Mala nočna gothica (2009)
Ort: Backstage (Im Klub) / München / Deutschland
Konzertdatum: 24.04.2009
Besucherzahl: 270
Kartenpreis: 14,00€ (Vorverkauf) / 18,00€ (Abendkasse)
Delain sind niederländische Symphonic-Metal-Musiker, die 2002 vom ehemaligen Keyboarder der Band Within Temptation, Martijn Westerholt, gegründet wurden. Die Band veröffentlichte ihr Studiodebüt „Lucidity“ im Jahr 2006, an dem eine ganze Reihe renommierter Musiker mitwirkten, darunter: Bassist Marco Hietala (Nightwish, Tarot), Sängerin Liv Kristine (Leave’s Eyes), Schlagzeuger Ariën van Weesenbeek (ex God Dethroned, Epica), Gitarrist Ad Sluijter (ex-Epica), George Oosthoek und Guus Eikens, beide ehemalige Mitglieder von Orphanage, Sängerin Sharon Den Adel (Within Temptation) und Gitarrist Jan Yrlund (Imperia).
Die Band veröffentlichte ihr neues Studioalbum April Rain Anfang April dieses Jahres. Damit war auch die Zeit für eine neue Europatournee von Delain gekommen – Zeit für ein neues Konzertabenteuer, an dem Fans von Bands wie Epica, Nightwish, Within Temptation und Sirenia einfach nicht vorbeikommen!
| ALICE MONDIA: |
Alice Mondia, in der Schweiz geborenes Mädchen, begann bereits im zarten Alter von drei Jahren mit dem Ballett, kurz darauf auch mit dem Klavierspielen – kein Wunder, stammt sie doch aus einer Musikerfamilie. Mit achtzehn entscheidet sie sich endgültig, ihr Leben dem Gesang zu widmen, den sie nun auch sehr ernsthaft zu studieren beginnt. Am meisten sieht sie sich selbst, wie sie sagt, in einer Mischung aus Rock und Pop – so klingt auch ihr Debüt mit dem Titel My Way Or No Way, das 2008 erschien.
In München, im Club Backstage, vor ungefähr hundert Leuten, hatte sie gute zwanzig Minuten, die sie ausgiebig zur Eigenwerbung nutzte. Die Band, die neben Alice aus drei weiteren Mitgliedern besteht, wirkt auf der Bühne eingespielt und selbstbewusst – die „gemieteten Musiker“ haben schließlich bereits einige Kilometer auf dem Buckel. Alice präsentiert sechs Songs aus dem bereits erwähnten Album My Way Or No Way. Das Publikum empfängt sie zu Beginn ziemlich kühl, doch mit einem energiegeladenen Auftritt überzeugt die schöne Alice die Menge und gewinnt sie für sich – ein prima Warm-up für den Auftritt von Delain.
Der Auftritt von Alice Mondia und ihrer Band war für mich eine durchaus positive Überraschung, denn ich bin kein ausgesprochener Pop-Rock-Fan. Für mehr Bekanntheit beim breiten Publikum wartet allerdings noch viel Arbeit auf sie, denn im Pop-Rock wimmelt es nur so von solchen Bands. Ich hoffe sehr, dass Alice Mondia kein Eintagsfliegenprojekt ist!
| DELAIN: |
Zunächst muss ich betonen, dass ich vom Backstage-Komplex in München außerordentlich positiv überrascht war; eine etwas weniger positive Überraschung folgte, als ich auf dem Plakat las, dass die niederländischen Symphonic-Metal-Musiker Delain in einer kleineren Halle als ursprünglich angekündigt auftreten würden. Dabei handelt es sich um einen eher clubartigen Saal namens Im Klub. Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass das die richtige Entscheidung war, denn der kleinere Clubraum war bis in den letzten Winkel vollgepackt und die Atmosphäre in der Halle einfach einmalig!
Das Konzert begann natürlich mit dem obligatorischen Intro, dann folgten zwei Hits vom neuesten, also zweiten Album „April Rain“, das tatsächlich im April dieses Jahres erschien – nämlich Invidia und Stay Forever. Der Kontakt zwischen Publikum und Band war schon nach dem ersten Song hergestellt, denn die Halle sang im Rhythmus des Symphonic Metal mit. Danach folgte Sever von der ersten Platte „Lucidity“, und dann explodierte die Begeisterung des Publikums, als Delain gleich drei Hits am Stück spielten: April Rain, Go Away und, meiner Meinung nach ihr bester Song, The Gathering. Genau bei The Gathering stellte sich eine interessante Frage: Wie würde der Song live funktionieren, schließlich singt den originalen Männergesang auf der Studioversion Marco von Nightwish? Es stellte sich heraus, dass diese Sorge völlig unbegründet war! Die Delain-Jungs überraschten hier mehr als positiv, denn den Männerpart übernahm an dieser Stelle souverän der Gitarrist, der sonst auch für die Backing Vocals zuständig ist – Ronald Landa.
Über den Hauptmagneten der Bühnenshow (und auch sonst) von Delain, Sängerin Charlotte Wessels, muss man eigentlich keine großen Worte verlieren. Sie ließ sich vom Konzert vollkommen mitreißen und lieferte eine vokale Darbietung in Topform! Hervorzuheben sind außerdem der hervorragende Keyboarder Martijn Westerholt (ex-Within Temptation), seines Zeichens Gründer von Delain, der heiße Rob van der Loo am Bass sowie natürlich der unverwüstliche Schlagzeuger Sander Zoer!
Mit den symphonischen Power-Metal-Stampfern A Day For a Ghost, SOA Dancer, Control The Storm und Frozen, durchdrungen von einem markanten Gothic-Flair, beendete die Band den Pflichtteil des Konzerts – begleitet von zweiminütigem frenetischem Applaus der verzauberten Menge sowie lautstarken, einstimmigen Rufen: „Zu-ga-be!!!!“
Delain ließen uns nicht lange warten und servierten als obligatorische Zugabe Sleepwalkers Dream sowie als großes Finale den Song, ohne den die Menge sie nicht nach Hause gelassen hätte: Nothing Left.
Der Abend mit Delain war in jeder Hinsicht phänomenal – sowohl spielerisch als auch klanglich. Wer dem Erbe des Symphonic Gothic Metal etwas abgewinnen kann, sollte unbedingt darauf achten, so ein Konzert, wie Delain es in München gezaubert haben, beim nächsten Mal auf keinen Fall zu verpassen. Auf gar keinen Fall!
Fotos: Jure Frelih
Setliste
ALICE MONDIA: 1. Hear Me Now 2. Zebra Crossing 3. Once Awake 4. Saturday Night 5. Don’t Call 6. Rock The Party DELAIN: 1. Intro 2. Invidia 3. Stay Forever 4. Sever 5. April Rain 6. Go Away 7. The Gathering 8. A Day For Ghost 9. SOA Dancer 10. Control The Storm 11. Frozen —Zugabe— 12. Sleepwalkers Dream 13. Nothing Left
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