Lionville: Magic Is Alive

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Label: Frontiers Music Srl.
Erscheinungsdatum: 7. 8. 2020
Produktion: Lionville
Albumlänge: 50.37 min
Genre: AOR/Melodic Rock
Bewertung: 8.5/10


Lionville sind eine (überwiegend) italienische Band, die sich um Stefano Lionetti schart – Komponist, Sänger und Gitarrist aus Genua –, mit dem auch der schwedische Sänger Lars Säfsund (Work Of Art, Enbound) zusammenarbeitet. „Magic Is Alive“ ist das vierte Studiowerk von Lionville und folgt damit dem hervorragenden Vorgänger „A World of Fools“ (2017), der von Fans melodischer Rock- und AOR-Klänge mit offenen Armen empfangen wurde. Die hohen Erwartungen sind keineswegs vergebens. Italiener, Schweden – nun, als Dritte wären da noch die Japaner – sind dafür bekannt, das Handwerk der Nachahmung sehr gut zu beherrschen. Lionville sind eine typische AOR-Revivalband. Die allgegenwärtigen Schichten aus rauschenden Synthesizervorhängen, die den Hintergrund halten und den dynamischen, hochfließenden und sommerlichen Gitarrenfiguren einen satten Klangraum geben, machen sofort klar, dass Lionville tief in der Verehrung der Errungenschaften des Achtzigerjahre-Rocks verwurzelt sind – mit einer klar betonten Note der damaligen Trends in der Popmusik. Angesichts der Tatsache, dass das Revival des Genres in den letzten zwanzig Jahren ziemlich stark ist, wenn auch nicht im Fokus der breiten Masse (was auf seine eigene Art ein Glück ist), gehören Lionville zur Liga der qualitativ hochwertigeren Musikprojekte bzw. Bands dieser Art, die sich überaus überzeugend mit der vor vierzig Jahren entwickelten Musikformel auseinandersetzen.

Einstein muss man nicht neu entdecken. Das alles habt ihr nämlich schon gehört, als die Sache modern, aktuell und heiß war. Aber eine musikalische Rezeptur veraltet nicht – man muss nur eine etwas andere Verpackung verwenden, damit das Recycling zündet. Lionetti ist zweifellos ein talentierter Komponist, dem genau klar ist, wie die Dinge in einer Komposition liegen müssen, damit diese beim ersten Hören die gewünschte Eingängigkeit erreicht. An Bombast und Pomp mangelt es diesem Album keineswegs, und es ist in Bezug auf die Qualität der Kompositionen und die bissige Ansteckungskraft auf musikalischer Ebene mindestens genauso gut wie das Vorgängeralbum „A World Of Fools“. Die Integration von Säfsund an den Vocals ist dem Songwriting der Tracks wie auf den Leib geschrieben, und Säfsund bringt ins Lionville-Kompositionsformat sehr glücklich alles ein, was er mit seiner Stimme bei Work Of Art erschafft. Die Schlussfolgerung liegt nicht mehr fern – und diese Information wird vor allem für alle willkommen sein, die Lionville gerade erst entdecken –, dass einzelne Kompositionsteile unter anderem Assoziationen zu Toto, Richard Marx, Giant, Bad English, Survivor sowie auch Honeymoon Suite und/oder Boulevard wecken können.

Es überrascht vielleicht kaum, dass der Albumtitel „Magic Is Alive“ so bedeutungsvoll gewählt ist. In diesen seltsamen Zeiten, in denen niemand mehr weiß, was eigentlich passiert, ist dieses Album ein Paradebeispiel für die hervorragende Partnerschaft der miteinander verwobenen Bausteine von Lionvilles Musik. Gemeint ist damit die Besetzung. Die Kombination der Gesangsduette von Säfsund und Lionetti erzielt die gewünschten Kontraste und Stimmungsverschiebungen, die Harmonisierung der Vocals mit zusätzlichen Backing Vocals ist definitiv vorhanden, typische Soli in den Mid-Eight-Passagen. Kurz gesagt: ein Album ohne Qualitätsschwankungen und eine Hommage an die goldene Ära des AOR. Gefällig und auch im Jahr 2020 noch immer genug prickelnd.

Autor: Aleš Podbrežnik

Trackliste:
01. Nothing Without You
02. You’re Not Alone
03. Runaway
04. Finally You’re With Me
05. Every Little Thing (Leads Back To You)
06. If You Don’t Know Me
07. Living With The Truth
08. Reaching For The Sky
09. I’ll Never Give My Heart Away
10. Into The Night
11. Magic Is Alive

Besetzung:
Stefano Lionetti – Gitarre, Gesang, Keyboards
Lars Säfsund – Gesang, Backing Vocals
Michele Cusato – Gitarre
Fabrizio Caria – Klavier, Keyboards
Giulio Dagnino – Bass
Martino Malacrida – Schlagzeug


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