Lovljenje ritma
Künstler: Lovljenje ritma
Label: KUD France Prešeren
Veröffentlichung: 2006
Bewertung: 3.6/5
Was passiert, wenn sich der Multiinstrumentalist und hauptsächliche Bassist Jani Mujič und der Dichter Tone Škrjanec zusammentun? Es entsteht ein Projekt samt Album, Lovljenje ritma, erschienen bei KUD France Prešeren. Nach dem Release hat das Duo die Platte ein paarmal auch live gespielt, aber auf der Bühne konnte Mujič nicht alle Instrumente allein bedienen, also kamen damals noch zwei Keyboarder und ein Drummer dazu.
Die Musik stammt von einem richtig guten Songwriter, Jani Mujič, der sich in der Band 2227 den letzten Schliff geholt hat (erinnert ihr euch noch an ihren Hit No Brains No Tumors?). Bei jedem Song wirkt es, als wollte Mujič einen neuen Stil ausprobieren. So gibt es auf dem Album Hard Rock, Reggae, Klassik, Elektronik und Ambient zu hören. Mujič spielt sämtliche Stücke selbst ein, nur bei ein paar Sachen hilft ihm ein Geiger. In der Produktion hat man sich offenbar für einen altmodischen, schweren Sound entschieden, der die düsteren Stimmungen noch stärker betont. Der einzige größere Kritikpunkt am Endergebnis wäre, dass die Songs vielleicht etwas zu eintönig sind. Obwohl sie stilistisch sehr abwechslungsreich sind, hat jeder Song nur ein paar Ideen, die sich manchmal zu lange wiederholen. Kann aber auch sein, dass dieser Effekt Absicht ist.
Die Texte von Tone Škrjanec können stellenweise ein bisschen zu gekünstelt daherkommen. Es wirkt, als wollte Škrjanec zeigen, wie anders und originell er sein kann, und dadurch klingt es manchmal nicht ganz authentisch. Meistens gelingt dem Dichter aber ziemlich gut, Atmosphäre zu erzeugen, die von der ausgezeichneten Musik abgerundet wird.
Lovljenje ritma ist bei Weitem nicht das erste Projekt, das Musik und Poesie mischt. Einer der ersten solchen Versuche war schon das Album An American Prayer der viel bekannteren Band The Doors. Ähnlich wie bei An American Prayer ist es auch bei Lovljenje ritma beiden Beteiligten gelungen, genau die richtige Ambient-Stimmung zu schaffen, in der sich Musik und Poesie mühelos verweben.
Dieses Album, das Musik und Poesie verbindet, ist ohne Zweifel hörenswert. Die Musik ist ziemlich tiefgründig und vielseitig und fängt die Stimmung der Texte passend ein. Ich würde es auf jeden Fall allen empfehlen, die gern mal was Neues in der Musik ausprobieren.
Besetzung
Jani Mujič – Instrumente
Tone Škrjanec – Poesie und Stimme
Gast: Vuk Krakovič – Violine
Produktion
Jani Mujič
Tracklist
1. Kobilice
2. Naj
3. Lovljenje ritma
4. Vprašanje začetka
5. Vozimo počasi
6. Razmere niso ugodne
7. Pesem o nekem večeru