Joko Ono – ohne Ypsilon, aber mit EP
Die slowenische Alternative wird am Samstag um ein lang ersehntes Album reicher, denn die Ljubljaner Multi-Genre-Größen Joko Ono bereiten sich auf die Präsentation und offizielle Veröffentlichung ihres Kurzdebüts vor. Die Band konzentriert sich auf wilden Punk, knallharten Hardcore und ähnliche Rock- und Metal-Einflüsse. Die gleichnamige EP mit sieben Songs erscheint bei Založba Radia Študent (ZARŠ). Die Band ist diesmal bereit, der Welt sieben wirklich energiegeladene Kurzstücke zu teilen, die dabei die Genre-Vielfalt der Besetzung unter Beweis stellen – so wird man auf der Platte sowohl Balladen als auch massive Psychedelia hören, und ihren Stempel auf dem Album haben mit ihren Stimmbändern der Frontmann von Nietovec, Borut Marolt, sowie die treibende Kraft von Corkscrew, Jaka Burger, hinterlassen. Mit Letzterem haben die Jungs in der Vergangenheit bereits bei der Aufnahme eines Songs bzw. einer vertonten Version des Gedichts Pasjeglavec zusammengearbeitet, das aus der Feder des jungen Dichters Dejan Koban stammt und auf dem Kompilationsalbum Rokerji pojevo pesnike erschien (damals noch unter dem Namen Intimn Frizurn).
Das junge Quartett scheut also keine Herausforderungen. Kaum eine einheimische Punk-Band kann mit der technischen Perfektion aufwarten, die Joko Ono besitzt. Ob Punk, Hardcore oder andere Genre-Ableger – hier geht es um Präzision, Direktheit und eingespieltes Zusammenspiel. Das instrumentale Trio probt schon seit mehr als einem Jahrzehnt zusammen, zunächst in der Band Intimn Frizurn, was sich sowohl bei Live-Auftritten als auch in den Audioaufnahmen selbst deutlich zeigt. Ein ganz eigener Gegenpol ist die erste Stimme der Band – Sängerin Živa, die für eine emotionale, blutige und schreiende Interpretation eigener oder fremder Texte sorgt. Diese sind nämlich in einigen Fällen aus dem lyrischen Erbe der Band CZD (Center za dehumanizacijo) entlehnt. Die Band, die ziemlich spontan entstand und sich genau wegen der ersten Begegnung mit der selbstbewussten Sängerin scherzhaft Joko Ono nannte, betrat 2010 zum ersten Mal die Bühne. Seitdem hat sie ein ganzes Meer von Auftritten in ganz Slowenien aneinandergereiht, wobei sie am liebsten den Skaterplatz Pumpa in Postojna erwähnt. Dort erreicht die Musik nämlich genau das, was sich die Band wünscht: Toben, spontanes Crowd-Surfen, Schreie und gemeinsame Kraft. So entstand auch das neue – zweite Video der Band genau beim letzten Auftritt in Postojna.