehemalige Produzent und Musiker Jonathan King bekommt seinen Platz in der neuesten Genesis-Filmdokumentation mit dem Titel ‚Together And Apart‘. Diese wird am 4. Oktober auf BBC2 ausgestrahlt und Kommentare der Mitglieder der klassischen Besetzung sowie einiger ehemaliger Genesis-Mitglieder enthalten, darunter der frühere Gitarrist Anthony Phillips.
Die BBC verteidigt ihre Entscheidung mit dem Argument, dass King maßgeblichen Einfluss auf die Anfänge der Prog-Rock-Legenden hatte, da er Produzent ihres Studio-Erstlings „From Genesis To Revelation“ (1969) war. Darüber hinaus entdeckte er die Band und gab ihr ihren Namen, doch brachen die Genesis-Mitglieder die Zusammenarbeit mit ihm nach knapp zwei Jahren ab und veränderten ihren musikalischen Stil beinahe vollständig. Für seinen Kommentar soll er keine Vergütung erhalten. Als Musiker ist King vor allem für seine Solo-Single aus dem Jahr 1965 mit dem Titel „Everyone’s Gone To The Moon“ bekannt.
King musste 2001 ins Gefängnis, wegen mit Pädophilie zusammenhängender Vergehen, die er in den Achtzigerjahren begangen haben soll. Er wurde zu sieben Jahren verurteilt, kam jedoch bereits nach vier Jahren frei. Seine verwerflichen Taten hat er stets abgestritten. 2011 beschwerte er sich mit den Worten, es handle sich um eine „stalinistische Geschichtsrevision“, weil er aus der Wiederholung einer Folge von ‚Top of the Pops 1976‘ herausgeschnitten worden war. Seither hat die BBC ihm versichert, dass sich so etwas nicht wiederholen werde.